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BASF Ludwigshafen: Orange Gift-Wolke über Ludwigshafen – Chemie-Riese erklärt Ursache

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Von: Josefine Lenz, Katja Becher

Ludwigshafen – Eine riesige orangefarbene Gift-Wolke über der BASF sorgte für helle Aufregung in der Region. Jetzt ist die Ursache der Betriebsstörung bekannt:

Update vom 14. Juli, 10:23 Uhr: Die orangefarbene Giftwolke über dem Werksteil Nord der BASF, die erstmals die Bevölkerung am 28. Juni in große Sorge versetzt hat – jetzt ist die Ursache klar. Ein fehlerhaftes Bauteil zur Druckentlastung sei der Grund für den Austritt des Stickoxidgemischs gewesen, wie der Chemie-Riese gegenüber dem Mannheimer Morgen erklärt hat. Dies hätten BASF-Experten in enger Zusammenarbeit mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd als Aufsichtsbehörde herausgefunden. Das fehlerhafte Bauteil werde nun ausgetauscht. Zudem wolle der Konzern turnusgemäße Reparaturarbeiten durchführen, die in den kommenden Wochen und Monaten eh auf der To-Do-Liste stehen. Die betroffene Anlage bleibe deshalb bis Anfang August außer Betrieb und werde dann wieder hochgefahren.

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BASF: Orangefarbene Gift-Wolke über Ludwigshafen – Chemie-Konzern äußert sich

Update vom 29. Juni, 11:53 Uhr: Die BASF informiert die Bevölkerung mit einer zweiten Folgemeldung zum weithin sichtbaren Gas-Austritt im Stammwerk Ludwigshafen am Montagabend. Gegen 20:20 Uhr ist es in einem Betrieb im Werksteil Nord aufgrund einer Betriebsstörung zu einem Austritt nitroser Gase unter Bildung einer weithin sichtbaren braunen Abgasfahne gekommen. Der Austritt konnte vom Betrieb gestoppt werden. Es wurde niemand verletzt.

Inzwischen wurde die Anlage kontrolliert abgefahren. Die Ursachen der gestrigen Betriebsstörung werden derzeit untersucht. Darüber hinaus werden erste Vorbereitungen für die Reparatur der Anlage getroffen. Dabei kann es auch heute und in den kommenden Tagen vereinzelt zum sichtbaren Austritt geringer Mengen nitroser Gase kommen. Eine Gefährdung für Mensch und Umwelt besteht nicht.

BASF: Orangefarbene Gift-Wolke über Ludwigshafen – Das sagt der Chemie-Riese

Update vom 29. Juni, 6:35 Uhr: Im Nachgang der Betriebsstörung am Montagabend (28. Juni) mit nachfolgendem Austritt nitroser Gase haben weitere Messungen der BASF-Umweltmesswagen und der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen weder innerhalb noch außerhalb des Werks erhöhte Messwerte festgestellt. Deshalb geht BASF davon aus, dass zu keiner Zeit Gefährdung für Mensch und Umwelt bestand.

Die Sicherheitseinrichtungen der betroffenen Anlage reagierten wie vorgesehen und die Gase wurden über einen Kamin abgeleitet. Der Austritt konnte innerhalb von etwa 45 Minuten gestoppt werden. Die weithin sichtbare Fahne zog in großer Höhe in nordöstliche Richtung ab und löste sich schnell auf. Bis in die Morgenstunden wird die Anlage kontrolliert abgefahren. Die zuständigen Behörden sind informiert.

NameBASF SE
HauptsitzLudwigshafen am Rhein
Gründungsdatum6. April 1865
Mitarbeiter110.302 (Stand: 2020)
Umsatz59,149 Mrd. Euro (Stand: 2020)

Hintergrund: Nitrose Gase - auch auch Stickstoffoxide (NOx) genannt - sind ein Gemisch aus Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid. Sie sind ein Nebenprodukt, das auch bei jeder Verbrennung oder beispielsweise beim Schweißen am Rand einer Flamme aus dem Sauerstoff und Stickstoff der Luft entsteht. Beide Gase sind für den Menschen giftig. Nitrose Gase sind sogar gefährlicher als etwa Schwefelwasserstoff oder Kohlenmonoxid! Beim Einatmen bilden sich in unseren Schleimhäuten Salpetersäure und salpetrige Säure. Schon geringe Mengen können die oberen Atemwege, Nase und Augen verätzen – oder auch Speiseröhre und Magenschleimhaut angreifen.

