1. Ludwigshafen24
  2. Heidelberg

Heidelberg: Stadt „unzureichend“ gerüstet – kommt am Karlstor eine zweite Feuerwache?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Römer

Kommentare

Heidelberg - Laut einer Untersuchung zur Feuerwehrbedarfsplanung ist die Stadt unzureichend für Notfälle gerüstet. Jetzt sollen eine zweite Wache, mehr Personal und neue Fahrzeuge her:

Der Haupt- und Finanzausschuss (Hafa) des Gemeinderats beschäftigt sich am Mittwoch (18. Mai, 17:30 Uhr) mit dem Feuerwehrbedarfsplan. Darin werden die in Heidelberg vorhandenen Gefahrenpotentiale untersucht ‒ und die Fähigkeit der Feuerwehr zu deren Bekämpfung. Damit man künftig für Notfälle besser gerüstet ist, soll unter anderem eine zweite Wache für die Berufsfeuerwehr her.

StadtHeidelberg (Baden-Württemberg)
Einwohnerzahl158.741 (Stand: 31. Dezember 2020)
Fläche108,8 km²
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)

Heidelberg erstellt erstmals Feuerwehrbedarfsplan

Der Feuerwehrbedarfsplan wurde mit Unterstützung durch das feuerwehrwissenschaftliche Institut der Bergischen Universität Wuppertal erstellt. Darin wird beschrieben, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, um in Heidelberg eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten und zu unterhalten. Als Gradmesser für den aktuellen Stand der Feuerwehr dienen Hilfsfrist, Funktionsstärke, Einsatzmittel und Erreichungsgrad.

So wurde die Hilfsfrist in der Vergangenheit zu 82 Prozent erreicht. Als Zielgröße hat sich ein Wert um 90 Prozent etabliert. Mit Blick auf eine wachsende Stadt und prognostizierter zunehmender Verkehrsdichte, kommt die Auswertung der Analyse zum Schluss, dass es bei der Gefahrenabwehr künftig zu Unzulänglichkeiten kommen könnte. Dagegen werden im Feuerwehrbedarfsplan Maßnahmen entwickelt, die die Missstände bis 2030 beheben sollen:

Heidelberg: Zweite Feuerwache am Karlstor?

Unter anderem bringt der Bedarfsplan eine zweite Wache für die Berufsfeuerwehr ins Spiel. Besonders in den östlichen Stadtteilen (Ziegelhausen, Schlierbach) aber auch auf dem Boxberg und im Emmertsgrund sei die Hilfsfrist (Erreichen des Einsatzortes innerhalb einer maximalen zeitlichen Frist) kaum einzuhalten. In Baden-Württemberg sollen ersteintreffende Einheiten spätestens zwölf Minuten nach Eingang des Notrufs am Einsatzort sein. Fünf Minuten später sollen unterstützende Einheiten eintreffen.

Als Ausrück- und Anfahrtzeit für Ersteintreffende sind zehn Minuten avisiert. In dieser Zeit schaffen es die Einsatzkräfte von der Hauptfeuerwache am Baumschulenweg aus etwa bis zum Hausackerweg. Den „Erstangriff“ in den östlichen Stadtteilen müssten die Freiwilligen Feuerwehren übernehmen. Um die Hilfsfristen im Heidelberg Osten künftig gewährleisten zu können, soll ein zweiter Wachstandort her. „Der Bereich des Karlstorbahnhof/Busbahnhof wird als bestmögliche Option angesehen“, heißt es im Brandschutzbedarfsplan.  

Blick auf den Karlstorbahnhof in Heidelberg.
Blick auf den Karlstorbahnhof. © Florian Römer/HEIDELBERG24

Mehr Personal, neue Fahrzeuge und neue Standorte für Freiwillige Feuerwehr

Um den künftigen zweiten Wachstandort betreiben zu können, soll zusätzliches Personal eingestellt werden. 30 neue Planstellen will die Stadt laut Beschlussvorlage bis 2029 schaffen. Darüber hinaus könnten weitere Stellen nötig werden. Zudem will man auch den Fuhrpark erneuern: Sechs neue Löschfahrzeuge sollen bis 2025 erworben werden. Bis 2030 will man laut Bedarfsplan „16 Großeinsatzfahrzeuge, ein Kleineinsatzfahrzeug und drei Abrollbehälter ersatzbeschaffen“.

Daneben will man perspektivisch auch den ehrenamtlichen Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr stärken. Um die Attraktivität des ehrenamtlichen Feuerwehrdiensts zu verbessern, ist die Einführung einer einsatzbezogenen Entschädigung unter Erhöhung der Entschädigungssummen angedacht. Zudem sollen die Freiwilligen Feuerwehren in der Altstadt und in Rohrbach neue Standorte bekommen.

Übrigens: Unser HEIDELBERG24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Für die Altstadt hat die SPD-Fraktion bereits einen Standort im Blick: Wenn möglich soll das neue Gerätehaus für die Altstadtfeuerwehr an der Friedrich-Ebert-Anlage errichtet werden ‒ dort wo für die Sanierung des Hölderlingymnasiums Behelfscontainer aufgestellt wurden. (rmx)

Auch interessant

Kommentare