Über 240 Millionen Euro!

Wegen Unkrautvernichter: BASF muss Millionenstrafe an US-Bauer zahlen

Ludwigshafen – BASF und Bayer müssen Millionenstrafe zahlen wegen Unkrautvernichter Dicamba. Gegen das Urteil aus den USA wollen die Konzerne Berufung einlegen.

  • Chemie-Unternehmen BASF und Bayer zu millionenschweren Strafen verurteilt.
  • Geklagt hat ein Pfirsichbauer namens Bill Bader aus den USA, wegen des Unkrautvernichters Dicamba.
  • BASF und Bayer wollen gegen Urteil in Berufung gehen.

Herbe Klatsche für die beiden Chemie-Giganten BASF und Bayer. Eine Jury in den USA hat die beiden Konzerne am Samstag (15. Februar) zu einem millionenschweren Schadenersatz verurteilt. Grund dafür ist ein Rechtsstreit, der wegen des Unkrautvernichters Dicamba ausgetragen worden ist. Geklagt hat ein Pfirsichbauer aus den USA namens Bill Bader. Die Jury hat es als erwiesen angesehen, dass Bader durch das Mittel Ernteverluste erlitten hat, weil Teile des Unkrautvernichters auf seine Plantagen geweht worden sind. Den Schaden sieht der US-Bauer bei etwa 21 Millionen Dollar

Ludwigshafen: BASF muss Millionenstrafe zahlen

Durch den verlorenen Rechtsstreit kommen auf die beiden Chemie-Konzerne BASF und Bayer große Strafen zu. Zusammen müssen beide rund 265 Millionen Dollar an den Bauern Bill Bader aus Missouri bezahlen – das sind rund 245 Millionen Euro! Die gewaltige Summe setzte sich zusammen aus 15 Millionen Dollar Schadensersatz und 250 Millionen Dollar Strafschadenersatz. 

Ende 2019 konnte die BASF hingegen positive finanzielle Nachrichten Verkünden. Für über 3 Milliarden Euro wurde die Sparte Bauchemie an einen US-Investor verkauft. Im Vorfeld wurden allerdings auch Stellenstreichungen bekannt gegeben. 

Ludwigshafen: BASF will nach US-Urteil in Berufung gehen

Nach dem Urteil aus den USA, bei dem es sich um das erste in einer Reihe laufender Verfahren handelt, kündigen die Konzerne BASF und Bayer Rechtsmittel an: „Wir sind überrascht und enttäuscht von der Entscheidung der Jury und planen in Berufung zu gehen“, sagt ein Sprecher der BASF. Die Anwälte beider Firmen behaupten, dass die Pfirsich-Felder bereits vor 2015 gelitten hätten. Schuld daran seien die Wetterbedingungen wie Hagel und Frost. 

Gerade für das Unternehmen Bayer aus Leverkusen ist das Urteil erst der Beginn. Denn der Chemie-Gigant hatte im Jahr 2018 das US-Unternehmen Monsanto gekauft, welches den Unkrautvernichter Dicamba entwickelt. Zudem steht Bayer wegen angeblicher Krebsrisiken des Mittels Glyphosat tausenden Klagen aus den USA gegenüber. Die BASF hingegen nutzt ein eigenes Produkt, dass auf Dicamba basiert. 

dpa/dh

Rubriklistenbild: © picture alliance / Uwe Anspach/dpa

Kommentare