Herbstlust statt Frust

Bye bye, Herbstblues: So bekämpfen Sie die trübe Stimmung

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Wenn der Sommer geht, geht bei vielen auch die gute Laune gleich mit. Das muss aber nicht sein, wenn man die richtigen Tricks kennt.

Eigentlich braucht man für diese Einsicht nicht mal unsere Wettervorhersage. Es reicht schon ein Blick aus dem Fenster, auf den Regenmesser und das Thermometer: Der Sommer ist vorbei und zwar vollends. Und auch wenn wir einige trockene Tage hatten bzw. noch haben werden, so ist doch der goldene Oktober, wie man ihn sich als Sommerfan wünscht, meist nur ein Wunschtraum – und überhaupt, ein Ersatz für den Sommer ist es doch nie.

Kein Wunder also, wenn so manche Leser derzeit kräftig Trübsal blasen – so trocken der Sommer auch war. Allerdings ist das kein adäquates Gegenmittel gegen den Herbstblues. Im Gegenteil, wer sich jetzt in seiner Trauer über den verflossenen Sommer und die vor uns liegenden Wintermonate suhlt, bekommt erst recht Probleme mit dem noch böseren Bruder namens Winterblues. Dagegen heißt es ankämpfen – mit den folgenden Tricks wird das ganz leicht.

1. Schlemmen

Wenn es heiß ist, haben die wenigsten große Lust, sich noch den Bauch mit schwerem Essen vollzuladen. Und dann gibt es ja auch immer noch sowas wie die Strandfigur, die man sich nicht ramponieren möchte.

Schlemmen macht gute Laune, egal was die Hüfte auch dazu sagt.Und solange man es nicht übertreibt, ist es der perfekte Herbstlues-Killer.

Aber: Wer nicht noch vorhat unseren Tipp Nummer 4 zu befolgen, ist derzeit einige Monate von der nächsten Gelegenheit entfernt, seinen Body am Strand präsentieren zu müssen. Eingedenk dessen sollte man bedenken, welche Auswirkungen leckeres Essen auf unsere Psyche hat. Nämlich ganz enorme; der Spruch, dass Essen Leib und Seele zusammenhält, ist nämlich nicht bloß eine Redewendung und Ausrede für üppige Nachschläge, sondern wissenschaftlich bestätigt.

Nein, das gilt nicht nur für Schokolade (aber auch). Hauptsächlich hat das mit den Inhaltsstoffen mancher Lebensmittel zu tun. Vereinfacht ausgedrückt werden diese im Körper zum Glücklichmacher-Hormon Serotonin verstoffwechselt – das uns in diesem Artikel noch sehr häufig begegnen wird.

Allerdings bedeutet das nicht, dass man deshalb nur spezielle Mood-Foods zu sich nehmen müsste. Gegen den Herbstblues ist generell alles erlaubt, was einem gut schmeckt – auch wenn oder gerade weil es in dicker Sahnesoße schwimmt oder beim Auspacken der geschmolzene Käse herabläuft. Gegenüber mieser Herbstlaune sind ein paar Zusatz-Kilos das bei weitem geringere Übel.

2. Raus, raus! 

Der menschliche Körper ist manchmal ein echter Miesepeter. Bei 15 Grad im Oktober reagiert er beim kleinsten Lüftchen als würde er von einem sibirischen Wintersturm getroffen – wo er zwei, drei Monate später bei den gleichen Wetterbedingungen froh über das milde Wetter wäre. 

Das liegt natürlich an der mangelnden Akklimatisierung. Noch liegen die warmen Tage zu kurz zurück, sodass uns 15 Grad kalt vorkommen. Allerdings sollte das wirklich keine Ausrede sein, sich aktuell in der Wohnung zu verkriechen. Denn bei jedem Gang draußen trifft Sonnenlicht auf unsere Augen und Haut; ja, auch wenn der Himmel bedeckt ist. 

Dieses bisschen Licht kann den Unterschied zwischen Stimmungstief und Laune-Hoch ausmachen, denn auch es ist für Serotonin-Ausschüttung verantwortlich – wohingegen das kuschlige Verbarrikadieren auf der Couch vermehrt Melatonin ausschüttet, das für die abendliche Einleitung der Müdigkeit verantwortlich ist und in zu hoher Dosierung einer der wichtigsten Auslöser für Herbstblues ist.

3. Blumen rein

Das, was wir am Frühjahr und Sommer lieben und was selbst den Herbst noch hübsch macht, ist die Farbenpracht der Natur. Bloß können selbst die rotgoldigsten Blätter nichts machen, wenn der Himmel die Farbe von Blei hat und es wie aus Eimern regnet. 

Draußen mögen sie weg sein. Drinnen kann man sich jedoch mit bunten Blumen die Sommerlaune wieder in sein Heim bringen.

Dagegen muss man jetzt vorgehen, indem man beim Floristen und im Gartenmarkt auf Shoppingtour geht. Egal ob Lilien, Chrysanthemen und andere Schnittblumen oder gleich schöne Topfpflanzen: Wenn es grünt und am besten noch blüht, sollte es jetzt in rauen Mengen in die Wohnung einziehen dürfen. 

Übrigens: Diesen Effekt kann man noch dadurch verstärken, indem man sich in Sachen Garderobe nicht in die trüben Erdtöne seiner Mitmenschen einreiht, sondern auch hier kunterbunt Farbe bekennt.