BASF: Orangefarbene Wolke über Ludwigshafen – Chemie-Riese nennt Details

Update vom 28. Juni, 22:51 Uhr: Mittlerweile liegt eine offizielle Meldung der BASF zu dem Vorfall vor. Laut einer Sprecherin des Chemie-Riesen in Ludwigshafen sei es gegen 20:20 Uhr in einem Betrieb im Werksteil Nord zu einer Störung gekommen, bei dem es nach einem Auftritt nitroser Gase zu einer „weithin sichtbaren braunen Abgasfahne“ gekommen sei. Der Austritt sei gestoppt worden, verletzt wurde niemand. „Die BASF-Umweltmesswagen waren innerhalb und außerhalb des Werksgeländes unterwegs und stellten keine erhöhten Messwerte fest“, lautet es in der Mitteilung vom Montagabend weiter. Bei Nitrosen Gasen handelt es sich um Stickoxide, die beim direkten Einatmen giftig sind.

BASF: Orangefarbene Wolke über Ludwigshafen – Feuerwehr nennt erste Details

Update vom 28. Juni, 21:55 Uhr: Wie die Feuerwehr der Stadt Mannheim mitteilt, seien tatsächlich nitrose Gase aus eine Kamin der BASF in Ludwigshafen ausgetreten. Die deutlich sichtbare orangene Wolke sei in einer Höhe von etwa 300 Meter zu sehen gewesen und in über die nördliche Mannheimer Stadtgrenze in Richtung Lampertheim gezogen. „Messungen konnten aufgrund der Höhenlage der Gase in der Luft, nicht durchgeführt werden“, heißt es in der Einsatzmeldung vom Montagabend. Eine Gefahr für die Bevölkerung hätte jedoch zu keinem Zeitpunkt bestanden. Der weitere Austritt des Gases wurde durch die Feuerwehr verhindert.

Update vom 28. Juni, 21:45 Uhr: Von der orangenen Wolke über Ludwigshafen ist mittlerweile nichts mehr zu sehen. Wie die Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar berichten, sind jedoch noch zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz. Einen offizielle Ursache für die ungewöhnliche Wolke, die sich vermutlich über der BASF entwickelt hat, gibt es weiterhin nicht. Der Chemie-Riese hat sich noch nicht dazu geäußert.

BASF: Riesige orange Wolke über Ludwigshafen – Fotos verbreiten sich im Netz

Erstmeldung vom 28. Juni, 21:10 Uhr: Woher stammt die riesige orange Wolke über der Region – und ist sie gefährlich? Am Montagabend (28. Juni) erhält diese Redaktion etliche besorgte Anfragen und Bilder, die den Himmel über Ludwigshafen zeigen. Auch in den Sozialen Netzwerken machen Fotos einer großen, grell orangenen Wolke die Runde, die offenbar über der BASF in den Himmel steigt.

BASF: Rätsel um orangefarbene Wolke über Ludwigshafen – Gas-Austritt in Chemiewerk?

Die zuständige Polizeibehörde kann noch nicht erklären, um was es sich bei der Wolke handelt. Die Facebook-Seite „Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar“ stellt derweil bereits Vermutungen in den Raum. „Nach ersten Erkenntnissen, handelt es sich dabei um nitrose Gase“, heißt es in einem Post. Dies ist jedoch noch nicht bestätigt. Wie viele Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei derzeit vor Ort sind, ist ebenfalls unklar. Eine offizielle Warnung von Anwohnern über die Warn-Apps KATWARN und NINA gibt es bisher noch nicht. (jol/kab)

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