Nach Ausschreitungen in Stuttgart

„Nicht dazu da, dass man sich besäuft“: Winfried Kretschmann fordert Alkoholverbot wegen Randale in Stuttgart

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, sitzt während einer Sitzung des Landtags im Plenarsaal.
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Coronavirus in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann will ein weiteres Corona-Hilfspaket für die Wirtschaft im Land.

Bereits kurz nach den Ausschreitungen in Stuttgart sprach sich Winfried Kretschmann klar für ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen aus. Diese Ansicht bekräftigte der Ministerpräsident Anfang der Woche.

  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann spricht sich während einer Veranstaltung gegen Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen wie im Schlossgarten aus.
  • Bereits kurz nach den Ausschreitungen in Stuttgart positionierte sich der Politiker auf Seiten der Befürworter von einem Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen.
  • Viele der Randalierer während der Ausschreitungen in Stuttgart hatten zuvor Alkohol getrunken.

Stuttgart - Zum Thema Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen hat Winfried Kretschmann eine klare Meinung. Bereits kurz nach den Ausschreitungen und Plünderungen in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni in Stuttgart (BW24* berichtete), die auch bei internationalen Medien für Aufsehen* sorgten, sprach sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann* klar für ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen aus. An den Ausschreitungen in der Landeshauptstadt Stuttgart*, an denen sich nahezu 500 Personen beteiligten und die zu Schäden in Millionenhöhe führten, beteiligten sich überwiegend Menschen, die zuvor Alkohol getrunken hatten. Auslöser für die Krawalle war die Festnahme eines 17-Jährigen durch die Polizei, der Drogen verkauft haben soll.

Die Meinung von Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu einem möglichen Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen kommt nicht von ungefähr: Ausgangspunkt der Krawalle war der Eckensee im Oberen Schlossgarten in der Landeshauptstadt gewesen, wo sich vor allem am Wochenende zahlreiche Personengruppen, hauptsächlich Jugendliche und junge Erwachsene, treffen, feiern und Alkohol konsumieren. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb sich die Polizei und die Stadt Stuttgart zur unglücklichen Bezeichnung* „Party- und Eventszene“ für die Randalierer während der Ausschreitungen hatten hinreißen lassen. Für die Wortwahl wurden sie scharf kritisiert.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: Der Schlossgarten „ist nicht dazu da, dass man sich dort öffentlich besäuft“

Damit die Menschen und auch Ladenbesitzer in der Innenstadt von Stuttgart zukünftig keine Angst* haben müssen, und um weitere Ausschreitungen in Stuttgart zu verhindern, vereinbarten der stellvertretende Ministerpräsident Thomas Strobl (CDU) und Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) eine Sicherheitspartnerschaft. „Stuttgart steht für Freiheit, Liberalität und Weltoffenheit“, erklärte Kuhn in einer Pressemitteilung. „Um diese Werte zu schützen, werden wir nun schnelle Entscheidungen in Absprache mit dem Land und der Polizei treffen, und beispielsweise Videoüberwachung an Brennpunkten einrichten.“ Auch ein Alkoholverbot wird von der Verwaltung bereits überprüft, was Winfried Kretschmann begrüßen dürfte.

Anfang der Woche positionierte sich der Ministerpräsident von Baden-Württemberg erneut klar auf Seiten der Befürworter von einem Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, brachte Winfried Kretschmann am Dienstagabend seine Meinung dazu in der Reihe „Littmann Salon“ im Opernhaus Stuttgart klar zum Ausdruck: „Der Schlossgarten ist ein öffentlicher Raum in der Stadt Stuttgart“, erklärte der Politiker. „Er ist nicht dazu da, dass man sich dort öffentlich besäuft“. Zudem fordert der Politiker hartes Durchgreifen. Man dürfe niemals zulassen, dass öffentliche Räume Angsträume sind. Über die Teilnehmer der Krawalle erwarte er bis spätestens nach der Sommerpause detaillierte Kenntnisse.

Winfried Kretschmann wünscht sich nach den Ausschreitungen in Stuttgart Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen

Aufgrund der Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht auf den 21. Juni wurden die Schutzmaßnahmen am darauffolgenden Wochenende für den Ernstfall* stark erhöht. Weitere Krawalle blieben seitdem aus. Nicht nur Ministerpräsident Winfried Kretschmann sprach sich für ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen aus, sondern auch die Polizei. Nach den Ereignissen vor rund zwei Wochen ist die Besorgnis groß, dass es zu einer Wiederholung der Randale kommen könnte. 23 Polizisten wurden während des Einsatzes verletzt. Mit einer emotionalen Botschaft wandte sich die Polizei daher an die Bürger*. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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