Traurige Nachricht

Nach Weihnachtsmarkt-Absage: Nächste Winter-Attraktion fällt aus

Heidelberg - Der Weihnachtsmarkt in der Altstadt wurde abgesagt. Jetzt stellt sich heraus, dass es 2020 auch keine Eisbahn auf dem Karlsplatz geben wird. Der aktuelle Stand:

Update vom 21. Oktober: Der Weihnachtsmarkt ist abgesagt, der Schock sitzt nicht nur bei den Schaustellern tief, die finanziell auf das Vorweihnachtsgeschäft angewiesen sind. Auf Anfrage von HEIDELBERG24 teilt Weihnachtsmarkt-Veranstalter Heidelberg Marketing mit, dass auch die Eisbahn auf dem Karlsplatz 2020 nicht aufgebaut wird. Das lohne sich für den Betreiber der Eisbahn unter Corona-Bedingungen nicht, erklärt Heidelberg Marketing-Geschäftsführer Mathias Schiemer.

Die von der Krise gebeutelten „Heidelberger Schausteller“ will Schiemer nach Möglichkeit unterstützen und ihnen „alternative Standorte im Stadtgebiet“ anbieten, wenn Corona-Verordnungen und Allgemeinverfügungen das zulassen. Als mögliche Standorte gelten neben dem Bismarckplatz und dem Anatomiegarten auch der Kornmarkt und der Marktplatz auf. Auch der Karlsplatz sei durch den Wegfall der Eisbahn denkbar. Vorstellbar wäre für Schiemer, dass 30 oder 40 Schausteller „aus Heidelberg und dem engsten Umkreis rotierend“ ihre Stände aufstellen würden.

Auch die Eisbahn auf dem Karlsplatz wird es 2020 wegen Corona nicht geben (Archivfoto).

Dabei würde es sich um Essens- und Getränkebuden sowie ein Karussell oder eine Eisenbahn für die Kinder handeln. Zunächst müsse man aber die Entwicklung der kommenden zwei Wochen abwarten. „So lange sind alle Pläne und Ideen ‚on hold‘‘, sagt Schiemer. Momentan ist der Verzehr von Essen und Getränken auf öffentlichen Plätzen in der Altstadt ohnehin nicht erlaubt.

Doch noch ein Fünkchen Hoffnung auf Weihnachtsmarkt in Heidelberg?

Es wäre traurig, wenn die Schausteller weg wären“, findet Schiemer. Schließlich zählen sie seit dem Mittelalter zur Stadtkultur. Ohnehin müsse den Menschen bewusst sein, dass bei Schaustellern momentan die Existenz ganzer Familien bedroht sei. Deshalb entsetzt den Heidelberg Marketing-Chef auch, dass zuletzt mehrere Schausteller-Buden in der Altstadt und an der Theodor-Heuss-Brücke aufgebrochen und deren Inventar zerstört wurde.

Ganz aufgegeben hat der Veranstalter die Hoffnung auf einen Weihnachtsmarkt indes noch nicht. Zumindest hat Heidelberg Marketing Glühweintassen mit der aktuellen Jahreszahl bedrucken lassen: „Ein bisschen pokern muss man“, findet Schiemer. Falls Infektionszahlen und Corona-Verordnungen es doch noch zulassen sollten, stünde sein Team bereit, den Weihnachtsmarkt umgehend auf die Beine zu stellen. Wenn nicht, würde man die Tassen an Privatleute verkaufen. So könnte man mit „5 bis 10 Euro“ lokalen Schausteller zumindest ein wenig helfen.

Und die Weihnachtsmärkte in den Stadtteilen? Man schaue, ob man die Stadtteilvereine unterstützen könne, sagt Schiemer. Oft kümmern sich in den Vereinen nur wenige Personen um die Durchführung der Veranstaltung. Derzeit ist aber noch unklar, ob die kleinere Weihnachtsmärkte in den Heidelberger Stadtteilen überhaupt stattfinden dürfen. Das Ordnungsamt prüfe den Sachverhalt, erklärt ein Stadtsprecher.

Heidelberger Weihnachtsmarkt 2020: ABSAGE – „Keine andere Wahl“

Update vom 16. Oktober: Wochenlang haben Stadt, Bürger und Händler gebangt und gehofft – doch nun die bittere Nachricht: Der Heidelberger Weihnachtsmarkt 2020 findet NICHT statt. Aufgrund der ansteigenden Corona-Zahlen kann die traditionelle Veranstaltung nicht stattfinden. Das teilen die Stadt Heidelberg und Heidelberg Marketing am Freitagnachmittag mit.

In einer Pressemitteilung heißt es von Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner: „Wir müssen den Heidelberger Weihnachtsmarkt für dieses Jahr leider schweren Herzens absagen. Wir hätten ihn trotz Coronavirus gerne möglich gemacht – für die vielen Bürgerinnen und Bürger, die den Weihnachtsmarkt lieben, die Schausteller und Budenbetreiber, die dringend auf Einnahmen angewiesen sind sowie auch den Einzelhandel, die Hotellerie und Gastronomie. Die aktuelle Entwicklung mit stark ansteigenden Infektionszahlen und den daraus resultierenden, notwendigen Einschränkungen bei Veranstaltungen lässt dies aber nicht zu. Dazu kommt, dass fast alle größeren Märkte im Umland bereits abgesagt wurden. Das würde einen noch größeren Besucherandrang bei uns ergeben. Da kann niemand mehr den notwendigen Mindestabstand einhalten.

Auch Mathias Schiemer, Geschäftsführer von Heidelberg Marketing, sagt: „Wir hätten unser Sicherheits- und Hygienekonzept dann nicht mehr mit der notwendigen Verlässlichkeit umsetzen können. Es blieb uns keine andere Wahl, als den Weihnachtsmarkt 2020 abzusagen. Wir wissen, dass dies insbesondere Heidelberger Schausteller hart trifft. Wir schauen daher aktuell, ob wir ihnen in der Vorweihnachtszeit alternativ einzelne Standorte im Stadtgebiet als Standfläche anbieten können. Oberstes Ziel ist natürlich, dass keine zu großen Gruppen entstehen und wir dem Infektionsgeschehen sowie den Regelungen der Landes- und Bundesregierung entsprechend handeln.“

Heidelberg hat seit Mittwoch (14. Oktober) bei der Sieben-Tage-Inzidenz die Vorwarnstufe von mehr als 35 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten.

Heidelberg: Weihnachtsmarkt sollte stattfinden – unter diesen Bedingungen

Update vom 6. Oktober: Stadt und Heidelberg Marketing wollen den Weihnachtsmarkt 2020 an mehreren Orten durchführen, wenn Infektionszahlen und die Corona-Verordnung des Landes das zulassen. Dazu hat Veranstalter Heidelberg Marketing ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept erarbeitet, das regelmäßig mit der Verwaltung und dem Gesundheitsamt abgestimmt wird. Der Weihnachtsmarkt soll wie geplant vom 23. November bis 22. Dezember laufen.

Der Weihnachtsmarkt ist für viele Menschen, insbesondere auch Familien mit Kindern, ein Höhepunkt zum Jahresende“, sagt Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner. Diesen wolle man auch 2020 ermöglichen, wenn auch nicht in gewohnter Form. Nach aktuellem Stand lassen Infektionszahlen und Corona-Verordnung des Landes die Durchführung zu, so der OB. Maßgeblich sei die Sicherheit der Besucher und Beteiligten: „Heidelberg Marketing hat in Abstimmung mit der Stadt und den Gesundheitsbehörden ein sehr gutes Hygienekonzept aufgestellt. Es ist besser, wir schaffen für die Bürger im Freien unter sicheren Bedingungen Möglichkeiten zum Ausgehen, als dass sich zu viele Menschen in engen Innenräumen treffen.

Heidelberger Weihnachtsmarkt 2020: So soll er für alle sicher sein

Das von Heidelberg Marketing erarbeitete Hygiene- und Sicherheitskonzept soll dabei helfen, ein Ansteckungsrisiko auf dem Weihnachtsmarkt möglichst gering zu halten. Es sieht unter anderem eingezäunte Plätze in der Altstadt vor, die nur über zentrale Ein- und Ausgänge betretbar sind. Sicherheitspersonal an den Eingängen soll gewährleisten, dass sich jeweils nur die zulässige Anzahl an Besuchern auf dem Platz aufhält. Zudem soll es ein „Einbahnstraßen“-System geben, dass die Menschen ohne Gegenverkehr an den Buden vorbei lenkt. Tische soll es 2020 nicht geben, weil man keine „Orte zum Verweilen“ schaffen will. Handdesinfektionsspender sollen auch aufgestellt werden. Budenbesitzer müssen ein Hygienekonzept vorlegen und umsetzen. Es gilt die Maskenpflicht.

Der Weihnachtsmarkt soll 2020 (wenn möglich) stattfinden.

Wir werden in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt erleben, wie wir ihn alle kennen“, weiß Heidelberg Marketing-Chef Mathias Schiemer. Dennoch könne man mit dem erarbeiteten Hygiene- und Sicherheitskonzept einen Weihnachtsmarkt 2020 ermöglichen, „bei dem das Infektionsrisiko gering ist und Besucher viel Freude zum Abschluss dieses für alle schwierigen Jahres haben.“ Für viele Budenbetreiber sei der Weihnachtsmarkt wirtschaftlich existenziell. Dennoch kann es immer zu einer kurzfristigen Absage kommen, mahnt Schiemer: Allen Beteiligten klar sein, dass man möglicherweise gezwungen sei, „schnell auf aktuelle Entwicklungen“ zu reagieren.

Heidelberg: Weihnachtsmärkte 2020 in den Stadtteilen

Auch in den Heidelberger Stadtteilen kann es mit Blick auf die aktuellen Corona-Regeln 2020 Weihnachtsmärkte geben, da die Verordnung für alle Weihnachtsmärkte gleich ist. Auch hier müssen Veranstalter ein Hygienekonzept vorlegen. Maximal dürfen sich 500 Besucher auf dem Weihnachtsmarkt aufhalten, wenn die Veranstaltungsfläche groß genug ist. Abstands- und Hygieneregeln müssen eingehalten werden. Kontaktdaten müssen derweil nicht gesammelt werden, da es sich bei Weihnachtsmärkten um „Spezialmärkte“ handelt.

Heidelberg: Hoffnung für Weihnachtsmarkt – Glühwein trotz Corona erlaubt?

Grundtext vom 6. Oktober: Es ist eine Meldung, die viele Freunde von Glühwein, kandierten Früchten und gebrannten Mandeln Freude bereiten dürfte: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will den Städten und Gemeinden die Entscheidung über Weihnachtsmärkte selbst überlassen, solange die Corona-Infektionslage das erlaubt. Das hat die dpa am Mittwoch (30. September) aus dem Stuttgarter Staatsministerium erfahren.

Der Landesvater begründete die Entscheidung damit, dass es „es durchaus unterschiedliche Infektionsgeschehen in den einzelnen Regionengebe. Zudem seien die individuellen Bedingungen zur Durchführung von Weihnachtsmärkten lokal verschieden. Bei einem starken Anstieg der Corona-Fallzahlen müsste aber fürs ganze Land entschieden werden, so Kretschmann.

Heidelberg: Kann der Weihnachtsmarkt doch stattfinden? Neue Corona-Regeln machen Hoffnung

Damit könnten Weihnachtsmärkte in Baden-Württemberg stattfinden - wenn auch unter „verschärften Bedingungen“. Landesweit herrschte darüber zuletzt Unklarheit, auch in Heidelberg. „Wir werden uns so schnell wie möglich mit der Stadtspitze zusammensetzen und darüber beraten, wie wir unser Sicherheits- und Hygienekonzept umsetzen können“, so Heidelberg Marketing-Chef Mathias Schiemer gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung.

