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Amoklauf in Heidelberg: Trauerfeier für tote Studentin – Schweigeminute um 12:24 Uhr

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Von: Eliran Kendi

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Heidelberg - Eine Woche nach dem Amoklauf findet in der Peterskirche eine Gedenkfeier statt. Diese wird live übertragen. Um 12:24 Uhr wird außerdem zu einer Schweigeminute aufgerufen:

Update vom 31. Januar, 10:27 Uhr: Am Montag gedenkt Heidelberg an die Verletzten und das junge Opfer des Amoklaufs. Dafür findet ab 12 Uhr eine Trauerfeier in der Peterskirche statt. Unter anderem werden Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner, Innenminister Thomas Strobl und der Vorsitzende der Verfassten Studierendenschaft, Peter Abelmann, sprechen. Die Trauerfeier wird live übertragen. Um 12:24 Uhr wird außerdem zu einer Schweigeminute aufgerufen.

Amoklauf in Heidelberg: Gedenkort soll an Betroffene erinnern – neue Details zu Täter (†18)

Update vom 29. Januar, 12:09 Uhr: Der Opferbeauftragte der Landesregierung würde einen Gedenkort für die Opfer des Amoklaufes an der Universität Heidelberg begrüßen. „Es ist wichtig, dass in irgendeiner Form der erschossenen Studentin und ihrer drei verletzten Kommilitonen gedacht wird“, sagte Alexander Schwarz der Deutschen Presse-Agentur. Das müsse allerdings mit den Angehörigen der getöteten 23-Jährigen abgestimmt werden. Die Studentenvertreter hatten einen permanenten Trauerort auf dem Campus ins Gespräch gebracht. Dort werden schon an verschiedenen Stellen, etwa in der Mensa, Blumen abgelegt. „Der Ort, der die größte Beachtung findet, wäre ein Kandidat für eine permanente Lösung“, sagte eine Mitarbeiterin der Verfassten Studierendenschaft.

Auf dem Campus gibt es bei der Bioinformatik und in einem vom Studierendenwerk eingerichteten Raum Rückzugsmöglichkeiten. Der Saal, in dem das Verbrechen geschah, wird nach Auskunft der Vertreterin der Studierendenschaft in diesem Semester nicht mehr genutzt. Bei einer Trauerfeier in der Peterskirche verbunden mit einer Schweigeminute erinnert die Universität Heidelberg am kommenden Montag an die Geschehnisse, „die an diesem Tag eine Woche zuvor die akademische Gemeinschaft und alle mit ihr verbundenen Menschen zutiefst getroffen und erschüttert haben“.

Amoklauf in Heidelberg: Details zum Opfer (†23) – Stadt legt Kondolenzbuch aus

Update vom 29. Januar, 11 Uhr: Nach dem Amoklauf an der Uni Heidelberg erheben Studenten der Pädagogischen Hochschule schwere Vorwürfe gegen die Hochschulleitung – diese meldet sich nun zu Wort. Unterdessen werden immer mehr Details zum mutmaßlichen Amokläufer (†18) bekannt, der in der Mannheimer Schwetzingerstadt lebte.

Update vom 28. Januar, 07:52 Uhr: Nach der Gewalttat in einem Uni-Hörsaal auf dem Campus im Neuenheimer Feld vom Montag ist das Bedürfnis der Heidelberger groß, ihre Anteilnahme und Trauer auszudrücken. Die Stadt Heidelberg hat im Rathaus ein Kondolenzbuch ausgelegt. Es ist zu den regulären Öffnungszeiten des Rathauses (montags-freitags 8-18 Uhr) zugänglich). Das Kondolenzbuch wird die Stadt anschließend der Ruprecht-Karls-Universität überreichen. Wegen der Corona-Pandemie ist der Zugang zum Rathaus nur mit 3G-Nachweis und FFP2-Maske möglich.

Amoklauf in Heidelberg: Details zum Opfer (†23) – Dauerhafter Trauerort im Gespräch

Erstmeldung vom 27. Januar: Ein 18 Jahre alter Student hat am Montag (24. Januar) in einem Hörsaal mehrmals auf andere Studierende geschossen. Dabei wurden drei weitere Menschen verletzt. Nach dem Amoklauf in Heidelberg tötete sich der 18-Jährige selbst. Das Motiv der Tat bleibt weiter unklar. Die Durchsuchung der Wohnung des Tatverdächtigen in Mannheim und die noch laufende Auswertung von Mobiltelefonen, Laptops und einem Tablet habe keine Hinweise auf eine persönliche Beziehung zwischen dem mutmaßlichen Täter und den Opfern ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

StadtHeidelberg
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohnerzahl158.741 (2020)
OberbürgermeisterProf. Dr. Eckart Würzner (parteilos)
Studierendeca. 39.000

Amoklauf in Heidelberg: Neue Details über Studentin (†23) nach Todesschüssen bekannt

Nach dem dramatischen Amoklauf an der Universität Heidelberg werden zunehmend neue Details bekannt. Nun ist auch die Identität des Todesopfers bekannt: Eine Studentin starb an den Folgen eines Kopfschusses. Die 23-Jährige stammt aus der Südpfalz und wurde laut Polizei in Landau geboren, sie wohnte zuletzt in Heidelberg. Zunächst hatte „Die Rheinpfalz“ darüber berichtet.

