Betrieb nach Tierquälerei geschlossen

Schlachthof-Skandal in Gärtringen: Wiedereröffnung in Planung - das könnte sich ändern

Der geschlossene Schlachthof in Gärtringen ist hinter einem Zaun zu sehen.
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Der Schlachthof in Gärtringen wurde kurz nach der Veröffentlichung der Video-Aufnahmen Ende August geschlossen.

Das Videomaterial aus einem Schlachthof in Gärtringen hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Jetzt ist ein Konzept in Planung, das die Wiedereröffnung ermöglichen soll.

  • Die Soko Tierschutz hat Ende August ein Video aus einem Schlachthof in Gärtringen veröffentlicht.
  • Die Tierquälerei sorgte bundesweit für Entsetzen, der Schlachthof wurde geschlossen.
  • Auch Kritik am Agrarminister Peter Hauk wurde laut. Im Landtag wies er die Vorwürfe jetzt zurück.

Schlachthof-Skandal in Gärtringen: Wiedereröffnung in Planung - das könnte sich ändern

Update vom 20. Oktober: Zuletzt hatte der Schlachthof in Gärtringen für Aufsehen wegen Tierquälerei gesorgt. Die SOKO Tierschutz hatte mit versteckter Kamera schreckliche Aufnahmen im Inneren des Betriebs gemacht. Der Schlachthof wurde geschlossen.

Jetzt dreht sich alles um ein Konzept für die Wiedereröffnung. Eine Projektgruppe der Schlachthofgenossenschaft hat einen Plan erarbeitet, wie die Arbeit im Schlachthof wieder anlaufen kann. Wann die Inbetriebnahme wieder möglich ist, ist bisher noch unklar. Gründlichkeit gehe vor Schnelligkeit, hieß es am Runden Tisch mit Böblingens Landrat und Vertretern der Schlachthof eG.

Nach Tierquälerei: Geschlossener Schlachthof in Gärtringen könnte wieder öffnen - neues Konzept muss her

Zwei Arbeitskreise sollen für bessere Bedingungen im Schlachtbetrieb in Gärtringen sorgen. Ein Arbeitskreis ist für die Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen an den Betrieb zuständig. Zudem sollen bauliche Mängel behoben werden. Auch Standardarbeitsanweisungen für das Personal sind vorgesehen. Die Betäubungsanlage soll ersetzt werden.

Nach schweren Vorwürfen wegen Tierquälerei im Gärtringer Schlachthof ermittelte auch die Staatsanwaltschaft.

Die andere Arbeitsgruppe ist dafür zuständig, bauliche Einrichtungen und Arbeitsabläufe zu entwickeln. Diese sollen weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Menschliches Fehlverhalten soll in Zukunft weitgehend ausgeschlossen werden. Ziele seien auch eine stressarme Schlachtung, sowie eine heimatnahe Vermarktung.

Nach Tierquälerei in Schlachthof Gärtringen: Videoüberwachung angedacht - Konzept zur Wiedereröffnung

Zusätzlich ist eine dauerhafte Videoüberwachung in der Diskussion. So könnte der Schlachtprozess und die Aufstallung der Tiere per Video überwacht werden. In den kommenden Tagen sollen Metzgereien befragt werden, ob und in welcher Form der Schlachthof zukünftig genutzt werden könnte. Der Bedarf wäre die Grundlage für das neue Konzept.

Schlachthof-Skandal in Gärtringen: Schwere Anschuldigungen gegen Minister Hauk

Update vom 14. Oktober: Welche Rolle hat Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk bei den Verfehlungen im Schlachthof in Gärtringen gespielt? Am Dienstag musste sich der CDU-Landwirtschaftsminister bei einer Sondersitzung des Agrarausschusses im Landtag den kritischen Fragen der Opposition stellen. Die Vorwürfe: Er soll Sanktionen gegen den Schlachtbetrieb gestoppt haben. Der Geschäftsführer des Schlachthofs, Wilhelm Dengler, sei zudem ein Parteifreund von Hauk.

