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Wenn der Rücken schmerzt, geraten Patienten nach Jahren des Leidens oft ins Krankenhaus - selbst wenn sie dort gar keine Behandlungen bekommen, die nur in der Klinik gemacht werden können. Foto: Arno Burgi/Symbol

Rückenschmerzen treiben immer mehr Patienten ins Krankenhaus

Berlin - Wenn der Rücken schmerzt, geraten Patienten nach Jahren des Leidens oft ins Krankenhaus - selbst wenn sie dort gar keine Behandlungen bekommen, die nur in der Klinik gemacht werden können. Was könnte besser helfen?

Immer mehr Patienten mit Rückenschmerzen kommen ins Krankenhaus - vielen Betroffenen wäre laut Barmer GEK aber beim Arzt oder Therapeuten besser geholfen. Die Zahl solcher Krankenhausfälle stieg von 2006 bis 2014 von rund 282 000 auf 415 000.

Das geht aus dem Krankenhausreport 2015 der Barmer hervor. Mehr als jeder Dritte werde dort gar nicht behandelt und gehöre deswegen eigentlich gar nicht in die Klinik, heißt es darin.

Rund 140 000 Patienten würden im Krankenhaus weder operiert noch bekämen sie eine spezielle Schmerztherapie. "Wir sehen eine deutliche Fehlentwicklung", sagte Barmer-GEK-Chef Christoph Straub. Viele Rückenpatienten hätten - nicht selten bis zu sieben Jahre lang - viele Stationen im Gesundheitswesen durchlaufen, bevor sie in der Klinik landeten.

Doch auch den bereits seit Längerem bekannten Trend immer zahlreicherer Rücken-OPs bestätigt der neue Report. So nahmen die Eingriffe an den Bandscheiben von 2006 bis 2014 um 12,2 Prozent zu - in steigendem Maß gefolgt von einer weiteren, zusätzlichen OP zur Versteifung der Wirbelsäule. Mehr als doppelt so oft gab es auch spezielle Schmerztherapien mit Spritzen.

Die Schmerzen sind danach oft aber nicht weg. Nach einer Patientenumfrage innerhalb des Reports ist nur jeder Zweite operierte und jeder Vierte mit Schmerztherapie ohne Einschränkung mit dem Ergebnis zufrieden. Studienautorin Eva Maria Bitzer forderte die Ärzte auf, die Patienten vorher darüber aufzuklären, dass nicht unbedingt Schmerzfreiheit zu erwarten ist.

Um die Lage für die Patienten zu verbessern, forderte die Barmer GEK verstärkt frühe Behandlungen. Hausärzte sollten zudem koordinieren, dass Schmerzpatienten gleichermaßen von Besuchen etwa bei Orthopäden, Physio- und Sporttherapeuten versorgt werden.

Für die Patienten sei es am wichtigsten, dass die Schmerzen nicht chronisch würden, sagte Barmer-GEK-Chef Straub. "Gerade weil offenbar ein Teil der Patienten durch das Gesundheitssystem irrt, ohne dass ihnen wirklich geholfen wird."

Insgesamt kamen zuletzt wieder mehr Patienten ins Krankenhaus - aber im Schnitt kürzer. Die durchschnittliche Verweildauer nahm von 2006 bis 2014 um 12 Prozent auf 7,7 Tage ab.

Barmer GEK Krankenhausreport 2015

Pressemappe zum Report

Link zu einer TK-Rückenstudie

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