Schock-Prognose

Forscher warnen vor neuen Rinderwahn-Opfern: BSE schlummert bis zu 50 Jahre im Körper

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Den BSE-Skandal und seine fatalen Folgen haben viele noch lebhaft in Erinnerung. Forscher geben jetzt verstörende Prognose ab.

Der BSE-Skandal der 80er und 90er Jahre hatte viele Todesopfer zur Folge. Und die Gefahr ist nicht gebannt: Auch in Zukunft wird es Betroffene geben, schätzen Wissenschaftler.

Er gilt als einer der verheerendsten Lebensmittelskandale überhaupt: Die Tierseuche BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie), auch "Rinderwahnsinn" genannt, die in den 80er Jahren in Großbritannien ausbrach. Zuerst als nicht auf den Menschen übertragbare Krankheit von der britischen Regierung deklariert, kam es 1985 zur ersten Infektion eines Menschen. Bei diesem ersten Fall der varianten Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) - die menschliche Variante von BSE - sollte es nicht bleiben.

Rinderwahn springt auf Menschen über: Symptome der varianten Creutzfeldt-Jakob-Krankheit

Der Gehirnerkrankung fielen seitdem 177 Menschen zum Opfer. Sie hatten sich durch den Verzehr von infiziertem Rindfleisch mit einem virusähnlichen Protein angesteckt, das Hirngewebe zerstört und in kurzer Zeit zum Verlust der Gehirnfunktionen führt. Betroffene konnten plötzlich nicht mehr richtig laufen, hatten neben Koordinations- auch Gedächtnisstörungen und Verwandte berichteten von Persönlichkeitsveränderungen. Im weiteren Verlauf konnten die Betroffenen nicht mehr gehen und stehen, entwickelten eine Demenz, wurden pflegebedürftig und verstarben. Die variante Creutzfeldt-Jakob-Krankheit endet immer tödlich.

Vor dem Hintergrund schockiert die Vermutung, die Wissenschaftler in einer aktuellen Dokumentation der britischen Rundfunkanstalt BBC anstellenSie gehen davon aus, dass auch in den kommenden Jahren immer wieder Fälle von BSE beim Menschen diagnostiziert werden. Grund ist die lange Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion mit dem Erreger und dem Auftreten der ersten Symptome. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass der Inkubationszeitraum bei vCJK Jahre bis Jahrzehnte betragen kann - der Krankheitserreger also lange Zeit im Körper schlummern kann, bis er aktiv wird. Das Fatale: Es gibt bis heute weder eine Möglichkeit der Therapie noch eine Impfung, die die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verhindern würde.

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In vielen Briten schlummert der BSE-Erreger noch heute

Als klar war, welche Auswirkungen der Verzehr von infiziertem Rindfleisch hatte, wurden bis 1989 rund 4,4 Millionen Rinder geschlachtet, um die Ausbreitung von BSE unter den Tieren zu stoppen und auch die Gefahr für den Menschen zu bannen. Für die rasante Ausbreitung von BSE war damals das Knochenmehl verantwortlich, das aus kranken Rindern gewonnen und als künstlicher Proteinzusatz wieder an lebende Rinder verfüttert wurde. Durch diese Art Kannibalismus steckten sich die Tiere an und kamen in Form von Wurst und Fleisch in die menschliche Nahrungskette.

Doch auch wenn der BSE-Skandal bereits über zwei Jahrzehnte zurückliegt: In vielen Briten, die in der Zeit des BSE-Skandals Rindfleisch konsumiert haben, schlummert der BSE-Erreger immer noch. So soll einer von 2.000 Briten mit vCJD infiziert sein, ohne davon zu wissen. Das berichtete die Welt unter Berufung auf eine Studie des Institute of Neurology des University College London. Studienleiter Sebastian Brandner kommentierte die Studienergebnisse mit verstörenden Worten: "Umgerechnet heißt das, dass mehr als 30.000 Briten eine tödliche Erkrankung in sich tragen, die bereits in ein paar Jahren oder ebenso niemals ausbrechen kann". In der Studie wurden 32.441 Blinddarmproben untersucht. Darunter waren sechzehn, in welchen die Forscher den gesuchten Marker gefunden hatten: das abnormale Prionprotein (PrP), das die variante Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslösen kann.

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jg

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