Prüfungskommission legt Ergebnisse vor

Manipulation von Patientendaten in fünf Kliniken 

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Gleich in fünf Krankenhäusern wurden systematisch Patientendaten manipuliert.

Heidelberg/Berlin – Im Transplantationsskandal werden immer neue Details bekannt. Die Prüfungskommission legt ihre Ergebnisse vor und es werden Konsequenzen gezogen: 

Der Jahresbericht 2014/15 der Prüfungs-und der Überwachungskomission zeigt, dass zwischen 2010 und 2012 an deutschen Transplantationszentren systematisch Patientendaten manipuliert wurden, damit die Patienten schneller an Spenderorgane kommen.

Dazu wurden den Patienten unter anderem Medikamente verabreicht, um sie kränker erscheinen zu lassen, als sie sind.  

Das geht aus dem Jahresbericht 2014/2015 der Prüfungskommission und der Überwachungskommission für Transplantationen hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. 

Betroffen seien Krankenhäuser in München, Berlin, Heidelberg, Jena und Köln.

An den Universitätskliniken Heidelberg, Jena und Köln-Lindenthal seien in der Prüfperiode „systematische Richtlinienverstöße und Manipulationen“ festgestellt worden.

Die Motivation der Ärzte

Nach den Worten der Vorsitzenden der Prüfungskommission, Anne-Gret Rinder, waren finanzielle Vorteile der Ärzte in keinem der Fälle die Motivation zur Manipulation.

Auch gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass privat versicherte Patienten bevorzugt behandelt wurden. Die Ärzte könnten möglicherweise die Absicht verfolgt haben, die Zahl der Transplantationen in ihrer Klinik zu steigern und damit deren Bedeutung zu erhöhen, erklärte sie. Oder sie wollten einfach ihre Patienten retten.

Hirntod als Voraussetzung für Spende

Bei der Feststellung des Hirntodes als Voraussetzung für eine Spende seien nach bisherigen Kenntnissen keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen.

Konsequenzen

Seither werden die Transplantationszentren schärfer kontrolliert. Träger von Überwachungskommission und Prüfungskommission sind die Bundesärztekammer, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Ärzteschaft ist intensiv bemüht, den Vertrauensverlust wieder wettzumachen.

Staatliche Kontrolle?

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz will die Kontrolle des Transplantationssystems in staatliche Hände legen. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur, Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) müsse diese Aufgabe dem staatlichen Robert-Koch-Institut (RKI) übertragen.

Verunsicherung bei den Ärzten

Die Mitglieder der Kommissionen gehen davon aus, dass mit den schärferen Kontrollen die Manipulationen zurückgingen. Im Gegenteil stelle man heute fest, dass Ärzte verunsichert seien und eher mal nachfragten, wie sie sich im Einzelfall verhalten sollten, hieß es.

>>>Heidelberger Uniklinik gibt Manipulationen zu!

>>> Herztransplantationen: Uniklinik Heidelberg hat manipuliert

Quelle: Heidelberg24

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