Justiz zieht Bilanz

Personalmangel bei Heidelberger Staatsanwaltschaft!

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Heidelberg – Die Staatsanwaltschaft Heidelberg zieht Bilanz für das Jahr 2014. Das Problem: Trotz einer gestiegenen Zahl an Verfahren ist die Personalsituation angespannt.

Angespannte Situation bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg. Der stellvertretende Amtsleiter Dr. Michael Krauß zog am Mittwoch Bilanz für das vergangene Jahr und monierte die wachsende Arbeitsbelastung bei den Staatsanwälten.

Die Besetzungsquote der Anklagebehörde liege derzeit bei 79 Prozent und damit acht Prozent unter dem Durchschnitt aller Staatsanwaltschaften in Baden. Derzeit arbeiteten 21 Staatsanwälte bei der Heidelberger Staatsanwaltschaft – einer weniger als im Vorjahr. 

Krauß beklagte die „Mängelverwaltung“ und lobte gleichzeitig die Mitarbeiter, deren „Leistungsbereitschaft es zu verdanken ist, dass wir den Laden noch im Griff haben“. Angesichts von sieben Prozent mehr Verfahren im Vergleich zu 2013 müsste jeder Mitarbeiter mehr arbeiten, um die fehlenden sechseinhalb Stellen zu kompensieren: „Wir wollen nicht jammern, es ist ein allgemeines Phänomen, aber darauf hinweisen möchte ich schon.

Die Folgen? Es kann sein, dass ein Verfahren mal nicht so intensiv betrieben wird, wie es betrieben werden sollte, sagte Krauß.

Neuer Chef der Staatsanwaltschaft am Freitag

Die Stelle des Amtsleiters, die nach dem Wechsel von Andreas Schwarzer nach Mannheim seit November 2014 vakant war, wird indes neu besetzt. Laut Agenturmeldungen wird der bisherige Präsident des Landgerichts Mosbach, Romeo Schüssler, am Freitag als neuer Chef der Heidelberger Staatsanwaltschaft bekannt gegeben.

Zunahme bei Eigentums- und Vermögenskriminalität

Bei den Verfahren gegen bekannte Täter verzeichnete die Staatsanwaltschaft Heidelberg eine Zunahme von Verfahren in mehreren Kriminalitätsfeldern. So stieg die Zahl der Anklagen bei  Eigentumsdelikten (Diebstahl oder Unterschlagung) oder Vermögensstraftaten (Betrug oder Untreue) um 15 Prozent. Zudem wurden mit 2.158 Betäubungsmittelstraftaten 14 Prozent mehr zur Anklage gebracht als 2013.

Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer für ein Verfahren lag bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg im Jahr 2014 bei 31,55 Tagen.

Die brisantesten Fälle 2014

- Einbruchserie: Eine Bande aus Georgien stammender Asylbewerber soll im Zeitraum von Ende Juli bis Ende November 2014 in Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen, dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Kraichgau 48 Wohnungseinbrüche begangen haben, wobei ein Schaden von 500.000 Euro entstanden ist. Bei der Durchsuchung einer Wohnung der Beschuldigten in Ludwigshafen wurden diverse Schmuckstücke, Armbänder und eine Kameraausrüstung sichergestellt sowie sieben Bandenmitglieder festgenommen. Die Ermittlungen dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch an.

- Sexueller Missbrauch: Der langjährige Leiter einer christlichen Pfadfindergruppe im Rhein-Neckar-Kreis wurde beschuldigt, Jungen im Alter zwischen elf und 13 Jahren in sexueller Absicht im Intimbereich berührt zu haben. Im Verfahren gab der Mann an, die Taten im Zustand des Schlafwandelns begangen zu haben. Dieser Erklärung folgte die Kammer nach zwei psychologischen Gutachten nicht und verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung.

- Einbruch und Flucht: Ende Januar 2014 brachen mindestens zwei Täter in Sinsheim in ein Einfamilienhaus ein, während die vierköpfige Familie im Haus war. Die Täter entwendeten zahlreiche Gegenstände und einen 5er BMW. Der Wagen konnte von der Polizei kurz nach der auf einem Parkplatz in Stuttgart geortet werden. Beim Einsatz eines mobilen Einsatzkommandos widersetzte sich der Fahrer der Festnahme und verletzte bei seiner Flucht einen Fußgänger schwer. Während der Fahrer entkommen konnte, wurde der Beifahrer und Mittäter festgenommen. Das Gericht verurteilte den Mann wegen Wohnungseinbruchs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung.

dpa/rmx

Quelle: Heidelberg24

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