Landgericht Heidelberg

Versuchte Vergewaltigung: Messer-Mann verurteilt!

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Am Landgericht Heidelberg wurde ein 36-Jähriger wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt.

Heidelberg – Weil er im Dezember 2014 versucht hatte, eine 19-Jährige zu vergewaltigen und ihr Mord androhte, wird Thilo F. (36) am Dienstagnachmittag am Landgericht verurteilt.

Wegen versuchter schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung erwartet den 36-Jährigen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Zudem wird F. in eine Entziehungsanstalt eingewiesen.

Direkt am ersten Prozesstag räumt der Angeklagte ein, am 1. Dezember 2014 in Ziegelhausen eine 19-jährige Studentin überfallen und bedroht zu haben. Auch den Versuch, die junge Frau zu vergewaltigen gibt er zu (WIR BERICHTETEN). Die schwere Alkoholerkrankung, unter der F. mit Unterbrechungen seit Ende der 1990er leidet, wertet das Gericht als strafmildernd.

Was war geschehen?

Nachdem er am 1. Dezember gegen Mittag aufgestanden war und sich „für den Tag fit getrunken hatte, um den Tag angehen zu können“, war F. in Richtung Ziegelhausen aufgebrochen, um bei den dortigen Kirchen Almosen zu erbitten und auf der Straße zu betteln. 

Über diverse ‚Trinkstationen‘ gelangte F. schließlich gegen zehn Uhr abends an den Hauptbahnhof. Von dort nahm er den Bus (Linie 33) nach Ziegelhausen. 

An der Haltestelle „Mittlerer Rainweg“ bemerkte er, dass er zu weit gefahren war und stieg aus. Beim Überqueren der Straße sah er eine junge Frau, die auch aus dem Bus gestiegen war und gerade die Treppen zu ihrer Wohnung im Oberen Rainweg hinauf stieg. In diesem Moment, so F. in seiner Aussage, habe er den Entschluss gefasst, die Frau zu überfallen.

Als die Frau sich umdrehte, um die Gartentür zu schließen, griff F. sie an. Die Schreie seines Opfers versuchte F. zu unterdrücken, indem er der Frau die Finger in den Mund steckte und sie zu Boden drückte. Die junge Studentin gab ihren Widerstand aber erst auf, als F. der jungen Studentin ein Messer vors Gesicht hielt und drohte: „Halts Maul! Mach keinen Scheiss, sonst bring‘ ich Dich um!“ In diesem Zusammenhang fiel auch der Satz Jetzt wird Liebe gemacht!.

Nachdem der Täter die junge Frau losgelassen hatte, um mit ihr in die Wohnung zu gehen, ergriff das Opfer die Chance zur Flucht. Sie stürzte sich einen steilen Abhang herunter und konnte entkommen. 

Ihr sei aufgefallen, „dass der Täter in seinen Reaktionen verlangsamt wirkte“, schildert die heute 20-Jährige die dramatischen Momente vor ihrer Flucht

„Das Sicherheitsgefühl war erstmal weg“

In ihrer Aussage erklärt die junge Frau, dass sie erst kurz vor dem schrecklichen Erlebnis nach Heidelberg gezogen war, um ihr Studium zu beginnen. 

Inwieweit der brutale Übergriff sie beeinträchtigt habe, wollen die Richter wissen: In den ersten Wochen habe sie unter Schlafstörungen gelitten, sagt die junge Frau. „Das Sicherheitsgefühl war erstmal weg. Dann habe ich mir Pfefferspray gekauft und einen Selbstverteidigungskurs gemacht.

Inzwischen – mehr als sechs Monate danach – habe sie auch ihre Wohnung gekündigt.

Entsetzen auf der Richterbank

Mit „erheblicher Bestürzung“ nimmt der Vorsitzende Richter Christian Mühlhoff das Gehörte am Dienstag zur Kenntnis. 

In der Urteilsbegründung zeigt er sich nachhaltig entsetzt darüber, dass „eine junge Frau, die voller Vorfreude auf das Studium nach Heidelberg kommt, Opfer eines so erheblichen Übergriffs wird“.

Bestürzt zeigt sich der Richter auch über die Schwere der Alkoholerkrankung des Angeklagten, ohne die es „nie zu einer solchen Tat gekommen wäre“, so Mühlhoff weiter.

Der psychologische Sachverständige, Dr. Hartmut Pleines, hatte F. eine schwere Alkoholsucht attestiert, in dessen Folge der Angeklagte seit 2003 „mit fast allen Heidelberger Kliniken in Kontakt kam.“ Auch eine „Vielzahl an Entzugskuren“ habe F. erfolglos hinter sich gebracht. 

Eine Aussicht auf Erfolg des angeordneten Aufenthalts in der Entziehungsanstalt sahen Richter und Sachverständige indes doch: F. hatte es trotz erheblicher Alkoholsucht geschafft, zwischen 2008 und 2013 „trocken“ durchs Leben zu gehen.

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rmx

Quelle: Heidelberg24

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