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Handschuhsheim: Parkbewirtschaftungskonzept kommt auf den Weg.

Parkraumkonzepte

Parken in den Stadtteilen: Mission (im)possible?

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Heidelberg – Ein leidiges Thema in der Stadt: Parken. In Handschuhsheim ist ein neues Konzept auf dem Weg, Rohrbach gilt als Vorreiter und in der Plöck ist Nulltoleranz angesagt...

„Don't even think of parking here“ – so könnte das Motto ab jetzt in der Plöck lauten. Dort wird der ruhende Verkehr nun täglich überwacht; wer trotzdem meint, sein Vehikel in diesem Bereich abstellen zu müssen, sieht einem erhöhten Verwarnungsgeld durch den Tatbestand „Behinderung bei Gegenverkehr/Radfahrer“ von 25 Euro entgegen. 

Plöck – hier gilt (eigentlich) absolutes Parkverbot.

Dass die Fahrradstraße in der Plöck zukünftig bis zur Sofienstraße weitergeführt wird, gilt als sehr wahrscheinlich.

19.018 Verwarnungen mit einem Gesamtvolumen von 329.612 Euro wurden im letzten Jahr in der gesamten Altstadt ausgestellt. 79 Mal mussten Fahrzeuge abgeschleppt werden (2013: 163). Das teilte das Amt für Verkehrsmanagement der Stadt Heidelberg auf Anfrage von Bündnis90/Grüne mit. 

Zahlen, die sich durch die aktuelle Schließung wegen der Sanierung des Parkhauses Kornmarkt/Bergbahn und der unglücklichen, weil zeitgleichen Teilsperrung des benachbarten Parkhauses Karlsplatzes, in diesem Jahr wahrscheinlich nicht verringern werden.

Rohrbach als Vorreiter

Vor zwei Jahren wurde im alten Ortskern Rohrbachs die Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Dazu gehört unter anderem ein Zonenhaltverbot, das das Parken von Montag bis Samstag zwischen 8 und 20 Uhr mit Parkscheibe für höchstens zwei Stunden begrenzt. 

Rohrbacher Anwohner, Einzelhändler und Betriebe sowie ein Teil deren Mitarbeiter können einen Parkausweis für eine unbegrenzte Parkdauer erhalten. Innerhalb dieses Zonenhaltverbots gibt es dazu Bereiche, die ganztägig und exklusiv für Bewohner reserviert sind sowie Bereiche für Anwohner für die Zeit von 20 Uhr bis 8 Uhr.

„Wie sind die Erfahrungen in Rohrbach?“, fragte HEIDELBERG24 Hans-Jürgen Fuchs, Vorsitzender des Stadtteilvereins: „Im Großen und Ganzen ist die Umstellung problemlos verlaufen. Allerdings steht und fällt das Konzept mit den Kontrollen, denn gerade in Stadtteilen mit alten Ortskernen ist die Parksituation extrem eng.“

Widerstand gegen „Verpollerung“

„Und das vor allem zu Zeiten, in denen die Kontrollen viel zu wenig stattfinden – freitag- und samstagabends beispielsweise. Da wird wild und rücksichtslos geparkt, wo Plätze nicht mit Pollern abgesperrt sind. Andererseits regt sich heftiger Widerstand gegen die ‘Verpollerung‘ im alten Rohrbacher Kern. Kontrolliert werden sollte, wann es nötig ist. Sonst entsteht in der Bevölkerung sehr schnell der Eindruck, als ginge es nur um eine neue Einnahmequelle für die Gemeinde.

Mit den positiven Erfahrungen aus Rohrbach peilt nun auch Handschuhsheim ein Parkraumkonzept im alten Ortskern an. Die Bürger des Stadtteils sollen bei der Planung aktiv beteiligt werden. Und der Einzelhandel, der unter besonderem Leidensdruck steht, auch. 

„In unserem Hangstadtteil verlieren wir vor allem im Winter viele ältere Menschen als Kunden, die auf ein Auto angewiesen sind. Wäre es nicht eine Idee, den östlichen Teil des Tiefburgplatzes gerade in der Weihnachtszeit für Kurzparker zu nutzen, wenn die Gastronomie dort sowieso pausiert?“, schlägt Brigitte Jäger von der Bücherstube an der Tiefburg im Gespräch mit HEIDELBERG24 vor. Auch Reinhard Nolze, Inhaber von „Optiker-Nolze“, ist mit der momentanen Situation „nicht glücklich“. „Eine meiner Mitarbeiterinnen kommt zum Beispiel aus Plankstadt. Ohne Auto käme sie nicht an ihren Arbeitsplatz.“

jbr

Quelle: Heidelberg24

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