Nahrungsgrundlage und Unterschlupf...

Zum Wohle der Tiere: Laub auch mal liegen lassen! 

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Sibirischer Luchs auf der Suche nach verstecktem Futter im Laub 

Heidelberg - Im Herbst lassen die Bäume ihr prächtiges Blätterkleid fallen. Die Farbenpracht ist nicht nur schön anzusehen, auch viele Zootiere haben einen Nutzen von dem Laub...

Wer den Zoo Heidelberg im Herbst besucht, wird neben der Vielzahl der Tiere ebenso von der Farbenpracht der Bäume beeindruckt. Da diese ihr buntes Herbstkleid fallen lassen, gibt es für die Gärtner einiges zu tun, um die Wege im Park möglichst frei von Laub zu halten. Auch in den Gehegen und auf Überdachungen muss das Laub reduziert werden. 

Nach der Menge des Blattaufkommens im Zoo befragt, antwortet Herr Eder, vertretend für die zahlreichen Gärtner im Zoo Heidelberg: „Da fällt ab Oktober jeden Tag eine ganze Menge an. Das sind mehrere Fuhren täglich. In der Woche kommen da gute vier Kubikmeter zusammen, die wir entsorgen müssen.“ 

Doch nicht alles landet auf dem Kompost!

 „Wir sind uns ganz klar auch dem Nutzen der Herbstblätter bewusst und setzen sie unterschiedlich ein.“ ergänzt hierzu Simon Bruslund, Kurator und Vogelexperte im Zoo Heidelberg.„Viele unserer Tiere nutzen das Laub, um ihr Winterquartier herzurichten. Beispielsweise verschwindet bei den Präriehunden ein großer Haufen Blätter in kürzester Zeit unter der Erde und dient dort als Isolierung in den Wintermonaten, wenn diese Tiere die meiste Zeit im Erdreich verbringen“.

Viele Tiere haben einen Nutzen von dem Laub! 

Huftiere der Afrikaanlage lieben das Laub und legen sich gerne in einen von den Pflegern hergerichteten großen weichen Laubhaufen. Auch Stachelschweine verspeisen genussvoll die Blätter auf der Anlage. Im Vogelrevier steht Herbstlaub ebenfalls hoch im Kurs. Da machen sich beispielsweise die Südlichen Hornraben auf die Suche nach Kleinlebewesen in Form von Würmern oder Käfern. Dieses Verhalten wird von den Vogelpflegern unterstützt, indem sie kleine Laubhaufen mit eingestreutem Futter verteilen. 

Laub bildet eine lebensnotwendige Nahrungsgrundlage und Unterschlupf für den Winterschlaf!

Das ist kein Blatt, sondern ein gut getarntes Tier aus Sumatra oder Indonesien. 

Viele heimischen Tierarten wie Igel, Spitzmäuse und insektenfressende Vögel, wie der Zaunkönig, finden dort in den kühleren Monaten Futter. Im Winter verstecken sich Amphibien, Reptilien und Igel in den Laubhaufen und halten ihre Winterstarre oder den Winterschlaf. 

Tierliebhaber und Gartenbesitzer sollten demnach zum Wohle der tierischen Mitbewohner ihr Laub auch mal liegen lassen. Auch auf Laubbläser oder Laubhäcksler sollte im Privatbereich möglichst verzichtet werden. Wo immer möglich, könnte das Laub wenigstens bis zum Frühjahr als natürliche Bodenbedeckung liegen bleiben. 

Die kleinen Bewohner im Zoo freuen sich besonders über Beachtung. Direkt im Raubtierhaus können die Besucher besondere Käfer und Insekten in kleinen Terrarien beobachten. Bei den Wandelnden Blättern im Zoo ist übrigens keine Herbstfärbung zu erkennen. Da die Tiere in tropischen Gefilden, wie beispielsweise auf Sumatra und in Indonesien, beheimatet sind, ist ihre Körperfärbung konstant grün.  

nis

Quelle: Heidelberg24

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