Union legt Papier vor

Mehr Gestaltungsspielraum für Physiotherapeuten?

Berlin - Es gibt Hoffnung für Physiotherapeuten, Logopäden und Masseure in Deutschland. Denn die Union will ihre Stellung aufwerten und ihnen mehr Eigeninitiative einräumen.

Die Union will die Stellung von Physiotherapeuten, Logopäden und Masseuren aufwerten und diesen mehr eigenständigen Gestaltungsspielraum geben. Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag unter Berufung auf ein Positionspapier der Unionsfraktion berichtete, sollen die Therapeuten nicht nur mehr Geld bekommen, sondern auch das Recht erhalten, ohne ärztliche Vorgabe darüber zu entscheiden, welche Anwendungen ihre Patienten brauchen. Es könne sogar auch erprobt werden, ob sich Patienten ohne vorherigen Arztbesuch direkt an Therapeuten wenden könnten, hieß es demnach unter Hinweis auf entsprechende Regelungen in den Niederlanden und in Schweden.

Dem Bericht zufolge wird in dem Papier mit Feldstudien argumentiert, wonach sich durch die Neuregelung sogar Kosten einsparen ließen. Wenn Ärzte den Therapeuten keine Vorgaben machten, verringere sich die Zahl der Anwendungen. Zugleich seien die von den Krankengymnasten selbst vorgeschlagenen Maßnahmen für die Gesundheit des Patienten effektiver. Außerdem würden Ärzte weniger in Anspruch genommen, was zugleich auch den Ärztemangel lindern könne.

Bislang ist in Deutschland eine ärztliche Verordnung Voraussetzung für eine Heilbehandlung beispielsweise durch Physiotherapeuten. Darin schreibt der Arzt dem Therapeuten auch vor, welche Anwendung der Patient erhalten soll.

Die Union will mit ihrer Initiative laut "SZ" die therapeutischen Berufe stärken und für Nachwuchs wieder attraktiver machen. Dazu gehörten eine moderne Ausbildung, eine gute Bezahlung und eine stärkere Verantwortung, zitierte das Blatt den zuständigen Berichterstatter der Fraktion, Roy Kühne. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagte der "SZ": "Therapeuten sind eine wichtige Stütze unseres Gesundheitswesens. Wir müssen diesen Beruf zukunftsfähig und attraktiv für Nachwuchs machen."

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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