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„Einfach nur fürchterlich, dieses Getue“: Spott für Maßnahme gegen Warteschlangen vor Stuttgarter Bürgerbüros

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Von: Nadja Pohr

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Fotomontage zeigt Menschen, die vor dem Bürgerbüro Stadtmitte warten und eine Markierung die auf den Boden aufgesprüht wird
Ab dem 9. August werden durch Markierungen am Boden die Warteschlangen vor dem Bürgerbüro Stadtmitte klarer getrennt. Über die Maßnahme spotten die Stuttgarter im Netz. © Fotomontage BW24/BW24/Nadja Pohr/Screenshot Facebook/Stadt Stuttgart

Um das Problem der langen Warteschlangen vor den Stuttgarter Bürgerbüros zu lösen, setzte OB Frank Nopper eine Taskforce ein. Auf Twitter hagelt es für deren Maßnahmen allerdings ordentlich Kritik und Spott.

Stuttgart - Seit einigen Wochen stehen lange Schlangen vor dem Stuttgarter Bürgerbüro in Stadtmitte. Wer Anträge stellen, sich ummelden oder einen Ausweis beantragen will, muss sich darauf einstellen viele Stunden zu warten. Ein Stuttgarter stellte sich in seiner Verzweiflung schon um zwei Uhr morgens vor das Amt und wartete sechs Stunden bis zur Öffnung, um definitiv dranzukommen.

„Das ist indiskutabel, eine Schande für Stuttgart“, kritisierte CDU-Fraktionschef Andreas Kotz. Schließlich schaltete sich auch der Gemeinderat der Landeshauptstadt Stuttgart ein. Um die Situation vor den Bürgerbüros zu entschärfen, forderte man ein Gesamtkonzept, das von einer Expertenrunde erstellt werden sollte. Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) richtete nun eine „Taskforce Bürgerbüros“ ein - erntet aber dafür in den sozialen Medien Kritik.

„Bitte ersparen Sie uns ihre unerträglichen Bemühungen“: Netz kritisiert Stuttgarts OB

Ziel von Noppers Taskforce sei es, die Leistungsfähigkeit der städtischen Bürgerbüros zu erhöhen und den Service für die Stuttgarter zu verbessern. Diese glauben jedoch kaum an eine Besserung. „Einfach nur fürchterlich, dieses ganze Getue - ineffizient und überflüssig“, schreibt ein Bürger auf Facebook. „Wie wäre es denn endlich mal die Zulassungsstelle in das neuste Jahrhundert zu befördern“, schlägt eine andere Userin vor. „Herr Nopper, bitte ersparen Sie uns ihre unerträglichen Bemühungen“, kommentiert ein anderer.

Kritik gibt es im Netz aber vor allem für eine Maßnahme. So wird verkündet, dass etwa die Warteschlangen vor dem Ordnungsamt ab dem 9. August durch Markierungen am Boden klarer getrennt werden. „Klare Trennung der Warteschlangen - ist ja unglaublich, was sich die Taskforce da schon ausgetaskforct hat“, äußert eine Nutzerin. „Die Stuttgarter Lösung scheint zu sein: Alles auf den Boden sprühen! Rad nimmt Rücksicht hier, Bürgerbüro Schlange dort…“, stichelt ein anderer auf Twitter. Probleme löst man in Stuttgart bekanntlich mit Sprühkreide“, fügt ein weiterer an. „Na diese Bildchen auf dem Boden helfen natürlich mehr, als das Bürgerbüro Stuttgart West wiederzueröffnen“, ärgert sich wiederum ein User.

Bewährtes Modell könnte bei der Situation vor den Bürgerbüros helfen

Die Bürger halten es für eine „bodenlose Frechheit“, dass sich zunächst um Bodenmarkierungen gekümmert wird, statt sich beispielsweise dem Problem des Personalmangels anzunehmen. Wie die Stuttgarter Zeitung (StZ) berichtet, gebe es durchaus ein bewährtes Modell, das die Stadt Stuttgart anwenden könnte: das Lotsenmodell aus den Jahren 2014/2015. Damals bildeten sich lange Schlange vor der Ausländerbehörde. Mithilfe von Lotsen konnten Probleme und Anliegen im Vorfeld schon sortiert oder geklärt und so die Situation verbessert werden.

Am Donnerstag (11. August) werde sich die „Taskforce Bürgerbüros“ von OB Nopper erstmals zusammensetzen und von da an mindestens bis Jahresende im Zwei-Wochen-Rhythmus tagen, wie die Stadt mitteilte. Die Bürger in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg werden sicherlich mit Spannung verfolgen, welche Maßnahmen für die Situation vor den Ämtern dann getroffen werden.

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