Übergewicht in Deutschland

Volkskrankheit Übergewicht: Deutsche werden immer dicker

Übergewicht belastet den gesamten Kreislauf. Aus überflüssigen Pfunden können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden resultieren.
+
Übergewicht belastet den gesamten Kreislauf. Aus überflüssigen Pfunden können Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden resultieren.

Deutschland hat ein dickes Problem: Die Anzahl der Übergewichtigen nimmt ebenso zu wie das Gewicht, das sie auf die Waage bringen.

Bereits seit mehreren Jahren warnen Experten aus Medizin und Forschung vor den Folgen, die Übergewicht mit sich bringt. Herzprobleme, Atemnot oder frühzeitiger Gelenkverschleiß – überflüssiges Gewicht stellt eine Belastung für den gesamten Organismus dar. Obgleich die Fitness-Industrie boomt, nimmt der Löwenanteil der Gesellschaft nicht ab. Im Gegenteil – die Zahl der Übergewichtigen und Adipösen steigt. Besonders unter Kindern, jungen Erwachsenen und Frauen steigt der Prozentsatz derer, die aufgrund überflüssiger Pfunde gesundheitliche Probleme erleiden.

Wird die Zukunft übergewichtig?

Lange Zeit prognostizierten Wissenschaftler den Deutschen eine ungesunde Zukunft. Bereits im Jahr 2017 schrieb die Deutsche Gesellschaft für Ernährung „So dick war Deutschland noch nie“. Man warnte vor einer Belastung des Gesundheitssystems, scheinbar ohne Ergebnis. Im April 2019 kam das Ärzteblatt zu dem Ergebnis, dass mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland zu viel auf den Rippen hat. Doch der 14. DGE-Ernährungsbericht, veröffentlicht im November 2020, macht neue Hoffnung. In vielen Bereichen ernähren sich die Deutschen besser als noch vor vier Jahren. Beerenobst und Hülsenfrüchte kommen häufiger auf den Tisch. Der Konsum von Schweinefleisch und Milchprodukten sinkt. Statt Saft und Spirituosen greifen wir öfter zu ungesüßtem Tee und Mineralwasser.

Diese Entwicklung lässt eine Trendwende hoffen. Noch 2019 erreichten immer mehr Menschen den für Europa ideal geltenden BMI von 18 bis 24,9 nicht mehr. 60 Prozent der Bevölkerung überschritten das Normalgewicht und entwickelten sich damit zu einer Belastung für das Gesundheitssystem. Ein Anstieg zeigte sich vorrangig bei Kindern und Frauen. Dabei ist das überflüssige Gewicht kein ausschließlich optisches oder finanzielles Problem. Am meisten leidet die Gesundheit unter Waschbärbauch, Rettungsring und Co. Wer zu viel Körpergewicht hat, setzt seinem Körper einer Art Stressreaktion aus. Der Stoffwechsel steht unter Dauerbelastung, woraus beispielsweise:

* chronische Entzündungen,

* erhöhter Blutdruck,

* Knochen- und Gelenküberbelastungen

folgen. Im Körper gibt es fast kein Organ, das nicht unter der Adipositas leidet.

Aber wenn es so schädlich ist, warum lässt unser Körper Übergewicht überhaupt zu? Lange Zeit waren genetische Krankheitsbilder wie Fresssucht im Fokus der Wissenschaft. Diese machen nachweislich jedoch maximal fünf Prozent aller Adipositas-Fälle aus. Stärkere Einflussfaktoren auf unser Gewicht sind:

* das Bewegungsverhalten,

* die Ernährungsweise und

* der Lebensstil.

Eine kleine Gemeinheit der Natur: Unser Körper wurde in der Evolution auf Mangel optimiert. Unser Stoffwechsel und der Hormonhaushalt sind darauf vorbereitet, immerhin gab es früher ein geringes Nahrungsangebot. Um sich Energie zu beschaffen, musste gesammelt oder gejagt werden. Aufgrund der körperlichen Aktivität hatte der menschliche Organismus bis vor wenigen Jahrhunderten nicht die Chance, übermäßig viel Fett anzusetzen. Dementsprechend fehlte die Möglichkeit, sich auf das permanente Überangebot an Nahrung vorzubereiten. Dieses sorgt in der heutigen Zeit dafür, dass wir mehr Energie zu uns nehmen, als wir eigentlich brauchen. Übergewicht ist damit ein Wohlstandsproblem.

Wie rücken wir dem Fett zu Leibe?