Hinweise zum Hintergrund der Attacke mit einer Schrotflinte erhoffen sich die Ermittler auch von der Obduktion der Leiche des Mannes und der von ihm erschossenen 23-Jährigen. Die Obduktion der Leiche könne etwa zeigen, wie nah der Amokschütze der Frau kam und ob sie ein Zufallsopfer oder gezielt ins Visier genommen war, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Wir wollen die Tat so genau wie möglich rekonstruieren.“

Heidelberg: War Amokläufer rechtsextrem oder psychisch krank?

Die Ermittler prüfen den Angaben zufolge außerdem Hinweise, wonach der Tatverdächtige in der Vergangenheit Mitglied der rechtsextremen Partei „Der Dritte Weg“ gewesen sein soll. Bereits durchgeführte Auswertungen digitaler Medien des Mannes sowie Zeugenaussagen aus seinem persönlichen Umfeld hätten bislang aber keine Erkenntnisse zu einer Radikalisierung oder zu Kontakten ins rechte Spektrum ergeben.

Amoklauf auf Uni-Campus in Heidelberg mit mehreren Verletzten
Pressekonferenz zum Amok-Lauf in Heidelberg: Thomas Strobl (CDU, l-r), Innenminister von Baden-Württemberg, Siegfried Kollmar, Polizeipräsident des Polizeipräsidium Mannheim, Andreas Herrgen, Leitender Oberstaatsanwalt und Leiter der Staatsanwaltschaft Heidelberg, Alexander Schwarz, Opferbeauftragter der baden-württembergischen Landesregierung, und Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Hochschulen und Forschung (24. Januar 2022). © Sebastian Gollnow

Nicht auszuschließen sei, dass eine im Raum stehende psychische Erkrankung des Verdächtigen ursächlich für die Tat gewesen sein könnte, hieß es. Der Vater des Schützen hatte nach Angaben der Polizei nicht lang vor der Tat eine WhatsApp-Nachricht erhalten, in der der Sohn die Tat ankündigte. Der Student schrieb, „dass Leute jetzt bestraft werden müssen“. Die Eltern des jungen Attentäters würden von der Berliner Polizei betreut, sagte ein Polizeisprecher. Auch sie litten enorm unter der schrecklichen Tat ihres Sohnes.

Amoklauf in Heidelberg befeuert Debatte über Sicherheit an Uni

Der Amoklauf hatte auch eine Debatte über Sicherheit an Hochschulen entfacht. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der Universitäten und Rektor der Universität Hohenheim, Stephan Dabbert, sagte: „Die Universitäten verstehen sich als weltoffene Bildungsstätten, in denen auch in diesen schweren Zeiten Austausch und Kommunikation stattfinden – sie sind damit Teil einer offenen Gesellschaft.“ Zugangskontrollen liefen diesem Selbstverständnis entgegen. Das bedeute aber nicht, dass die Universitäten Notsituationen hilflos ausgeliefert seien. „Alle Landesuniversitäten verfügen über Notfall- und Krisenpläne – diese haben im Fall von Heidelberg auch gegriffen, so dass die Einsatzkräfte innerhalb weniger Minuten vor Ort sein konnten.“

Polizisten untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität, wo es einen Amoklauf gegeben.
Polizisten untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität, wo es einen Amoklauf gegeben. © Sebastian Gollnow/picture alliance/dpa

Der 18-jährige Amokläufer soll mit einem Taxi von Mannheim zum Tatort ins Neuenheimer Feld in Heidelberg gefahren sein. Die beiden Waffen sollen dabei in einer Sporttasche im Kofferraum des Taxis transportiert worden sein.

Amoklauf Heidelberg: Seelsorger in Peterkirche – Uni denkt über dauerhaften Trauerort nach

Den Studenten in Heidelberg wird ab Donnerstag (27. Januar) bis einschließlich Sonntag (30. Januar) in der Peterskirche Seelsorge angeboten. Wie die Pressestelle der evangelischen Kirche mitteilt, hat die Peterskirche jeweils von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Ein Kondolenzbuch wird außerdem in der Kirche ausgelegt.

Man plant außerdem an der Uni einen dauerhaften Gedenkort einzurichten. „Wir denken darüber nach, einen dauerhaften Trauerort auf dem Campus zu etablieren“, sagt der Vorsitzende der Verfassten Studierendenschaft, Peter Abelmann, der „Rhein-Neckar-Zeitung“ in Heidelberg. Es sei der Wunsch da, dass die Tat aufgearbeitet werde, so Abelmann. Viele Studierende wünschten sich auch einen permanenten Trauerort. Es müsse aber auch dauerhafte Unterstützungsangebote für die Studierenden geben, für viele sei es das erste traumatische Erlebnis in ihrem Leben. „Und bei manchen werden Traumata bleiben. Wir werden das Ganze nicht so schnell beiseiteschieben können“, meint er weiter. Dennoch plädiert der Studierendenvertreter weiter für eine offene Universität in Heidelberg. Dass eine solche Tat die gesamte akademische Institution ins Wanken bringe, sei nichts, was man sich vorstellen könne, und nichts, was man wolle. „Wir können deswegen nicht aufhören zu leben. Wir müssen weitermachen.“ (esk mit dpa)

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