Kleine Weinkunde weltweit

Beliebte Weine aus unterschiedlichsten Regionen der Welt

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In einer geselligen Runde schmeckt der Wein noch viel besser.

Deutschland belegt europaweit den dritten Platz in Sachen Weinkonsum, direkt hinter Frankreich und Italien. Dabei werden gerne die Weißweine genossen, die aus eigenen Gefilden kommen.

Deutschland selbst ist ein recht kleiner Produzent. Die beiden weißen Sorten Riesling und Müller-Thurgau werden am häufigsten angebaut und nehmen rund ein Drittel der Flächen ein. Aufgrund der günstigen klimatischen Lage sind vor allem zwei Gebiete über die Grenzen hinaus bekannt:

  • Rheinhessen: Mit etwa 26.500 Hektar Fläche wird in Deutschland nirgendwo so viel Wein angebaut wie hier. Durch die Größe bietet sich eine unglaubliche Vielfalt an unterschiedlichen Böden und entsprechend auch Rebsorten. Fast 70 Prozent der Produktion nehmen weiße Weine ein. Bereits seit dem 20. Jahrhundert vor Christus wird hier Wein angebaut – ein traditionsreiches Erbe also. 
  • Pfalz: Diese Region stellt das zweitgrößte Anbaugebiet dar (ca. 23.000 Hektar) und wird liebevoll auch als „die Toskana von Deutschland“ bezeichnet. Rund ein Viertel der deutschen Weine wird hier erzeugt. Zahlreiche Weinbaubetriebe der Region üben ihre Leidenschaft im Anbau zumeist als Genossenschaften im Nebenerwerb aus. Ein Wein aus der Pfalz ist bis zu 60 Prozent ein Weißwein. Sandige, kalkhaltige und steinige Böden bieten optimale Bedingungen für die Rebstöcke.  

Für viele ist es spannend, einen Blick über den eigenen Glasrand zu werfen, um neue Weingüter zu entdecken, die auf der ganzen Welt seit vielen Jahren all ihre Leidenschaft in den Weinanbau stecken. Hinter den Familienunternehmen steckt jahrhundertelange Tradition und Expertise, die in außergewöhnlichen Weinen zum Ausdruck kommt.

Deutscher Klassiker: Kloster Eberbach

1136 gründete sich das Kloster Eberbach. Heute gehört es zu einem der ältesten und zugleich berühmtesten Weingüter in ganz Deutschland. Sein Einfluss auf Europa ist nicht von der Hand zu weisen. Das Erfolgsprinzip dieser Weine sind die Ursprünglichkeit und der unkomplizierte Gebrauch im Alltag. Hier eröffnet sich ein Portfolio, das von einfachen und schmackhaften Weinen bis hin zu erstklassigen Spitzenweinen reicht.

Es ist den einstigen Zisterzienser Mönchen zu verdanken, dass das Kloster schon bald nach der Gründung zu Wohlstand gekommen ist. Der Grund dafür war einfach: Die Mönche brauchten Wein für ihre Messen. Schon bald bauten sie ihren Einfluss aus und besaßen sogar eine eigene Weinflotte. Heute ist davon auszugehen, dass dieses Kloster eine der Grundbausteine für die heutigen Qualitätsweine lieferte. Das Ergebnis sind facettenreiche Weine, die unterschiedlichen Geschmäckern gerecht werden und mit harmonischen, tiefsinnigen und zugleich fruchtigen und leichten Nuancen überzeugen.

1803 ging die Weinbaudomäne in staatlichen Besitz über. Heute gehören die hessischen Staatsweingüter des Klosters zu einem der wichtigsten deutschen Weingüter. In der Nähe des Klosters am Steinberg befindet sich die zentrale Kellerei. Die insgesamt 200 ha Weinberge und Anbauflächen sind mit ca. Dreiviertel Riesling bestockt. Zu den weiteren Weinsorten gehören Dornfelder, Spätburgunder ebenso wie Chardonnay und Weißburgunder.

Ursprünge in Frankreich: Weingüter der Familie Rothschild

Rothschild ist einer der faszinierendsten Namen, der für eine ganze Dynastie steht. Auch wenn mit diesem Titel heute Wein verbunden wird, hatte die Familie zunächst gar nichts mit dem Traubengetränk zu tun. Das erste Weingut kauften die Rothschilds 1853: das berühmte Château Brane-Mouton. 15 Jahre später erwarb die Familie Château Lafite-Rothschild.

Das rote Wappen bildet fünf Pfeile ab, die über Kreuz liegen. Jeder der Pfeile soll für einen der Söhne vom Bankier Amschel Mayer stehen, der im 18. Jahrhundert eigentlich den Start für diese glamouröse Familie legte. Heute liegt der Fokus nicht nur auf Frankreich. Die Einflussgebiete haben sich auf Argentinien, Portugal und Chile ausgeweitet.

Die Rothschild Weine sind aufgrund ihrer dezenten und diskreten Aura so beliebt. Weinkenner lieben die Raffinesse und die Eleganz, die in jedem Glas zum Tragen kommt. Dabei überlässt die Familie nichts dem Zufall, vor allen Dingen, wenn es um den Anbau und die Ernte geht. Nur so ist es möglich, über viele Jahre ein hohes Niveau zu halten.

