1. Ludwigshafen24
  2. Ludwigshafen

Ludwigshafen: BASF-Boss warnt vor schwerster Wirtschaftskrise seit Zweitem Weltkrieg

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Marten Kopf

Kommentare

Ludwigshafen - Der Chef des Chemie-Riesen BASF warnt vor den wirtschaftlichen Folgen eines Russland-Embargos: Das könne „die schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen“.

BASF-Chef Dr. Martin Brudermüller warnt für den Fall eines Importstopps oder längerfristigen Ausfalls von Gas- und Öllieferungen aus Russland vor beispiellosen wirtschaftlichen Schäden für Deutschland. „Das könnte die deutsche Volkswirtschaft in ihre schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs bringen“, mahnt Brudermüller gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. 

UnternehmenBASF SE
HauptsitzLudwigshafen am Rhein
Gründungsjahr1865
Mitarbeiter111.047 (Stand: 31. Dezember 2021)
Jahresumsatz78,6 Milliarden Euro (2021)

BASF-Chef Brudermüller: „Unsere gesamte Volkswirtschaft zerstören?“

Vor allem für viele kleine und mittelständische Unternehmen wäre dies aus seiner Sicht existenzbedrohend. Forderungen nach einem europäischen Energie-Importboykott gegen Russland weist Brudermüller zurück: „Wollen wir sehenden Auges unsere gesamte Volkswirtschaft zerstören? Das, was wir über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben? Ich glaube, ein solches Experiment wäre unverantwortlich“.

Die Risiken eines Boykotts würden von vielen Bürgern in Deutschland unterschätzt. Ein vollständiger Verzicht auf russische Erdgaseinfuhren sei in Deutschland erst mittelfristig möglich. „Wenn wir uns beeilen, dann können wir das in vier bis fünf Jahren hinbekommen“, so der BASF-Chef. Andere Energieimporte, etwa von Flüssiggas aus den USA, könnten „nicht auf Knopfdruck“ erhöht werden.

BASF in Ludwigshafen: Versorgung mit täglichen Gütern

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Focus“ erklärt Brudermüller, über Subventionen oder Finanzhilfen könne man die Folgen eines Gasmangels nicht abfangen, solch hohe Summen könne der Staat gar nicht leisten: „Die Dimensionen, über die wir hier reden, sind noch viel größer als bei Ausbruch der Corona-Pandemie.“ Er fürchte auch Einschnitte bei der Produktion – auch im größten Werk am Hauptsitz.

Übrigens: Unser LUDWIGSHAFEN24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

„Ab einem gewissen Punkt, können Sie einen Standort wie Ludwigshafen nicht mehr betreiben.“ Das träfe nicht nur 40.000 Mitarbeiter. „Wir stellen Produkte her, die am Anfang der Wertschöpfungskette stehen“, sagt Brudermüller. „Da hängt am Ende die Versorgung mit täglichen Gütern von Lebensmitteln bis hin zu Medikamenten dran.“ (mko/dpa)

Auch interessant

Kommentare