Azubis und Hochschul-Absolventen

Studie: Darauf achten Personaler im Lebenslauf wirklich

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Worauf kommt es Personalern im Lebenslauf an?

Der Lebenslauf ist meist das erste, was Personaler bei einer Bewerbung lesen. Worauf es ihnen dabei wirklich ankommt, zeigt eine Studie.

Sind die Noten entscheidend? Oder doch die Englisch-Kenntnisse? Welche Faktoren für Personaler im Lebenslauf entscheidend sind, hat eine Studie des Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung herausgefunden.

Dabei ging es den Forschern vor allem darum, welche Fähigkeiten für Personalleiter besonders relevant sind. Um das herauszufinden, legte das Institut für die Studie 579 deutschen Personalleitern verschiedene Lebensläufe von fiktiven Bewerbern vor. 

Die HR-Experten mussten jeweils zwischen zwei Bewerbern wählen. Diese bestanden entweder aus Lehrstellen-Bewerbern, etwa 16 Jahre alt, oder aus Hochschulabsolventen mit Bachelor-Abschluss im Fach BWL, die den Berufseinstieg anstrebten. 

"Wir haben auf diesen Lebensläufen eigentlich typische Merkmale angegeben, wie man sie so in der Realität auch sieht, etwa Schulabschlussnoten, Hochschulabschlussnoten, Informationen über Fremdsprachenkenntnisse, über IT-Kompetenzen, über Praktika", erklärt Studinleiter Marc Piopiunik. Mögliche Diskriminierung durch Aussehen oder Herkunft wurden von vornherein ausgeschlossen, in dem die Lebensläufe ohne Bewerbungsfoto vorgelegt wurden. Außerdem erhielten alle fiktiven "Bewerber" einen typisch deutschen Namen, etwa Sabine Müller.

Ergebnis: Gute Noten und soziales Engagement sind wichtig

Das Ergebnis der Studie: Den Personalleitern sind vor allem drei Fähigkeiten relevant:

  • kognitive Fähigkeiten, wie die Schulabschlussnote bzw. die Hochschulabschlussnote oder EDV-Kenntnisse,
  • soziale Fähigkeiten, etwa ein soziales Ehrenamt
  • sowie Reife, etwa ein höheres Alter bei Realschulabsolventen.

Unterschiede zwischen Realschul-Absolventen und Hochschul-Absolventen

Gute Noten spielen sowohl bei angehenden Azubis wie auch bei Berufseinsteigern nach der Uni die größte Rolle. Bei den Lehrstellenbewerbern sind die EDV-Kenntnisse jedoch wichtiger als bei den Hochschulabsolventen. "Unsere Interpretation ist, dass EDV-Kenntnisse von den Personalleitern bei Hochschulabsolventen erwartet werden, und deswegen ist es selbstverständlich, dass Hochschulabsolventen diese mitbringen", so der Studienleiter. "Aber bei Lehrstellenbewerbern, die in unserem Fall nur eine Mittlere Reife gemacht haben, ist es eben nicht so selbstverständlich, dass man gute EDV-Kenntnisse mitbringt." Genauso verhält es sich auch mit den Englisch-Kenntnissen

Bei weiblichen Bewerbern sollen gute EDV-Kenntnisse generell wichtiger sein als bei Männern - wohl weil sie bei Männern eher vorausgesetzt werden.

Bei den angehenden Azubis spielte jedoch vor allem bei Männern das Alter eine Rolle, was die Forscher sich wie folgt erklären: "Das interpretieren wir als ein Signal von Reife, was insbesondere bei sehr jungen Bewerbern, die ungefähr 16 Jahre alt sind und sich auf eine Lehrstelle bewerben, besonders wichtig sein kann."

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Video: Schummeln beim Lebenslauf

Größe des Unternehmens spielt eine Rolle

Interessanterweise spielt es für die Gewichtung der Fähigkeiten eine große Rolle, bei welchen Unternehmen die Personalleiter angestellt sind: HR-Mitarbeiter großer Unternehmen setzen bei Universitäts-Absolventen vor allem auf gute Abschluss-Noten. "Unsere Interpretation ist, dass es daran liegen könnte, dass die großen Unternehmen eher einen standardisierten Bewerbungsprozess durchführen als kleinere Unternehmen, die dann vielleicht eher doch auf andere Dinge mehr Wert legen", so die Forscher.

Dafür legen wiederum ältere Personalleiter oder solche, die selbst Geschäftsführer sind, weniger Wert auf die Realabschluss-Note. Das mag vielleicht daran liegen, dass deren jahrelange Erfahrung gezeigt hat, das andere Kenntnisse wichtiger sind.

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Hobbys nicht entscheidend

Hobbys spielten bei der Auswahl der Bewerber dagegen keine Rolle. Wer jedoch Mannschaftssport wie Fußball betreibt, kann im Vergleich zu Einzelsportarten durchaus punkten.

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Von Andrea Stettner

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