Kriminalpolizei ermittelt

„Grooming“ in Göppingen: Teenager (17) bedroht Mädchen (9) für intime Fotos

Ulm - Ein 17-Jähriger soll eine Neunjährige massiv bedroht haben. Dabei geht es dem Teenager um eine bestimmte Sache: intime Bilder. Jetzt ermittelt die Polizei.

Das Internet und die sozialen Medien haben bekanntlich auch dunkle Seiten: Mobbing, Fake News oder auch Cyber-Grooming. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der sexuellen Belästigung im Netz. Die Absicht dahinter ist meist sexueller Missbrauch, sowohl online als auch im echten Leben. Die Opfer sollen dabei so lange „vorbereitet“ (Englisch: Grooming) werden, bis sie intimen Aufnahmen zustimmen. Diese landen dann gezielt im Internet oder werden für Erpressungen oder Erniedrigungen ausgenutzt. Ein Fall aus Ulm zeigt eine Form dieses Grooming-Terrors. Darüber berichtet HEIDELBERG24.de.

Ulm: Jugendlicher fordert intime Bilder von Neunjähriger

Wie das Polizeipräsidium Ulm mitteilt, soll sich in einer Gemeinde im Landkreis Göppingen (Baden-Württemberg) ein widerlicher Vorfall abgespielt haben. Nach ersten Erkenntnissen der Kriminalpolizei hat ein 17-Jähriger über einen Messanger-Dienst Kontakt zu einem Mädchen in seiner Gemeinde aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine Neunjährige. Der Teenager soll anschließend das Kind massiv bedroht und intime Bilder gefordert haben.

Aus Angst ist das Mädchen den Forderungen des fast doppelt so alten Jungen nachgekommen. Als ob das noch nicht reicht, schickt der Teenager im Anschluss noch ein intimes Bild an die Neunjährige. Glücklicherweise hat die Schwester des Kindes die Aufnahme auf dem Smartphone gefunden und sofort Anzeige bei der Polizei erstattet. Die Kriminalpolizei Göppingen hat nun die Ermittlungen gegen den 17-Jährigen aufgenommen. Bei einer Durchsuchung im Haus des Teenagers finden die Beamten zudem mehrere Beweismittel.

Ulm: Polizei gibt Tipps – so wirst Du nicht zum Opfer

  • Kinder sensibilisieren und die Gefahren aufzeigen. Auch innerhalb der Familie über das Thema reden.
  • Keine intimen Bilder verschicken, weil diese schnell im Internet landen oder kriminell eingesetzt werden können.
  • Bilder nur mit Einverständnis der abgebildeten Personen veröffentlichen.
  • Sofort Anzeige erstatten, wenn man Opfer geworden ist.

Cyber-Grooming ist seit dem Jahr 2004 bei Personen unter 14 Jahren verboten. Wer dagegen verstößt, erwartet eine Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und fünf Jahren. In der Hoffnung, dass das sogenannte „Catcalling“ unter Strafe gestellt wird, hat sie Studentin Antonia Quell hat im Jahr 2020 eine Petition gestartet. Seit diesem Jahr ist übrigens auch das Phänomen „Upskirting“ ein Straftatbestand. HEIDELBERG24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. (dh)

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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