Spanien: Celler Vall Llach - ursprünglich, naturverliebt und tiefsinnig

Mittlerweile seit über 20 Jahren spielt auch der Celler Vall Llach eine entscheidende Rolle unter den Weinkennern. So benennt das Weingut seine edlen Tropfen nach dem Dorf, aus dem die Trauben ursprünglich kommen. Die sanften Riesen bringen ein unnachahmliches Aroma in das Glas, das in der ganzen Welt von sich reden macht. Porrera ist das spanische Dörfchen, das inmitten des Anbaugebietes Priorat liegt und der Ursprung, jeder einzelnen Flasche Wein ist.

Wer an dieser Stelle einen wohlhabenden Ort sucht, wird überrascht sein. Die Menschen leben hier ein einfaches und ursprüngliches Leben. In den neunziger Jahren fand die Geschichte von Celler Vall Llach und seinen beiden Gründern Lluis Llach und Enric Costa den Anfang.

Eines der erklärten Ziele ist die Verbundenheit des Dorfes mit der Region in einen unnachahmlichen, bodenständigen köstlichen Wein zu verwandeln. Heute führt Enrics Sohn Albert Costa das Weingut. Er ließ sich nach seinem Studium in Kalifornien und Australien von den Winzern begeistern, um seine neuen Erkenntnisse in die Tradition des Weinguts einzubringen. Heimatverbunden, urban, bodenständig und in die Natur verliebt lässt er seine Leidenschaften in die Kollektionen und Weine einfließen. Dabei setzt dieses Weingut auf die Stärke der Böden, die genügend Wasser für die Wurzeln aufbringen müssen, um die Rebstöcke wachsen zu lassen. Diese breiten sich auf über 110 Jahre alten Weinbergen aus.

USA: Beringer Weingut unter Kalifornischer Sonne

Geht es über den großen Teich, finden Weinkenner und Liebhaber in Beringer eines der wichtigsten Weingüter aus den USA. Dieses Weingut trifft man in einem historischen Gebäude an, das an vergangene Jahrhunderte erinnert und seinen historischen Bezug nicht verleugnen kann. Wer einmal Urlaub in Kalifornien macht, sollte sich den Besuch auf einem der weltweit größten Weingüter nicht entgehen lassen.

Die Gründung basiert auf deutschen Wurzeln. Die Brüder Jacob und Frederick Beringer kommen ursprünglich aus Deutschland und haben 1876 eines der bekanntesten Weingüter gegründet. Das facettenreiche Klima und die verschiedenen Böden machen sich in einem außerordentlichen Geschmack bemerkbar. Beringer hat großartige Rotweine hervorgebracht, aber auch tiefsinnige und vollmundige Weißweine, die nicht zuletzt von den lehmhaltigen Böden profitieren. Seit 2001 gehört das Weingut zum Nationalregister für historische Orte, das als eines der einzigen Weingüter durchgängig geschäftstätig geführt wurde.

Südafrika: Weingut Boschendal mit langer Tradition

Das Weingut Boschendal ist in den südafrikanischen Western Capes gelegen und führt zurück zum ehemaligen Hugenottendorf Franschoek. Das Gründungsjahr ist auf 1665 datiert. Heute können Urlauber und Besucher in eigenen Cottages übernachten, um das Flair der fruchtig intensiven Weine hautnah zu erleben. Die abgelegene Provinz befindet sich 55 km von Kapstadt. Die Familie de Villiers gehörte zu den Hugenottenflüchtlingen, die sich dort ansiedelten.

Bis 1879 war das komplette Anwesen in Besitz der Familie, bevor es dann vom späteren Premierminister Cecil Rhodes Boschendal aufgekauft wurde. Die vielen historischen und sehr gut erhaltenen Gebäude machen das Weingut zu einem lebendigen Museum und zugleich zu einem der wichtigsten Weinhersteller des Landes. Dieses kulturhistorische Erbe haben die Einwohner nicht zuletzt dem Architekten Gawie Fagan zu verdanken, der nach alten Plänen den Rosengarten und die Anlagen wiederherstellte.

Die Vielfalt und Raffinesse traditioneller Weingüter

Wer einmal hinter die Fassade der berühmtesten Weingüter schaut, entdeckt eine facettenreiche Geschichte, Leidenschaft und Liebe für den Weinanbau, der sich über Jahrhunderte in einem ganz bestimmten Geschmack widerspiegelt. So wissen die Experten und Weinkenner die Expertise und die Raffinesse selbst kleiner Weingüter zu schätzen, die im Vergleich zu den berühmten Stellvertretern jedes Jahr mit Auszeichnungen überzeugen.

Dem Liebhaber und Weinfan sind vor allen Dingen Geschmack, Tiefe und Bouquet wichtig. Hier erfreuen sich die globalen Weinsorten einer außerordentlichen Vielfalt, die von einem leichten und dezenten über einen aromatisch fruchtigen bis hin zu einem herben und tiefsinnigen Wein reicht. Jeder Weinfan ist dazu eingeladen, in die Weingeschichte der eigenen Region und der Welt einzutauchen, um zu seinem persönlichen Lieblingswein zu finden.

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