Angriff aus Eifersucht

Versuchter Totschlag: 5,5 Jahre für Dennis W. (20)?

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Zweiter Prozesstag am Landgericht Heidelberg. 

Heidelberg-Bergheim - Zweiter Prozesstag. Der 20-jährige Dennis W. sitzt auf der Anklagebank. Der Vorwurf: Er soll versucht haben seinen Mitbewohner zu töten. Die Plädoyers:

In Fußfesseln betritt Dennis W. am Dienstagmorgen den Gerichtssaal. 

Neben weiteren Zeugen sagt am zweiten Verhandlungstag auch die Ex-Freundin (21) des Angeklagten aus. Entgegen ihrer ursprünglichen Aussage erklärt sie auf Nachfrage des Gerichts, das Gefühl gehabt zu haben, von Thomas B., dem späteren Opfer, sexuell belästigt worden zu sein. Davon berichtete sie damals auch ihrem Ex-Freund – dem Mitbewohner von Thomas B. 

Grundsätzlich beschreibt sie Dennis W. als sehr eifersüchtig. Oft kam es zu Auseinandersetzungen, am Ende will sie sogar Angst gehabt haben, das Haus zu verlassen. 

Auf die Frage, warum der Beschuldigte auf das Opfer losgegangen sein könnte, erklärt sie, dass sie davon ausgeht, dass er sie beschützen wollte. 

Ärztliches Gutachten:

Dann wird das ärztliche Gutachten vorgetragen: Bei dem Angeklagten konnte eine hochgradige Entwicklungsauffälligkeit festgestellt werden. Dennis W. bleibt in seiner Entwicklung deutlich zurück. Er entstammt schwierigen sozialen und familiären Strukturen und auch das Herkunftsmilieu wird als sehr negativ eingeschätzt. Zudem wird Dennis W. als unterdurchschnittlich begabt und lernbehindert eingestuft. Er zeigt deutliche Schwierigkeiten, sich altersgemäß zu verhalten, flüchtet sich oft in Phantasiegeschichten. 

Aufgrund des Gutachtens wird klar, dass der 20-Jährige nach Jugendstrafrecht beurteilt werden muss. 

Die Plädoyers:

Der Staatsanwalt geht davon aus, dass die Tötungsabsicht ohne Zweifel ist. Er fordert eine Jugendstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten.

Der Anwalt des Angeklagten gibt dagegen zu bedenken, dass der junge Mann während seiner Haftzeit die Möglichkeit wahrnehmen sollte, seine schulischen Kenntnisse aufzubessern und eine Ausbildung zu beginnen. Im Anschluss daran sollte es ihm jedoch auch ermöglicht werden, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Er hofft auf ein geringeres Strafmaß.

Die Entscheidung soll am Donnerstagmorgen fallen.

Der Vorwurf:

Dennis B. soll in der Nacht zum 21. April, gegen 2 Uhr morgens, auf seinen Mitbewohner in einer Obdachlosenunterkunft losgegangen sein. 

Das Opfer soll gerade geschlafen haben – plötzlich steht der mutmaßliche Täter vor ihm, leuchtet mit einer Taschenlampe auf ein Messer und sticht schließlich zu. 

Thomas B. wird in den Bauch getroffen, die Wunde ist etwa drei Zentimeter lang und zwei bis drei Zentimeter tief. Glücklicherweise werden keine Organe verletzt, der Stich ist nicht lebensgefährlich.

Nach diesem Vorfall lässt der Täter zunächst von seinem Opfer ab. Als Thomas B. jedoch in Todesangst das gemeinsame Zimmer fluchtartig verlässt, soll ihm der Angreifer gefolgt sein – noch immer bewaffnet.

Als Thomas B. stürzt, soll sich der der Bewaffnete über ihn gestellt und gedroht haben, erneut zuzustechen. Alleine das Eingreifen eines Zeugen kann die Situation entschärfen. Der Täter flüchtet.

>>> Prozessauftakt: Versuchter Totschlag – Angriff aus Eifersucht?

mk

Quelle: Heidelberg24

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