Nach dem Vorstellungsgespräch

Chefin lehnt Bewerber ab, die eine kleine Sache vergessen haben - und wird dafür gehasst

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Eine Managerin bei Business Insider hat eine goldene Regel bei Bewerbungen. Dafür wird sie im Internet angefeindet.

Dieser Post einer Managerin ging viral: Auf Twitter verriet sie ihre goldene Regel für Bewerber - und geriet dafür ins Kreuzfeuer der Kritik.

Jessica Liebman ist Chefredakteurin des Karriere-Portals Business Insider und Insider Inc. in New York. Als solche stellt sie auch Bewerber ein. Doch als sie im Internet verrät, wie sie dabei vorgeht, erntet sie dafür einen herben Shitstorm.

Chefin: "Wenn jemand keine Dankeschön-E-Mail schreibt, stell ich ihn nicht ein."

Zunächst fing alles ganz harmlos an. Die Managerin postete den Link zu ihrer Kolumne auf Twitter und schreibt dazu: "Hey, ich habe etwas geschrieben! ... Schon seit zehn Jahren stelle ich Leute ein und ich schwöre immer noch auf eine einfache Regel: Wenn jemand keine Dankeschön-E-Mail schreibt, stell ihn nicht ein."

Ihrer Meinung nach sei die Dankes-Mail ein Zeichen dafür, wie motiviert, fleißig, organisiert und einfallsreich dieser Bewerber sei. Besonders dann, wenn derjenige auch noch die E-Mail-Adresse seines Gesprächspartners recherchieren musste. Außerdem zeuge dieses Verhalten von besonderem Anstand. Wer dies versäumt, der kommt für sie auch nicht als Mitarbeiter in Frage.

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Managerin erntet für simple Bewerbungsregel herbe Kritik

Nach diesen harten Worten prasselte eine Welle der Empörung auf sie hernieder. Ein Twitter-User schrieb etwa: "Ich sende Dankes-Mails, um dem Gesprächspartner für seine Zeit zu danken, aber wenn Sie dieses Verhalten voraussetzen, verwandeln Sie diesen Akt der Höflichkeit in eine lächerliche Forderung." Andere kritisieren, dass eine Dankesmail nichts mit den Fähigkeiten eines Bewerber zu tun hätte - und diese somit diskriminiert würden.

Darum will Liebman keine Bewerber einstellen, die sich nicht bedanken

Doch Liebman leitete ihre Regel aus gutem Grund ab: "Wie sich jemand in einem Bewerbunsgsgespräch gibt, muss nicht gleichbedeutend mit seiner Leistung im Job sein", schreibt sie in der umstrittenen Kolumne. Aber zumindest würde man so ein bisschen mehr Aufschluss über den Bewerber erhalten. "Natürlich wird uns auch eine Danksagung keine Garantie dafür liefern, dass der Bewerber die Person der Wahl ist"; schließt sie ihren Artikel, "aber die E-Mail als Eintrittskarte zum nächsten Schritt des Bewerbungsprozesses zu machen, hat sich zumindest in meinem Unternehmen als vorteilhaft erwiesen."

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