Am Karl-Klotz-Haus 

„Gabenzaun“ in Heidelberg: Hilfe für Obdachlose in der Corona-Krise 

Heidelberg – Wie so oft trifft die Krise die Ärmsten besonders hart. Obdachlose stehen den Einschränkungen in Corona-Zeiten hilflos gegenüber. Mit dieser Aktion wollen Heidelberger helfen: 

  • Vielzahl an Menschen in Heidelberg können wegen des Coronavirus nicht zu Hause bleiben – weil sie keines haben
  • Obdachlose sind auf die Hilfe anderer angewiesen.
  • Heidelberger wollen mit karitativer Aktion helfen. 

„Bleiben Sie zu Hause“, appelliert Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner in einem offenen Brief an die Heidelberger. Seit Beginn der Ausgangsbeschränkung gilt es, die Verbreitung des Coronavirus durch das Vermeiden sozialer Kontakte einzudämmen. Der Rückzug in die eigenen vier Wände als Präventionsmaßnahme ist das Gebot der Stunde. Doch was wird aus den Menschen in Heidelberg, die kein Dach über den Kopf haben? Mit der Lebenswirklichkeit der Obdachlosen in Heidelberg haben die Appelle aus der Politik nicht viel zu tun. 

Corona-Krise in Heidelberg: Bleiben Obdachlose auf der Strecke? 

Erschwerend kommt der Umstand hinzu, dass die Wohnungslosenhilfe im Karl-Klotz-Haus des SKM Heidelberg schließen muss. Obwohl der Regelbetrieb in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt derzeit eingestellt ist, wollen die ehrenamtlichen Helfer die Bedürftigen nicht im Stich lassen

Täglich werden über einen Imbissstand zwischen 12 und 12:30 Uhr Essenspakete ausgeteilt. Zudem gibt es einen Notdienst.   

Für jene Bürger, die am Schicksal der Wohnungslosen Anteil nehmen und mit Sachspenden helfen wollen, ergibt sich durch das generelle Kontaktverbot ein Dilemma: Zum Schutz der Mitarbeiter und der Gäste des Notdienstes dürfen andere Personen das Gelände des Karl-Klotz-Haus nicht betreten

Corona-Krise in Heidelberg: Bleiben Obdachlose auf der Strecke? 

In vielen deutschen Städten haben sich hilfsbereite Menschen die Situation der Ärmsten der Armen in unserer Gesellschaft zum Anlass genommen, selbst die Initiative zu ergreifen. So entstehen vielerorts sogenannte „Gabenzäune“, an denen Sachspenden hinterlassen werden können. 

Der Gabenzaun am Karl-Klotz-Haus in Heidelberg. 

Dieses Ideal an Güte nehmen sich nun einige Heidelberger zum Vorbild: Nach Absprache mit dem Karl-Klotz-Haus können seit Donnerstagvormittag (26. März) am dortigen Maschendrahtzaun Spenden aufgehängt werden. Ob Lebensmittel, Hygieneartikel oder Kleidung – alle zweckdienlichen Sachspenden sind willkommen. Auch am Fairteiler in Eppelheim (Hauptsraße 56) wurden die ersten Gaben mit Tüten angebracht.

Es bleibt abzuwarten, ob diese karitative Aktion auch Personen anlockt, für die die Spenden nicht bestimmt sind. So geschehen am Donnerstag (26. März) in Düsseldorf: In der NRW-Landeshauptstadt haben zwei unbekannte Personen unter Zuhilfenahme eines Rollkoffers den Gabenzaun am Fürtstenplatz geplündert. Heidelberg soll nun auch „Pop-up-Bikelines“ bekommen. Autospuren werden dabei zu Radwegen umfunktioniert. 

Während in Deutschland noch die Ruhe vor dem Sturm herrscht, spitzt sich die Lage im benachbarten Elsass dramatisch zu. Auch für die heimische Landwirtschaft hat die Corona-Krise schwerwiegende Folgen: Kommt jetzt der Spargel-Schock

Übrigens: An Menschen, die sich bereits von Covid-19 erholt haben, richtet das Plasmazentrum Heidelberg nun einen dringenden Spendenaufruf. So kannst Du helfen!

Aufgrund von Covid-19 herrschen Kontaktsperren und viele Plätze sind geschlossen. Zahlreiche Menschen fragen sich nun, was sie an Ostern überhaupt noch machen dürfen, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen. Oberbürgermeister Eckart Würzner hat daher einen Appell an alle Heidelberger.

esk  

Quelle: Heidelberg24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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