Um den unliebsamen Fettpölsterchen den Kampf anzusagen, sollte man zunächst herausfinden, warum der Körper Fettreserven speichert. Bekommt er zu viel süße und energiedichte Nahrung? Fehlt es ihm an Bewegung? Vielen Menschen kann bereits eine Ernährungsumstellung helfen, ihr Gewicht unter Kontrolle zu bringen. Mehr Grünes und weniger Zucker sind eine einfache Faustregel, um die Pfunde purzeln zu lassen. Zugegeben, es ist nicht leicht, die Finger von Schokolade oder Wein zu lassen – zumal eine Studie aus den USA bewiesen haben will, dass diese Lebensmittel vor Corona schützen – doch Konsequenz muss nicht vollständigen Verzicht bedeuten.

Wer sich kleine Genüsse in Maßen und nicht in Massen gönnt, kann gesund und dennoch lecker abnehmen. Neben der abwechslungsreichen Ernährung, die vorzugsweise protein- und vitaminreich ausfällt, ergibt es Sinn, Sport in den Alltag zu integrieren. Bereits 20 Minuten dreimal in der Woche reichen aus, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Damit man das Training auch durchhält, sollte man im Vorfeld überlegen, welche Übungen den individuellen Anforderungen und Vorlieben entsprechen. Die Motivation stellt beim Abnehmen einen wichtigen Faktor dar. Weitere Infos finden sich auf der Website abnehmtricks-und-abnehmtipps.de.

Warum unser Körper uns ständigen Hunger „vorspielt“

Scheinbar locken überall süße Versuchungen. Wer jeder davon erliegt, muss mit steigendem Gewicht und gesundheitlichen Folgen rechnen.

Unser Alltag strotzt vor kulinarischen Versuchungen, die unserem Gehirn einen ständigen Handlungsdrang suggerieren. Wir verspüren aufgrund der großen Auswahl Appetit, obwohl der Körper gesättigt ist. Bekommt er dennoch ein Eis, ein Törtchen oder einen Schokoriegel, aktiviert sich automatisch das körpereigene Belohnungssystem. Unser Organismus schüttet Glücksgefühle aus, sodass wir mehr davon möchten. Damit geht ungesunde Ernährung sogar mit einem Suchtpotenzial einher. Grundlegend stellt die Tatsache, dass Essen uns glücklich macht, kein Problem, sondern einen evolutionären Trick dar. Dieser soll verhindern, dass wir verhungern.

Die Industrie nutzt den angeborenen Instinkt aus, um uns mit geschickt platzierten Werbebotschaften zu manipulieren. Es werden Geschmackserlebnisse und sofortige Genüsse versprochen. Durch diese rücken langfristige gesundheitliche Bedenken in den Hintergrund. Statt fettiger oder süßer Kost empfehlen Experten gesünderes Fastfood und kleinere Portionsgrößen. Bereits diese kleinen Tricks können dazu beitragen, den Trend zur Fettleibigkeit aufzuhalten. Erste Schritte sind mit vegetarischen und veganen Alternativen sowie No-Sugar-Snacks gemacht. Wer diese kauft, sollte jedoch genau die Inhaltsstoffe im Auge behalten. Die Industrie hat den Wunsch nach gesünderen Lebensmitteln natürlich bemerkt und scheut vor Werbeversprechen wie „Ohne Zucker“ oder „Ohne Fett“ nicht zurück. Dass diese Nahrungsmittel alternative Süßstoffe enthalten, wird wohlweislich verschwiegen.

Allerdings ist Abnehmen zuerst eine Kopfsache. Nur wer sein Gewicht wirklich reduzieren möchte, kann auch Erfolge verbuchen und sich gegen Verlockungen wappnen. Daher sind ständige Mahnungen kein Lösungsansatz – da sind sich die Experten einig. Vielmehr benötigen die Menschen mehr Bewegungsanreize und gesunde Alternativen, die dennoch die Geschmacksnerven ansprechen. Auch die Vorbildwirkung sollte nicht unterschätzt werden. Leben Eltern ihrem Nachwuchs eine gesunde und ausgewogene Ernährung vor, stehen die Chancen, dass die Sprösslinge diesen Lebensstil übernehmen, nicht schlecht.

Weitere Maßnahmen, die gegen unser dickes Problem helfen können, sind Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel mit Kinderoptik. Auch eine Mehrwertsteuersenkung auf Obst und Gemüse kann zukünftig Kaufanreize schaffen. Bisher sind viele dieser Handlungen jedoch Zukunftsmusik.

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare