Von der Nachbarstadt gelernt 

Uniklinik Heidelberg will keinen Hygieneskandal

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Sterilgutversorgungsabteilung im Universitätsklinikum Heidelberg. 

Heidelberg/Mannheim - Noch immer belastet der Hygieneskandal das Mannheimer Uniklinikum. Die Klinik Heidelberg hat aus den Fehlern des Nachbarn gelernt. Die Konsequenzen:

Sie sehen ein bisschen aus wie Spülmaschinen. Doch hier wird kein Geschirr wie Teller und Tassen saubergemacht, sondern Operationsbesteck wie Zangen, Scheren und Pinzetten. 

Bei Temperaturen um die 94 Grad Celsius umspült das Wasser die Instrumente. „Ab 93 Grad wird desinfiziert“, erklärt Rainer Zinser vom Uniklinikum Heidelberg, Vizechef der Zentralen Sterilgutversorgungsabteilung.

Neben den Reinigungsgeräten müssen aber auf die Qualifikationen der Mitarbeiter stimmen: „Es gibt leider in Deutschland keine Ausbildung für das, was wir hier machen“, sagt Zinser. „Es gibt nur Fortbildungen.“ In seiner Heidelberger Abteilung arbeiteten vor allem Arzthelfer, aber auch Quereinsteiger. Jeder müsse genau wissen, was er hier tue. Schläuche etwa müssten für die Desinfektion aufgesteckt werden. „Wenn man die einfach nur hinlegen würde, wäre es nur eine äußere Reinigung.

Seit des Hygieneskandals im Mannheimer Uniklinikum ist man auch in Heidelberg noch aufmerksamer geworden.

Janine Klyk ist eine von Zinsers Mitarbeiterinnen am Uniklinikum Heidelberg. Sie verfolgt den Hygieneskandal in Mannheim aufmerksam. „Natürlich kriegt man das mit und macht sich auch Gedanken“, sagt die gelernte Arzthelferin. „Wenn man nicht richtig eingewiesen wird, kann schon viel passieren.“ Zum Beispiel könnte jemand die Instrumente falsch zerlegen, so dass sie in der Reinigungsmaschine nicht ordentlich desinfiziert würden. „Wenn man sich an das Einarbeitungsprotokoll hält, sollte sowas aber nicht passieren.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hatte dem Uniklinikum Mannheim auf die Finger geschaut und eine Reihe von Hygienemängeln festgestellt: Neben der allgemeinen Reinlichkeit des Operationsbestecks, fehlte es auch an Qualifikationsnachweisen für die Reinigungskräfte. 

Der Skandal hatte auch für Heidelberg Konsequenzen. Schließlich wurden einige Operationen aus der Nachbarstadt in die Heidelberger Klinik verlegt. Die Mannheimer haben die Zahl ihrer Operationen seit Oktober drastisch heruntergefahren, es kamen zeitweise nur noch Notfälle dran. 

Nach wie vor müssen einige Eingriffe, wie beispielsweise Darmspiegelungen noch mindestens bis in die zweite Februarhälfte auf Eis gelegt werden. 

>>> Alles zum Hygieneskandal in Mannheimer Uniklinik

dpa/mk

Quelle: Heidelberg24

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