Der Heidelberger Weihnachtsmarkt ist immer einen Besuch wert.

Die ursprünglichen Planungen vor der Pandemie sahen vor, dass der beliebte Weihnachtsmarkt vom 23. November bis 22. Dezember in Heidelberg stattfinden soll. Vor allem die Buden und Fahrgeschäfte auf dem Marktplatz und Uniplatz waren in den vergangenen Jahrzehnten Publikumsmagneten. Für den Weihnachtsmarkt will man auf den zentralen Plätzen „Einbahnstraßen“ mit festen Eingangs- und Ausgangsbereichen schaffen, die von Sicherheitspersonal überwacht werden. So soll sichergestellt werden, dass sich dort jeweils nur die maximal zulässigen 500 Menschen befinden.

Heidelberg: Weihnachtsmarkt „nur mit Glühwein“ – Veranstalter gegen Alkoholverbot

Schiemer stellt gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung aber auch klar, dass es der Weihnachtsmarkt in Heidelberg nur funktionieren könne, wenn dort auch Glühwein ausgeschenkt werden dürfe. Ministerpräsident Kretschmann hatte den Städten und Gemeinden empfohlen, den Alkoholausschank auf Weihnachtsmärkten zu verbieten. Dagegen wehren sich die Schausteller im Land: „Ich habe noch nie jemanden mit Glühweintassen auf Bierbänken tanzen sehen“, erklärt Mark Roschmann, Vorsitzender des Schaustellerverbands im Südwesten.

Die meisten Besucher kämen laut Roschmann ohnehin nur für den Glühwein auf den Weihnachtsmarkt. Erst danach würden sie Christbaumkugeln oder gebrannte Mandeln kaufen. Ein Alkoholverbot macht auch aus Sicht von Weihnachtsmarkt-Veranstalter Heidelberg Marketing „betriebswirtschaftlich keinen Sinn“. Ein Gläschen im Freien sei ohnehin besser als in geschlossenen Räumen, sagte Schiemer zur Rhein-Neckar-Zeitung.

Weihnachtsmarkt in Heidelberg 2020: Nur mit Corona-Hygienekonzept

Um Gedränge und damit erhöhte Infektionsrisiken zu vermeiden, will man 2020 auf Publikumsmagneten wie das Große Fass verzichten, die Pyramide abseits zentraler Orte aufstellen. Budenbesitzer sollen zudem dafür sorgen, dass sich vor ihren Geschäften keine Menschentrauben bilden. Auch in Stadtteilen oder am Stift Neuburg sollen kleine Weihnachtsmärkte erlaubt sein, solange die Veranstalter passende Hygienekonzepte vorlegen. Die maximale Besucherzahl soll auch hier bei 500 Menschen gleichzeitig liegen.

Ministerpräsident Kretschmann bat das Sozialministerium, den Kommunen Leitplanken zu den Hygieneanforderungen sowie der Organisation von Zu- und Abläufen der Besucher zur Verfügung zu stellen. Zuvor hatte die grün-schwarze Koalition lange über die Weihnachtsmärkte zu Pandemie-Zeiten diskutiert. Sozialminister Manne Lucha (Grüne) sieht den Alkoholkonsum auf den Märkten aber kritisch. Vor allem das CDU-geführte Wirtschaftsministerium hatte sich gegen ein pauschales Verbot von Weihnachtsmärkten eingesetzt. „Wir haben uns für eine flexible Regelung für die Weihnachtsmärkte eingesetzt, um in der Verantwortung der jeweiligen Kommune lokal und regional angemessene Lösungen zu ermöglichen“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU). „Darum ist es gut, dass sich der Ministerpräsident hier unserem Ansatz angeschlossen hat.“ Pauschale Verbote hätten bei den Betroffenen sowie in der Bevölkerung eher zu einer eingeschränkten Akzeptanz der Corona-Schutzmaßnahmen geführt. (rmx/dpa/pm)

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/Katja Postillion

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