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BASF: 10.000 Jobs trotz fettem Milliarden-Gewinn gestrichen

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Von: Peter Kiefer

Ludwigshafen – Läuft bei BASF! Doch während der Chemie-Riese womöglich den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte einfährt, werden weiter Stellen abgebaut:

Die Geschäfte des weltgrößten Chemiekonzerns BASF laufen immer besser. Die dynamische Entwicklung der beiden Vorquartale setze sich dank höherer Preise und Mengen fort, sagte Konzernchef Martin Brudermüller bei Vorlage der endgültigen Zahlen für das zweite Quartal am Mittwoch (28. Juli) in Ludwigshafen. Für das Gesamtjahr 2021 bleibt er zuversichtlich und bestätigte die jüngst angehobenen Prognosen. Erste Eckdaten hatte der Konzern schon veröffentlicht.

NameBASF SE
HauptsitzLudwigshafen am Rhein
Gründungsjahr6. April 1865
Mitarbeiter110.302 (Stand: 2020)
Umsatz59,149 Mrd. Euro (Stand: 2020)

Im zweiten Quartal stand unterm Strich ein Gewinn von 1,65 Milliarden Euro, wie das Dax-Unternehmen in Ludwigshafen mitteilte. Im Vorjahr hatte hier noch wegen Abschreibungen auf die Beteiligung Wintershall
Dea infolge des Ölpreisrutsches ein Verlust von 878 Millionen Euro gestanden. Der Umsatz legte im Vergleich zum Corona-gebeutelten Vorjahreszeitraum um fast 60 Prozent auf 19,75 Milliarden Euro zu.

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BASF in Ludwigshafen: Chemie-Riese rechnet mit Umsatz von 74 bis 77 Milliarden Euro

BASF kommt die Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise zugute, die die konjunktursensible Chemiebranche antreibt. Dabei lief es im Tagesgeschäft etwa mit Basischemikalien (Chemicals) und der Kunststoffindustrie (Materials) deutlich besser. Das Geschäft mit Saatgut und Unkrautvernichtern legte beim Umsatz ebenfalls zu, erzielte wegen der weiter negativen Währungseffekte insbesondere in Süd- und Nordamerika und hoher Transportkosten aber weniger Gewinn.

Dr. Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands der BASF SE in Ludwigshafen.
Dr. Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands der BASF SE in Ludwigshafen. © BASF/Andreas Pohlmann

Für dieses Jahr erwartet BASF einen Umsatz von 74 bis 77 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sondereinflüssen (Ebit) soll 7,0 bis 7,5 Milliarden Euro erreichen. Mit diesen Zielen peilt BASF eine deutliche Steigerung über das Vorkrisenniveau hinaus an und bestenfalls sogar den höchsten Umsatz in der Firmengeschichte.

BASF in Ludwigshafen: Jobabbau im Stammwerk geht weiter

Im Krisenjahr 2020 hatte BASF ein bereinigtes Ebit von knapp 3,6 Milliarden und Erlöse von rund 59 Milliarden erzielt. Bei seiner Prognose geht der Chemiekonzern davon aus, dass es in der zweiten Jahreshälfte coronabedingt keine größeren wirtschaftlichen Einschränkungen gibt. Im Zuge der Corona-Krise hatte BASF deutliche Abstriche machen müssen und den Sparkurs verschärft, wie LUDWIGSHAFEN24 berichtet. Dazu gehören auch Stellenstreichungen. Zuletzt beschäftigte der Konzern knapp 107.646 Mitarbeiter und damit fast 10.000 bzw. acht Prozent weniger als Ende Juni 2020 (117.563).

Bei Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen ereigneten sich am Donnerstag (11. März) gleich zwei Arbeitsunfälle. (Symbolfoto)
Tolle Geschäftszahlen hat Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen verkündet. (Symbolfoto) © Uwe Anspach/dpa

So setzt die BASF den geplanten Stellenabbau auch am Standort Ludwigshafen weiter fort. Die dortigen 38.886 Beschäftigten (Stand: Ende Juni 2021) bedeuten einen Rückgang um 109 Aniliner gegenüber dem Vorjahr. Im Firmensitz in Ludwigshafen waren Ende Juni exakt 34.055 Menschen beschäftigt – ein Minus von 254 Jobs. Zum Standort Ludwigshafen zählt jedoch nicht nur das Stammwerk in der Chemiestadt, sondern auch Gruppengesellschaften wie beispielsweise die BASF Lampertheim GmbH (etwa 850 Mitarbeiter). (dpa/pek)

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