Hilfe im Karlstorbahnhof und in halle02

„Luisa ist hier!“: So können Frauen in Not auf sich aufmerksam machen

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Das Codewort „Ist Luisa hier?“ soll Frauen in Notsituationen Hilfe bringen.

Heidelberg - „Ist Luisa hier?“ Mit dieser einfachen Frage erhalten Frauen Schutz, wenn sie in Clubs belästigt werden. Auch der Karlstorbahnhof und die halle02 helfen mit:

Laute Musik, volle Tanzflächen und viele Menschen auf engstem Raum – so sieht es in vielen Clubs im Heidelberger Nachtleben aus. Da kommt es leider auch hin und wieder vor, dass Frauen belästigt werden. Das beginnt mit Worten und endet oft auch mit Anfassen! 

Sich in solch einer unübersichtlichen Situation Hilfe zu holen, fällt vielen Betroffenen schwer – vor allem, wenn sie alleine unterwegs sind. Um das zu verändern, gibt es einen Code, mit dem sich Frauen beim Personal eines Clubs unauffällig Hilfe holen können.

Ein Satz bringt schnell Hilfe

Ist Luisa hier?“ lauten die Worte, durch die Servicekräfte auf Notsituation aufmerksam gemacht werden können. Das Prinzip kommt aus England und hat es nun auch nach Heidelberg geschafft. Der Karlstorbahnhof und die halle02 beteiligen sich auch an dem Hilfsangebot.

Als öffentlich gefördertes Kulturhaus müssen wir vorangehen und uns dem Thema stellen, auch wenn unser Publikum insgesamt sehr respektvoll miteinander umgeht. Übergriffe und Belästigung gibt es leider fast überall und die Veranstalter sind in der Pflicht, effizient dagegen vorzugehen, präventiv zu handeln und vor allem unbürokratische Hilfe zur Verfügung zu stellen. Das ganze Team hat super mitgemacht, engagiert diskutiert und es war zu spüren, dass dieses Thema wirklich jedem am Herzen liegt“, erklärt Ingrid Wolschin, Geschäftsführerin des Karlstorbahnhofs.

Personal für das Thema sensibilisieren

Das Personal ist bereits im Juli geschult worden – von der studentischen Kraft bis zur Führungsetage! Die Schulungen werden vom Frauennotruf gegen sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen e.V. durchgeführt. Dadurch erhalten die Teilnehmer Angebote für akute Notlagen, werden aber auch für das Thema sensibilisiert. 

Die beiden Clubs sollen allerdings erst der Anfang sein. Nach und nach sollen möglichst viele Einrichtung das Angebot zur Schulung wahrnehmen und den Code durch Aufkleber, Plakate und Flyer verbreiten. Auch der Mannheimer Nachtbürgermeister Hendrik Meier will das Hilfsangebot für Frauen in Not einführen.

Eine Schwierigkeit bei der Realisierung einer solchen Kampagne ist es, allen Akteuren die einfache Umsetzung gemäß ihrer Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Als Clubverband der Metropolregion konnten wir gemeinsam mit den Frauennotrufen Heidelberg und Mannheim ein Schulungsangebot entwickeln, das diese unterschiedlichen Gegebenheiten berücksichtigt und den Start von ‘Luisa ist hier!’ in unserer Region voranbringt”, sagt Felix Grädler, Geschäftsführer der halle02.

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Falls Du einmal Hilfe brauchst oder eine Frage hast, melde Dich beim Frauennotruf gegen sexuelle Gewalt an Frauen und Mädchen e.V. unter ☎ 06221183643 oder per Mail an info@frauennotruf-heidelberg.de.

pm/dh

Quelle: Heidelberg24

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