„Ich zerstöre Weltbilder!“ 

DIESER Mann läuft barfuß durch Heidelberg 

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Sascha F. läuft barfuß durch Städte und Wälder. 

Heidelberg - Ob Waschbeton, Kopfsteinpflaster oder Asphalt – der 45-jährige Schlosser Sascha F. weiß genau, welche Stadt welchen Bodenbelag hat. Denn ER geht barfuß durchs Leben! Seine Geschichte:

Ob sportlich, elegant, offen oder mit Absatz: Schuhe gehören zu unserem Leben wie die Luft zum Atmen! Jeder trägt sie ohne darüber nachzudenken... FAST jeder!

Der „Barfußmann“ in Heidelberg 

Denn für Sascha F. gehören Schuhe einfach nicht an den Fuß! Seit drei Jahren geht der aus der Eifel (Mechernich) stammende, ‚bodenständige‘ Schlosser barfuß durch sämtliche Städte und Wälder... 

So auch durch die Heidelberger Altstadt – Viele Menschen schauen interessiert auf seine gepflegten (!) Füße, manche wundern sich und tuscheln. 

Seine Überzeugung: Der Fuß ist keine Fehlkonstruktion der Natur und braucht keine ‚Laufhilfe‘! 

Im Gespräch mit HEIDELBERG24 verrät er, was das Besondere am Barfußlaufen ist und welche Erfahrungen er täglich macht: 

Immer dabei: Temperaturmessgerät

Die erste Frage, die wir natürlich stellen: Ist Dir der Boden bei diesem Herbstwetter nicht schon zu kalt? 

„Das ist die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme. Aber um es kurz zu machen: auf keinen Fall!“.

Er holt ein Temperaturmessgerät aus seinem Rucksack: „Schau, der Boden hat angenehme 15 Grad“, lacht Sascha. Das Messgerät hat er immer dabei, um den erstaunten Menschen zu beweisen, dass die Füße bei den Herbsttemperaturen „nicht abfallen“

Im tiefsten Winter greift Sascha lediglich zu Barfuß-Schuhen – wegen des Salzes, das gestreut wird. 

„Aber auch im Schnee kann man mindestens eine Viertel Stunde barfuß laufen.“ 

Hornhaut und Rückenprobleme adé

Als er losläuft, fällt uns sofort seine leichtfüßige, elegante Gangart auf. Er läuft anders als die anderen Menschen...

Anstatt mit der Ferse aufzusetzen, tritt er mit dem Vorfuß auf. 

„Die ersten Male gibt es einen heftigen Muskelkater – doch für den Rücken ist es nach einer gewissen Zeit eine Entlastung. Viele denken auch sofort an Hornhaut. Doch die gibt es vor allem durch das Tragen von Schuhen“, so Sascha. 

Der siebte Sinn 

Wir blicken kurz auf den Boden, entdecken vereinzelt Glasscherben. Doch an Saschas Füßen keine Spur von Narben oder Verletzungen! Seitdem er barfuß läuft, habe er „einen siebten Sinn.

„Man läuft viel bewusster durch die Welt. In jeder Stadt erkenne ich, welchen Bodenbelag sie hat. Bisher habe ich mich nur einmal an einer Glasscherbe verletzt.“ 

Er fühle sich frei und genieße es jeden Tag. In den ersten Monaten sei es wie „Fallschirm springen“ gewesen – Adrenalin pur! Doch irgendwann wird es zur Gewohnheit. Dennoch hat er immer sein kleines Kästen mit Pflastern und einer Pinzette für den Notfall dabei. 

„Ich zerstöre Weltbilder“

Für viele Menschen bleibt diese Einstellung jedoch befremdlich. Auch die Reaktionen der Menschen in Heidelberg sind unterschiedlich. Manche schauen interessiert, sind positiv überrascht, einige tuscheln. Das ist der „Barfußmann“ schon gewohnt. 

„In den Köpfen der Menschen ist eine Blockade. Ich wette darauf, dass viele gerne mehr barfuß laufen würden. Doch die Scham ist zu groß.“ 

An einem Ort muss Sascha jedoch wider Willen ein paar ‚richtige‘ Schuhe anziehen: Auf der Arbeit!  

„Dort brauche ich einfach meine Arbeitsschuhe aufgrund der Sicherheit.“ Auch auf Hochzeiten und Beerdigungen trage er seine Barfußschuhe. 

Wir lernen auch Saschas Frau Tanja F. (36) kennen – sie trägt ein paar schicke rote Schuhe. Na, wenn das nicht jeden Tag eine satte Predigt des Gatten gibt...

Ganz im Gegenteil: Die Beiden sind ein Herz und eine Seele. 

„Sascha zwingt niemanden, so zu denken wie er. Für mich persönlich ist das einfach nichts. Aber ich unterstütze ihn da voll und ganz“, erzählt sie uns. Doch ein paar Tipps für Interssierte habe er immer parat. 

Trampler oder leise wie ein Mäusschen? 

Das kann man ganz einfach heraus finden. Sascha gibt uns einen Tipp: 

„Halte dir die Ohren zu und laufe barfuß durch die Wohnung. Hörst du deutlich deine eigenen Schritte, trittst du zu stark mit der Ferse auf.“

Und wie gefällt ihm der Boden in der Heidelberger Altstadt? 

„Angenehme Pflastersteine,“ lacht er. „Aber auch abgesehen davon ist Heidelberg eine wunderschöne Stadt.“ 

Alles rund ums Barfußlaufen hier: www.hobby-barfuss-forum.de

nis

Quelle: Heidelberg24

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