Nach Unfall-Tod des kleinen Ben (†9)

Gegen Verkehrspolitik: Stiller Protest vorm Rathaus

Beim stillen Protest gegen die Verkehrspolitik vorm Rathaus sind auch viele Kinder dabei.
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Beim stillen Protest gegen die Verkehrspolitik vorm Rathaus sind auch viele Kinder dabei.
Bürgermeister Wolfgang Erichson im Gespräch mit Demo-Mitinitiator Hans-Peter Gruber.
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Bürgermeister Wolfgang Erichson im Gespräch mit Demo-Mitinitiator Hans-Peter Gruber.
Beim stillen Protest gegen die Verkehrspolitik vorm Rathaus sind auch viele Kinder dabei.
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Beim stillen Protest gegen die Verkehrspolitik vorm Rathaus sind auch viele Kinder dabei.

Heidelberg-Altstadt – Rund zwei Wochen nach dem tödlichen Unfall vor einer Grundschule ziehen Bürger mit einem stillen Protest gegen die städtische Verkehrspolitik vors Rathaus.

Nach dem tragischen Unfall-Tod des jungen Ben (9) am 15. Januar vor der Friedrich-Ebert-Grundschule hat die Stadt zwar reagiert und Bremsschwellen in der Theaterstraße montiert – doch das ist besorgten Eltern und Anwohner nicht genug!

Der stille Protest am 28. Januar vorm Rathaus: Um Punkt 16 Uhr versammeln sich rund 200 Bürger auf dem Marktplatz, um eine Stunde lang ihre Trauer und ihre Forderungen zum Ausdruck zu bringen. Darunter auch viele Kinder.

Wir wollen gegen gravierende Defizite und Versäumnisse in der städtischen Verkehrspolitik protestieren. OB Würzner und seine Behörden müssen endlich handeln! Der tödliche Unfall geschah in einer Spielstraße zwischen Grundschule und Kinderspielplatz – ein Ort mit sehr hohem Gefährdungspotenzial, der entsprechend zu sichern ist. Genau dies ist aber nicht geschehen“, erklärt Mit-Initiator Hans-Peter Gruber.

Was die ‚Demonstranten‘ fordern:

  • bauliche Veränderungen, um Autofahrer zur Einhaltung der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit zu zwingen – die meisten sind nämlich zu schnell unterwegs. Die installierten Schwellen reichen bei Weitem nicht als Sicherheitsmaßnahme aus! 
  • Schilder, Piktogramme oder andere visuelle Zeichen, die auf Schule und Kinderspielplatz hinweisen
  • verstärkte Geschwindigkeitskontrollen
  • einen Zebrastreifen oder eine anderweitig gekennzeichnete Straßenüberquerung zwischen Schule und Kinderspielplatz auf dem Anna-Blum-Platz 
  • die Entfernung des Parkplatzes zwischen Schule und Spielplatz, da geparkte Autos Kindern und Autofahrern die Sicht versperren
  • eine Reduzierung des hohen Verkehrsaufkommens, das mit dem geplanten Supermarkt in der Theaterstraße weiter zunimmt

Wichtig ist den Protestlern, dass es nicht nur um die Theaterstraße geht! Erhöhte ‚Gefahrenlage‘ herrscht auch in Bienenstraße, Hauptstraße, Blumenstraße, Franz-Knauff-Straße, Kleingemünder Straße, Unterer Fauler Pelz, Oberer Fauler Pelz und vielen anderen Straßen.

Rückblick

Der lebenslustige Ben, begeisterter Rugby-Spieler und Saxofonist, spielt nach Schulschluss gegen 12:30 Uhr mit Freunden. Als er auf die verkehrsberuhigte Straße läuft, wird er vom Mercedes-Sprinter eines 56-Jährigen überrollt und dabei tödlich verletzt.

Bitter: Obwohl das zuständige Amt für Verkehrsmanagement wiederholt auf die Sicherheitsdefizite in der Theaterstraße aufmerksam gemacht wurde (inklusive konstruktiver Verbesserungsvorschläge), wurden nicht genug Vorkehrungen getroffen, die Bens Tod hätten verhindern können.

Uns allen ist klar, dass tödliche Verkehrsunfälle nie ganz ausgeschlossen werden können. Man kann aber viel tun, um diese Gefahren zu minimieren – insbesondere in den verkehrsberuhigten Bereichen, Fußgängerzonen und Spielstraßen der Stadt“, so Gruber.

HEIDELBERG24 meint: Bedenklich und traurig, dass immer erst etwas Schreckliches passieren muss, damit Behörden tätig werden.

pek

Quelle: Heidelberg24

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