Auswirkungen der Corona-Pandemie

Stuttgart: Kurz vor dem Aus wegen Corona – Situation für Hotels katastrophal

Für das Hotelgewerbe in Baden-Württemberg gibt es nach Einschätzungen der Dehoga noch keinen Lichtblick. Viele Hotels in Stuttgart und der Region stehen wegen Corona fast vor dem Aus.

Stuttgart - Die Corona-Pandemie hat das Leben der Menschen in Baden-Württemberg* extrem verändert. Die Zahl der Infizierten stieg rasant an - Museen, Schulen und Hotels mussten schließen. Im Sommer schien sich die Lage zu bessern, doch dann kam der Herbst und die zweite Corona-Welle. Die Regierung sah sich gezwungen einen erneuten „Lockdown-light“ mit wesentlich härteren Corona-Regeln* auszurufen, wie echo24.de* berichtet.

Schon vor den Beschlüssen, dass die Gastronomie im November schließen muss und touristische Reisen gecancelt werden, haben viele Hotels tiefrote Zahlen präsentieren müssen. „Nach den Schließungen im Frühjahr sei der Sommer noch ruhig gewesen, für den Herbst hätten die Buchungen im Geschäfts- und Städtetourismus aber ein bisschen angezogen“, erklärt Armin Dellnitz, Geschäftsführer der Regio Stuttgart Marketing- und Tourismus-GmbH. Jetzt, im zweiten Lockdown, sei auch die Hoffnung auf einen kleinen Aufschwung dahin.

Stuttgart: Katastrophale Situation für Hotels wegen Corona - extremer Umsatzeinbruch

Laut Stuttgarter Zeitung geht für die Hotelbranche in Stuttgart und der Region ein katastrophales Geschäftsjahr zu Ende. Vor knapp einem Monat musste das Hotel Park Consul in Esslingen mit seinen knapp 150 Betten Insolvenz anmelden und befindet sich im vorläufigen Insolvenzverfahren.

Gerade Esslingen traf die zweite Corona-Welle sehr hart und nahezu täglich übermittelte das Landesgesundheitsamt extrem hohe Infektionszahlen, wie echo24.de* in seinem Corona-Ticker für Stuttgart, Ludwigsburg und Esslingen* berichtet. Und das Hotel Park Consul wird wohl nicht das letzte Opfer der Corona-Krise sein, vermutet Jochen Alber, der baden-württembergische Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga.

Besonders schlimm trifft es wohl auch die Hotels der Landeshauptstadt Stuttgart*. Weil dort die Hotelbranche laut StZ.de zu 70 Prozent von Geschäftsreisenden abhängt, diese aber derzeit fast gar nicht mehr stattfinden, schreiben die Stuttgarter Hotellerie weiterhin rote Zahlen. Aufgrund dessen und wegen des derzeitigen Übernachtungsverbots für Touristen gehen die Stuttgarter Hotelbetreiber laut der jüngsten Umfrage der Dehoga davon aus, dass sie Ende des Jahres weniger als zehn Prozent des Umsatzes gemacht haben werden, den sie im vergangenen Jahr erzielt haben.

Hotels in Stuttgart und der Region: Hilfe der Regierung - „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“

Damit die Hotels sich über Wasser halten können, trotz fehlender Einnahmen, hat jetzt auch diese Branche einen Anspruch auf die Novemberhilfe des Bundes. „Zwar ist jetzt erfreulicherweise klar, dass auch die Hoteliers die Novemberhilfe des Bundes in Anspruch nehmen können“, sagt Jochen Alber. Doch die Auszahlungen verzögern sich und das bringt immer mehr Hotels in die Bredouille. „Die vom Bund und den Ländern beschlossenen Maßnahmen sind eindeutig Eingriffe in die Grundrechte. Die Hotels haben daher einen Anspruch auf Entschädigungen. Diese müssen – das ist gesetzlich verankert – verhältnismäßig sein und zeitnah ausgezahlt werden.“

Doch kommen die Hotels mithilfe der Regierung tatsächlich gut durch die Krise? Ein Hotelbetreiber aus Böblingen und Stuttgarter Dehoga-Kreisvorsitzender Markus Hofherr haben vorgerechnet und kamen zu einem ernüchterndem Ergebnis. „Die Pacht- und Fixkosten bei uns sind extrem“. Wenn man bedenkt, dass als Überbrückungshilfe maximal 50.000 Euro pro Monat an den Betrieb gezahlt würden, allein die monatlichen Pachtkosten für seine zwei Hotels aber bei 150.000 Euro lägen, werde schnell klar, dass die Zuschüsse nur ein Tropfen auf dem heißen Stein seien. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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