4. Ab in den Süden

Wenn die Sonne in Deutschland nicht mehr will, sollte man sich eben eine Auszeit dort gönnen, wo sie es noch tut. Am besten eignet sich, insbesondere wenn es nur über das Wochenende geht, alles rund ums Mittelmeer.

Das bringt uns zum vielleicht schönsten Herbst-Ziel, Griechenland. Im Oktober, teils auch November ist das Wetter da überall noch wonnig. Die Hotels haben noch geöffnet, es herrscht aber ruhige Nachsaison, alles ist weniger überlaufen, man hat mehr Ruhe – perfekt, wenn man das Land und seine Inseln zum ersten Mal in Ruhe entdecken möchte.

Ebenfalls nah und auch gut als Fluchtort geeignet sind:

  • Sizilien
  • Südspanien (Mittelmeerküste) 
  • Ägypten 
  • Kanarische Inseln

Wer sein Jahresurlaubskonto noch kaum angetastet hat und den langen Flug nicht scheut, kann natürlich auch dahin jetten, wo der Sommer nie wirklich endet. Ab Ende Oktober wird es in einem kleinen Eiland langsam trocken – den Malediven. Da endet dann nämlich die Regenzeit, aber die Temperaturen bleiben buchstäblich paradiesisch.

Darf es noch weiter weg sein? Dann vielleicht dahin, wo es kältegeplagte US-Amerikaner dieser Tage hinzieht: Cancún am Südost-Ende Mexikos am Golf gelegen und mit Sonnengarantie versehen.

5. Herzhaft lachen

Hand aufs Herz, der Sommer ist auch deshalb so schön, weil man so herrlich sorglos mit seinen Freunden bis in die Nacht draußen sitzen und Spaß haben kann. Doch selbst wenn man sie jetzt zu sich einlädt, ist es – drinnen – nicht wirklich das gleiche. 

Ein paar saftige Lacher vor dem Bildschirm können tagelang die Seele erfreuen. Daher sind Comedies derzeit das beste Fernsehprogramm.

Was man allerdings alternativ tun kann, um die Laune zu heben, ist, die Lachmuskeln ordentlich anzustrengen. Kein Witz, denn Lachen ist quasi ein Schneeballeffekt. Wir lachen, der Körper produziert Serotonin, die Laune steigt, wir lachen wieder. 

Auf einer ganz niedrigen Basis sollte man damit beginnen, so häufig wie möglich die Mundwinkel nach oben zu ziehen, auch wenn man keinen echten Grund hat. Schon das verbessert wissenschaftlich erwiesen die Stimmung

Noch effektiver ist es natürlich, seinem Gehirn wirklich einen Grund zum Lachen zu geben. Vielleicht entdeckt man dazu auf YouTube seinen neuen Lieblings-Comedian oder man schaut sich Filme an, die nach einhelliger Meinung wirklich komisch sind. Etwa:

1. Die Ritter der Kokosnuss

2. Anchorman

3. Hangover

4. Tucker and Dale vs. Evil

5. Space Balls

6. Hot Shots II

7. Police Academy

8. Zoolander

9. Ted

10. Pappa ante Portas

Doch selbst wer hier nichts für sich findet: Kein Film könnte im Kampf gegen den Herbstblues zu alt oder albern sein. Vielleicht hilft ja auch der gute alte Bud Spencer...

6. Sonnenbank

Die echte Sonne reicht nicht aus? Das Urlaubskonto ist bereits geleert? Dann sollte man sich auch als Mensch, dem Bräune nicht so wichtig ist, mal von Google die nächsten Sonnenstudios anzeigen lassen. 

Der Effekt, den man dort in wenigen Minuten erfährt, ist der gleiche, den man am Strand genießt – bloß aus speziellen Neonröhren statt vom Himmel. Und abermals funktioniert die Serotonin-Ausschüttung.

7. Sport 

Wer unseren ersten Tipp befolgt, wird sehr wahrscheinlich schon nach den ersten Mahlzeiten eine deutliche Stimmungsverbesserung bemerken. Bei wem das aber zulasten eines nagenden schlechten Gewissens im Hinterkopf geht, der sollte das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und Sport machen. 

Ja, ganz primär verbrennt Sport Kalorien und erlaubt es einem so, vollkommen ohne Reue genussvoll gegen den Herbstblues anzuschlemmen. Doch die Anstrengung kann noch mehr. Denn Sport powert den Stoffwechsel hoch. Der hat dieser Tage weit weniger zu tun als im Sommer, schon weil sich die meisten wesentlich weniger im Freien aufhalten und bewegen. 

Auch hier gilt: Erlaubt ist alles, was einem gefällt. Praktisch wäre es natürlich, seine tägliche Draußen-Dosis mit dem Sportlichen zu verbinden; das ist aber kein Muss. Auch in der Halle findet man zwischen Indoor-Climbing, Squash und Aerobic genügend Stimmungs-Antreiber.

Gut für den Körper, gut für die Seele und ganz einfach zu merken: Wenn es den Schweiß fließen lässt, ist es automatisch gut gegen Herbstblues.

Fazit 

Der Sommer mag vorbei sein. Das ist aber keine Ausrede, um sich im Haus zu verbuddeln und ihm hinterher zu weinen. Wer das tut, bei dem ist der Herbstblues schon vorprogrammiert. Da hilft nur Angriff in Richtung Serotoninproduktion. Und dafür sollte (beinahe) jedes Mittel recht sein.

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