Lärmkümmerer

Nachtbürgermeister in Heidelberg: 8 Bewerbungen – doch Auswahlverfahren liegt auf Eis

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Heidelberg - Im Streit um die Sperrzeiten hat sich der Gemeinderat auf das Profil eines Nachtbürgermeisters geeinigt. Alles zu Bewerbung und Auswahlverfahren: 

  • In Heidelberg soll die Stelle eines Nachtbürgermeisters geschaffen werden.
  • Im Streit um die Sperrzeiten setzen die Stadträte die Verwaltung unter Druck.
  • Die Stadt Heidelberg präsentiert ein Anforderungsprofil für einen Lärmkümmerer.
  • Acht Bewerber für Stelle des Nachtbürgemeisters in Heidelberg
  • Auswahlverfahren wegen Coronavirus auf Eis gelegt.

Update vom 24. März: Wie die Stadt Heidelberg mitteilt, haben sich acht Personen auf die Nachtbürgermeister-Stelle beworben. Jedoch musste die öffentliche Vorstellung der Bewerber sowie das Auswahlverfahren nun wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis auf Weiteres auf Eis gelegt werden. Weitere Informationen liegen nicht vor. 

Heidelberg: Nachtbürgermeister soll zunächst Altstadt-Konflikte lösen

Update vom 14. Januar: Heidelberg soll schnellstmöglich einen Nachtbürgermeister bekommen. Das hat der Gemeinderat am Donnerstag (13. Februar) entschieden. Eine entsprechende Stelle will die Stadt in Kürze ausschreiben. Allerdings soll der Nachtbürgermeister sich zunächst besonders um die ausufernde Lärmsituation in der Altstadt kümmern. 

Nachtbürgermeister: Heidelberg bekommt „Konfliktmanager“ für die Altstadt

Wie bereits berichtet, soll der Nachtbürgermeister möglichst Erfahrung in der Nachtökonomie oder in Nacht- und Kreativkultur mitbringen. Die Stelle wird auf Honorarbasis für 160 Stunden im Monat ausgeschrieben und der Gaststättenbehörde des Bürger- und Ordnungsamts zugeordnet sein. 

Ein wesentliches Kriterium für die Arbeit des Lärmkümmerers ist Konfliktmanagement: Er soll zwischen lärmgeplagten Anwohnern, Feiernden, Altstadtwirten und der Verwaltung moderieren und Konflikte lösen. Dabei stehen „hohe soziale Kompetenz, starke Präsenz in der Altstadt, Akzeptanz bei allen beteiligten Interessensgruppen sowie größtmögliche Unterstützung in der Verwaltung“ im Vordergrund des gesuchten Profils. 

Nachtbürgermeister: Aufgaben gehen Teilen des Gemeinderats nicht weit genug

„Ein Nachtbürgermeister soll aber nicht nur beim Thema Lärm in der Altstadt zwischen den Anwohnern, Feiernden und der Gastronomie vermitteln, sondern das Heidelberger Nachtleben stärken und die Clubkultur fördern“, finden die Grünen. Vielmehr sollte ein Nachtbürgermeister „Nachtkultur strategisch und langfristig planen und mitgestalten und den Akteuren der Nachtkultur eine Stimme in die Politik hinein geben“, sagt Marilena Geugjes (Grüne).  

Mit einem gesamtstädtischen Konzept für Nacht- und Feierkultur könnte auch die Situation in der Altstadt entlastet werden, glauben Grüne, CDU und FDP. Deshalb soll der Aufgabenbereich des Nachtbürgermeisters ausgeweitet werden können. Für die Erarbeitung eines Nachtkulturkonzepts für Heidelberg soll das Jugendamt eine Studie zum Ausgehverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Heidelberg erstellen. Langfristiges Ziel ist es, mit einem Nachtkulturkonzept die schwächelnde Clublandschaft in der Universitätsstadt zu stärken und zu erhalten.

Deshalb ist die Vernetzung der Bar- und Clubszene mit der städtischen Wirtschaftsförderung und weiteren Interessengruppen, ein weiterer Aufgabenbereich des Night Mayor. Zudem soll gemeinsam mit der Verwaltung Sicherheitskonzepte erarbeitet werden.

Was der Nachtbürgermeister in Heidelberg schaffen soll

Update vom 6. Januar: Wie stellt sich die Stadt Heidelberg das Profil eines Nachtbürgermeisters vor? Bislang wurde nur über die Stelle diskutiert, ein Stellenprofil gab es aber nicht. Das hat die Verwaltung zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss (HaFa) am Mittwoch (5. Januar) geliefert. Diskutiert wurde über die Stellenausschreibung aber nicht. Nach dem Tod von Stadtrat Andreas Grasser (SPD) hatten die SPD-Stadträte die Sitzung nach einer gemeinsamen Schweigeminute und einer kurzen Gedenkansprache von Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner wieder verlassen. Einen Antrag von Grüne, CDU und FDP will Ordnungsbürgermeister Wolfgang Erichson in das von ihm erstellte Profil zum „Nachtbürgermeister/Lärmkümmerer“ übernehmen.  

Nachtbürgermeister für Heidelberg: Das soll er machen

Die Verwaltung sieht den Nachtbürgermeiste/Lärmkümmerer als Vermittler im „Spannungsfeld Anwohner, Gewerbetreibende und Feiernde“. Zudem soll er in einer offenen Sprechstunde als Ansprechpartner für Bürger zur Verfügung stehen. Zudem soll er in der Verwaltung als Kontaktperson zu KOD und Gaststätten fungieren, Öffentlichkeitsarbeit betreiben und „Awareness-Konzepte zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Altstadt“ erarbeiten. Grüne, CDU und FDP wünschen sich zudem, dass der Night Mayor Bar- und Clubszene mit der Wirtschaftsförderung und anderen „Stakeholdern“ vernetzt und ein Gesamtkonzept für die Nachtkultur in Heidelberg erarbeitet.   

