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BASF in Ludwigshafen: Küchen-Revolution – Chemie-Riese entwickelt „tränenlose Zwiebel“

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Von: Marten Kopf

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Ludwigshafen - Man ist ja manchmal überrascht, was es so alles gibt – und was eben noch nicht. Eine Zwiebel, die beim Häuten keine Tränenströme verursacht? Kaum vorstellbar. Bis jetzt zumindest.

Verschiedene Studien hätten bestätigt, dass Verbraucher dieses Produkt roh genauso gerne genießen wie gebacken, gebraten und gekocht, sagt Bilgehan Suer, Projektleiter „Vegetable Seeds“ bei BASF in Ludwigshafen. Ein Satz, wie er einem beim Gedanken an die unzähligen BASF-Produkte nicht unbedingt als Erstes in den Sinn kommt. Wovon Suer da spricht? Von Zwiebeln. Genauer gesagt: Von Zwiebeln, die das Herz aller Kochbegeisterten höher schlagen lassen dürften. Denn mit besagten Zwiebeln soll Schluss sein mit den lästigen Tränen in den Augen.

UnternehmenBASF SE
HauptsitzLudwigshafen am Rhein (Rheinland-Pfalz)
Gründungsjahr1865
Mitarbeiter weltweit110.672 (Stand: Oktober 2021)
Umsatz59,149 Milliarden Euro (2020)

Kein Scherz: Die Gemüsesaatgutsparte von BASF hat eine „tränenlose“ Zwiebelsorte entwickelt, die jetzt in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien auf den Markt kommt. Die neue Zwiebelsorte stelle einen Durchbruch bei den Gemüseinnovationen dar, so jedenfalls preist das Unternehmen die Neuheit an. Es sei die erste tränenlose Zwiebel am Markt, Ergebnis von mehr als drei Jahrzehnten konventioneller Züchtungsarbeit. Und: Während Zwiebeln in der Regel im Laufe der Lagerung schärfer werden, soll diese Sorte angeblich mit der Zeit milder und süßer schmecken. Und die BASF zeichnete neben dem Saatgut unter anderem für Anbauempfehlungen und Qualitätssicherung verantwortlich.

Tränenlose Zwiebel: Ab Februar auch in Deutschland

Pilotverkäufe der neuen Zwiebelsorte starteten schon im Dezember 2021 in Italien und im Januar 2022 in Großbritannien und Frankreich. In Deutschland kommt sie nun ab Februar in die Supermarktregale, wird aber nur an Geschäfte ausgewählter europäischer Supermarktketten ausgeliefert. Die frischen Zwiebeln werden von Handelspartnern unter dem Markennamen „Sunions“ vermarktet. Sollte das Pilotprojekt beim Verbraucher ankommen, soll der Vertrieb in der nächsten Saison ausgeweitet werden. Da kann man nur hoffen, dass sich das Projekt positiv auf die Geschäftszahlen auswirkt: Erst Anfang Januar beschloss der Vorstand ein drei Milliarden Euro schweres Aktienrückkaufprogramm und erweiterte diverse Anlagen an verschiedenen Standorten.

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Die BASF wird am 6. April 1865 ursprünglich als „Badische Anilin- & Soda Fabrik gegründet – und das nicht etwa am heutgen Hauptsitz in Ludwigshafen, sondern im benachbarten Mannheim. Weil dort aber kein geeignetes Areal zur Verfügung steht, wird das neue Werk noch im selben Jahr am gegenüberliegenden Rheinufer gebaut. Heute ist die BASF, gemessen am Umsatz, das größte Chemieunternehmen der Welt. Allein im Hauptwerk in Ludwigshafen arbeiten rund 39.000 Menschen. (mko/PM)

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