Leere Phrasen, sinnloser Smalltalk, unnütze Seminare

Ist Ihr Chef auch so inkompetent? So ticken Manager wirklich

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Der Ex-Manager Ralf Lisch rechnet mit seiner ehemaligen Branche ab - und das auf sehr amüsante und zynische Art und Weise.

Manche Mitarbeiter fürchten sich vor Ihren Arbeitgebern – zu Unrecht, findet der Soziologe Ralf Lisch. Die kochen nämlich auch nur mit Wasser.

Nichts als heiße Luft – so könnte man Ralf Lischs Meinung über Top-Manager zusammenfassen. Zumindest behauptet der Ex-Manager und Soziologe das in seinem Buch "Inkompetenzkompensationskompetenz".

Darin erzählt er in zehn humorvollen Geschichten das teils unsinnige Verhalten von Chefs: Leere Phrasen, stundenlange Konversationen, unsinnige Seminare – die Welt des internationalen Management bekommt darin ihr Fett weg.

Respekt vor Topmanagern macht keinen Sinn - Grund: Sie sind oftmals zu inkompetent

Wer seiner Meinung nach zu viel Respekt vor Topmanagern hat, der könnte einer Mogelpackung auf den Leim gehen. Seine These: Topmanager k ompensieren mit viel Gelaber nur ihre eigene Unkenntnis und Unwissenheit.

Genauer gesagt, "dass in einer Hierarchie jeder Beschäftigte dazu tendiert, bis zur Stufe der eigenen Unfähigkeit aufzusteigen. Und dorthin gelangt – und überlebt – nur, wer die diskreten Regeln des Managements beherrscht und die Kompetenz besitzt, die eigene Inkompetenz und die der Kollegen systemkonform zu kompensieren".

Die Geschichten und Personen in Lischs Buch seien zwar alle erfunden, doch wären gängiger Alltag in Unternehmen.

1. Fragwürdige Managementtrainings, in denen Führungskräfte ein sinnloses Geschwafel-Seminar nach dem anderen besuchen und am Ende ihre "Fokussierung" verlieren, zu deutsch also: Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

2. Krisenmanagement mit Krisenpotenzial: Wenn ein Unternehmen nur noch Verluste macht, dann wird nicht an den roten Zahlen gearbeitet, sondern nur an der Einstellung der Mitarbeiter. Heißt: Im Falle einer "Reorganisation" wird den Arbeitnehmern mehr Verantwortung zugesprochen – weil das besser klingt. Fakt ist allerdings: Es werden für viel Geld nur abstrakte Konzepte erstellt – und die Mitarbeiter müssen sich daran gefälligst halten.

3. Der einsame Einzelkämpfer schafft es sogar in die oberste Führungsinstanz, anstatt wegen seiner mangelnden Sozialkompetenz gefeuert zu werden. Obwohl ihn keiner mag, findet niemand die richtigen "offenen Worte", um ihm mal so richtig die Meinung zu geigen. Stattdessen wird hintenrum gelästert und vornerum eine inhaltsleere Rede auf seine Person gehalten.

4. Sinnloser Smalltalk ist im internationalen Management so essentiell wichtig, wie die Luft zum Atmen. Besonders bei "Vielfliegern", die auf ihrer Reise gerne mal mit ihrer Diamond Card vor anderen Kollegen prahlen. Hier können sich Manager gegenseitig übertrumpfen und vor allem: den Status klären und ihr Ego streicheln.

5. Zu Ehren der ehemaligen Manager muss selbstverständlich jedes Jahr ein Fest gefeiert werden. Doch das ist nicht so einfach, schließlich muss sich für diesen Anlass zuerst einmal ein treffender Name finden. Daher treffen sich die Manager zu einem knallharten Brainstorming – natürlich ohne Krawatte und Jackett, das befreit schließlich. Anschließend prahlt man auf dem Unternehmensevent mit seiner kreativen Schaffenskraft.

Das Buch von Ralf Lisch "Imkompetenz-Kompensations-Kompetenz" ist am 4. Oktober 2016 im Solibro Verlag erschienen und kostet als Taschenbuch 16,80 Euro.

Von Jasmin Pospiech

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