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Nach Amoklauf in Heidelberg: Gedenkfeier in Peterskirche – „Abgründe der menschlichen Seele“

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Von: Josefine Lenz

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Heidelberg - Eine Woche nach dem Amoklauf gedenkt die Stadt dem Opfer und den Verletzten. Dafür findet um 12 Uhr eine Trauerfeier in der Peterskirche statt:

Update vom 31. Januar, 13:28 Uhr: Schwier beendet die Trauerfeier mit einer Segnung.

Update vom 31. Januar: 13:13 Uhr: Das Vaterunser wurde aufgesagt. Die Trauerfeier wird damit gleich zuende sein.

Update vom 31. Januar, 12:57 Uhr: Auch Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner richtet sein Wort an die Angehörigen, Verletzten, Familien und Betroffenen des Amoklaufs. „Wir sind alle noch immer entsetzt“, beginnt er seine Rede. „Ich bin Vater von vier erwachsenen Kindern. Die Sorge, dass ihnen etwas zustoßen könnte, begleitet uns seit der Geburt unserer Kinder. Wenn diese Vorstellung wahr wird, legt sich Dunkelheit über uns.“ Die Gewalttat habe tiefe Wunden gerissen. Man versuche „irgendeinen Sinn darin zu sehen. In diesem Fall gibt es keinen Sinn. Es ist einfach nur eine Tragödie“, so Würzner weiter. Das Leben auf dem Uni-Campus habe gerade Fahrt aufgenommen. Die Verstorbene war im ersten Semester. „Wir werden alle Zeit brauchen zum Trauern und zum Begreifen“, sagt Würzner.

Heidelberg: Trauerfeier nach Amoklauf – „Abgründe der menschlichen Seele nicht immer sichtbar“

Update vom 31. Januar, 12:46 Uhr: Innenminister Thomas Strobl hält seine Rede. „Heute verbindet uns die Trauer und der Schmerz“, sagt er. „Eine junge Studentin wurde von einem auf den anderen Moment aus dem Leben, aus unserer Mitte, aus ihrer Mitte herausgerissen. Der Trauerfamilie gilt mein herzliches und aufrichtiges Beileid. Und die gesamte Landesregierung trauert mit ihnen“, sagt der Innenminister weiter. Er richte auch in diesem Sinne einen stillen Gruß von Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus.

„Nach entsetzlichen Gewalttaten quält uns die Frage, ob wir sie nicht hätten verhindern können. Ob es Signale gab? Doch die Abgründe der menschlichen Seele sind nicht immer sichtbar. Misstrauen darf nicht die Antwort auf solch eine Tat sein. Ich wünsche uns und Ihnen allen, dass wir einander vertrauen und trotz des schlimmen Erlebten an das Gute im Menschen glauben. (...) Studierende in Heidelberg sollen sich sicher fühlen, sollen vertrauen, sollen sich nicht fürchten müssen“, so Strobl. Am Ende betont der Innenminister: „Ich wünsche Ihnen, dass die körperlichen Verletzungen heilen werden und noch mehr wünsche ich, dass die seelischen Wunden keine bleibenden Narben hinterlassen (...) Wir sind bei Ihnen, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten.“ Anschließend gedenkt der Universitätsrektor Bernhard Eitel an die Betroffenen.

Nach Amoklauf in Heidelberg: Gedenkfeier in Peterskirche – Schweigeminute vorverlegt

Update vom 31. Januar, 12:30 Uhr: Eigentlich sollte in ganz Heidelberg um 12:24 Uhr – also zum Zeitpunkt, als die ersten Notrufe bei der Polizei eingegangen sind – eine Schweigeminute stattfinden. Bei der Gedenkfeier wurde die Schweigeminute acht Minuten vorgezogen.

Update vom 31. Januar, 12:22 Uhr: „Mein Herz ist schwer, meine Seele wund. In der Woche Gespräch mit Betroffenen, mit Ängstlichen, mit Wütenden. Fragen ohne Antworten. Warum nur? Wie kann das sein: Brutale, blinde Gewalt? Mein Herz ist schwer, meine Seele wund. Und jetzt hier: Menschen vor Augen, die so viel erlebt haben. Die in dem Hörsaal saßen, bedroht wurden. Normalität und Alltag so weit entfernt“, so der Uni-Prediger Schwier. Danach liest er einen Brief vor, den er von einer Kommilitonin der Verstorbenen erhalten hat.

Update vom 31. Januar, 12:19 Uhr: Nach und nach werden Gebete für die Verletzten und vor allem für die junge Studentin, die durch den Amoklauf ihr Leben lassen musste, aufgesagt. Anschließend wird jedes Mal eine Kerze angezündet und aufgestellt. Es wird auch für die Familie des Täters gebetet. „Wie geht es seiner Familie?“, heißt es beispielsweise. Auch steht immer wieder die Frage im Raum: Warum musste es zu solch einer tragischen Tat kommen? Unter den ersten Rednern befinden sich Feuerwehrleute und Seelsorger, die vor einer Woche am Tatort waren.

Update vom 31. Januar, 12:08 Uhr: „Innehalten, das tun wir, eine Woche nach der schrecklichen Gewalttat“, so beginnt der Universitätsprediger Prof. Dr. Helmut Schwier die Trauerfeier in der Peterskirche. Er schildert die schrecklichen Ereignisse vergangener Woche.

Update vom 31. Januar, 11:55 Uhr: Die Gedenkfeier in der Peterskirche beginnt. Die Veranstaltung kannst Du hier live mitverfolgen.

Nach Amoklauf in Heidelberg: Gedenkfeier in Peterskirche

Erstmeldung vom 31. Januar, 10 Uhr: Wenn am Montag (31. Januar) die Kirchenglocken die Mittagsstunde einläuten, wird Heidelberg in tiefe Trauer verfallen. Denn dann gedenkt die Stadt an den schrecklichen Amoklauf vor genau einer Woche. Um 12 Uhr findet in der Peterskirche eine Gedenkfeier für das Opfer, die Verletzten sowie allen Beteiligten statt. Um 12:24 Uhr – zum Zeitpunkt, als die ersten Notrufe bei der Polizei eingingen – wird zu einer Schweigeminute aufgerufen. Am Montag wird außerdem an der Uni Heidelberg von 11 bis 14 Uhr keine Vorlesung stattfinden.

„Ich möchte alle Menschen in der Stadt bitten, sich am Montag um 12:24 Uhr der Schweigeminute anzuschließen. Halten Sie einen Moment inne – am Arbeitsplatz, in Geschäften, in Schulen und an vielen weiteren Orten. Lassen Sie uns gemeinsam der Opfer gedenken. Lassen Sie uns gemeinsam ein starkes Zeichen setzen, dass wir in Heidelberg füreinander einstehen!“, so Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner.

Amoklauf in Heidelberg: Gedenkfeier in Peterskirche – Politiker erinnern an Opfer und Verletzte

Die Gedenkfeier in der Peterskirche wird live übertragen. Vor Ort findet sich Platz für 250 Personen – allerdings sind die Sitze bereits alle vergeben. Wer gemeinsam mit anderen trauern und an die Betroffenen gedenken will, der kann an mehreren Orten in Heidelberg die Übertragung anschauen. In diesem Artikel wird die Trauerfeier ebenfalls am 12 Uhr übertragen.

Blick auf den Altar der Peterskirche, in der die zentrale Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs an der Universität stattfindet
Blick auf den Altar der Peterskirche, in der die zentrale Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs an der Universität stattfindet. Eine Woche nach dem Amoklauf erinnert die Universität Heidelberg mit einer Trauerfeier in der Peterskirche an die Opfer. © Uwe Anspach/dpa

Die Gedenkfeier wird vom Universitätsprediger Prof. Dr. Helmut Schwier geführt. An der Veranstaltungen werden unter anderem Innenminister Thomas Strobl (CDU) und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) als Vertreter des Landes Baden-Württemberg teilnehmen. Neben dem Innenminister und dem Universitätsrektor Bernhard Eitel sprechen der Heidelberger Oberbürgermeister, Eckart Würzner (parteilos), sowie der Vorsitzende der Verfassten Studierendenschaft, Peter Abelmann. Zu Wort kommen auch der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger, und der Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden, Jochen Cornelius-Bundschuh. Die Redner werden ebenso wie Studierende und Rettungskräfte mit Kerzen und Blumen der Opfer gedenken. Bereits einen Tag nach dem Amoklauf in Heidelberg haben zahlreiche Studenten auf dem Uni-Campus an das junge Opfer sowie die drei verletzten Kommilitonen gedacht.

Die Peterskirche in Heidelberg.
Die Peterskirche in Heidelberg. Dort findet am Montag die Trauerfeier statt. © Uwe Anspach/dpa

Amoklauf in Heidelberg: 2 Tote und drei Verletzte – Motiv weiterhin unklar

Am 24. Januar verfiel Heidelberg in eine Schockstarre, als Nikolai G. bewaffnet und mit rund 100 Schuss eine Bio-Vorlesung betrat. Er schoss auf die rund 30 Studenten, vier wurden dabei getroffen. Eine 23-jährige Kommilitonin verstarb wenige Stunden später im Krankenhaus. Der Amokläufer stürmte aus dem Uni-Gebäude und richtete danach sich selbst. Das Motiv für die schreckliche Tat ist weiterhin unklar. Die Ermittlung dauern an. Bislang ist ebenfalls unklar, ob eine psychische Erkrankung des Mannes Hintergrund der Tat war. (dpa/jol)

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