An zwei Tagen des Wochenendes (Donnerstag bis Sonntag) soll der Night Mayor für jeweils fünf Stunden vor Ort in der Altstadt präsent sein. Dadurch erhofft sich die Stadt eine „niederschwellige Ansprache zu Feiernden“. „Vertiefte Kenntnisse im Bereich Konfliktmanagement“ sind für das Profil des Nachtbürgermeister ebenso wichtig wie eine gute Vernetzung in der Nachtkultur. 

Der Nachtbürgermeister soll zunächst auf Honorarbasis (80 Stunden/Monat) arbeiten. Als Stundenlohn schweben der Verwaltung 30 Euro vor.

Nachtbürgermeister für Heidelberg: Schnelle Stellenausschreibung gefordert

Grundtext vom 24. Januar: Der Nachtbürgermeister für Heidelberg rückt ein Stückchen näher. Im Ausschuss für Bildung und Kultur stimmen die Stadträte am Donnerstag (23. Januar) für einen Sachantrag der CDU-Fraktion, der von der Verwaltung bis zum Haupt- und Finanzausschuss (HAFA) am 5. Februar einen „konkreten Ausschreibungstext für die Stelle eines Nachtbürgermeisters“ fordert. In Abwesenheit von Kulturbürgermeister Dr. Joachim Gerner (SPD) und Ordnungsbürgermeister Wolfgang Erichson (Grüne) leitet Baubürgermeister Jürgen Odszuck die Sitzung. 

Nachtbürgermeister in Heidelberg: Bürgermeister sagte Sitzung kurzfristig ab

Gleich zu Beginn der Sitzung macht Matthias Kutsch (CDU) seinem Ärger über Bürgermeister Erichson Luft. Dieser hatte eine vom Gemeinderat beschlossene Sitzung einer Projektgruppe zur Awareness-Kampagne kurzfristig abgesagt, mit der die Stadträte die Situation in der Altstadt befrieden wollen. Die Verwaltung hatte das mit zu wenigen Zusagen für die Veranstaltung begründet.

Tatsächlich trafen sich am 14. Januar dennoch rund 50 Menschen (Wirte, Jugendgemeinderat, Studierendenrat) im Karlstorbahnhof, um über Maßnahmen zur Lärm-Entzerrung in der Altstadt und die Stelle eines Nachtbürgermeister zu diskutieren. Von der Stadtverwaltung nahm niemand an dem Treffen teil, laut Matthias Kutsch (CDU), „weil Bürgermeister Erichson das seinen Mitarbeitern untersagt hat.

Nachtbürgermeister in Heidelberg: Schnelle Stellenausschreibung gefordert

Mit Blick auf das Revisionsverfahren zum Sperrzeiten-Urteil sei ohnehin Eile geboten, finden viele Stadträte. Da sei „es inakzeptabel, dass wir erst im April eine Vorlage zur Stelle des Nachtbürgermeister bekommen sollen“, findet Kutsch. Auch die FDP-Fraktion wolle nicht mehr länger warten, ergänzt Dr. Simone Schenk (FW). „Wir brauchen jetzt Maßnahmen in der Altstadt!“ 

Die Grünen halten zunächst an ihrer Forderung fest, dass ein Nachtbürgermeister nicht vornehmlich den Lärmkümmerer geben, sondern sich größtenteils der schwächelnden Clubszene annehmen soll. Ein Blick nach Mannheim zeige, dass der Nachtbürgermeister sich als „niederschwelliger Konfliktmanager“ auch um das Thema Lärm kümmere, sagt Ordnungsamtsleiter Bernd Köster. „Bei dem Profil des Nachtbürgermeisters ist der Lärm zu sehr im Fokus“, entgegnet Kathrin Rabus (Grüne). „Er soll sich um das komplette Nachtleben kümmern.

Nachtbürgermeister: Stadt Heidelberg soll Profil erarbeiten

Der Nachtbürgermeister könne sich ja „zunächst auf den ordnungspolitischen Aspekt fokussieren“, schlägt Dr. Schenk vor. Dazu müsste aber erstmal ein Stellenprofil erstellt werden. Und das habe man bis heute nicht auf dem Tisch.

Mit 13 Stimmen (1 Enthaltung) nehmen die Stadträte den Antrag der CDU an: „1. Die Stadtverwaltung arbeitet möglichst bis zum HAFA am 5.2. einen konkreten Ausschreibungstext für die bereits vom Gemeinderat beschlossene Stelle eines Nachtbürgermeisters/einer Nachtbürgermeisterin aus. Eine Team-Lösung ist zu den eingestellten Finanzmitteln auch möglich. 

2. Ziel des Nachtbürgermeisters/der Nachtbürgermeisterin ist es, die kultur- und ordnungspolitischen Aufgaben des Heidelberger Gemeinderates umzusetzen und für mehr Rücksicht sowie attraktivere Angebote im Heidelberger Nachtleben zu sorgen. Zu seinen/ihren Aufgaben gehören die Vermittlung zwischen den Betrieben, Anwohnern, Gästen und Stadtverwaltung sowie die Vernetzung der Club- und Barszene.“

Zudem beschließt der Ausschuss für den kommenden HAFA die Zuziehung von Vertretern zweier Initiativen aus München und Regensburg, die erfolgreich an der Lösung ähnlicher Probleme wie in der Heidelberger Altstadt arbeiten. Zudem soll ein Vertreter des Vereins „Eventkultur Rhein-Neckar“ im kommenden ABK (5. März) sprechen. 

rmx

Quelle: Heidelberg24

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