Im März 2020 hatte das Landratsamt Böblingen ein Zwangsgeld in Höhe von 14.000 Euro gegen den Schlachthof in Gärtringen erlassen. Dabei ging es um bauliche Mängel, die nicht behoben worden waren – diese betrafen auch die Betäubungsanlage der Tiere, die nicht richtig funktionierte. Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, muss für die Betäubung eines Schweins vier Sekunden lang Strom durch den Kopf des Tieres fließen. In Gärtringen waren es wohl 2,5 Sekunden, es wurde nachjustiert – dann aber immer noch nur 3,5 Sekunden.

Der baden-württembergische Agrarminister Peter Hauk muss nach dem Schlachthof-Skandal in Gärtringen Stellung beziehen.

Skandal um Schlachthof in Gärtringen: Minister Peter Hauk wehrt sich gegen Vorwürfe

Kurz darauf hatte Hauk die Sanktionen ausgesetzt, allerdings nicht aufgehoben, wie er beteuert. Hintergrund sei die Corona-Krise gewesen, die den Firmen ohnehin genug zugesetzt habe. Der Minister beteuerte laut dem SWR, er habe erst durch die Video-Aufnahmen von den Tierschutz-Verstößen erfahren. Der Agrarminister erklärte in der Sitzung am Dienstag außerdem, er habe dem Schlachthof-Chef „weder persönliche Gefallen getan, noch gab es persönliche Beziehungen über das Geschäftliche hinaus“. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Im Sommer waren Videos der Soko Tierschutz aufgetaucht, die schwere Tierquälerei im Gärtringer Schlachthof zeigte. Der Schlachthof musste schließen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Agrarministerium wertet die über 100 Stunden an Videomaterial aus. Die Verstöße im Gärtringer Schlachthof entsprächen nicht seinem Verständnis von Tierschutz, betonte Hauk.

Nach Horror-Video: So lange bleibt der Schlachthof in Gärtringen dicht!

Update vom 2. Oktober: Das entsetzliche Videomaterial aus einem Schlachthof in Gärtringen hat Folgen – dieser wird voraussichtlich für längere Zeit geschlossen bleiben. Konkret ist der Schlachthof wahrscheinlich noch bis Mitte 2021 dicht. Das teilte die Deutsche Presse-Agentur mit. Es gehe zunächst darum, bauliche Mängel zu beseitigen sowie die regionale Vermarktung und das Tierwohl zu stärken, teilte das Landratsamt demnach mit.

Ende August hatte der Verein „Soko Tierschutz“ Bildmaterial aus dem Schlachthof im Kreis Böblingen publik gemacht. Darauf waren schlimme Szenen von Tierquälerei zu sehen. Der Betrieb wurde in der Folge am 4. September geschlossen. Derzeit wertet das Landratsamt das komplette Videomaterial aus. Dabei geht es auch um die amtlichen Tierärzte. Die Soko Tierschutz hatte diesen vorgeworfen, bei etlichen Übergriffen anwesend gewesen zu sein und nicht eingegriffen zu haben. Bis in zwei Wochen sollen die Ergebnisse der Auswertung vorgestellt werden.

Skandal um Schlachthof in Gärtringen: Minister muss Stellung nehmen

Update vom 1. Oktober: Der Skandal um den Schlachthof in Gärtringen weitet sich aus. Ende August hatte der Verein „Soko Tierschutz“ Videomaterial aus dem Schlachtbetrieb veröffentlicht. Er warf den Mitarbeitern Tierquälerei vor und Tiere geschlagen und getreten sowie Elektroschocker eingesetzt und die Tiere unprofessionell betäubt zu haben. Die Folge: Der Schlachthof wurde am 4. September geschlossen. Doch damit nicht genug.

Ende September wurde jetzt bekannt, dass Anfang des Jahres bereits ein Zwangsgeld gegen den Schlachthofbetreiber verhängt worden war. Dabei ging es unter anderem um die Betäubungs-Anlage, die wegen Mängeln hätte ausgetauscht werden sollen. Im April aber wurden diese Sanktionen auf Bitten des baden-württembergischen Agrarministers Peter Hauk ausgesetzt. Es bleibt also die Frage, ob die Missstände in dem Schlachthof in Gärtringen nicht schon früher hätten beendet werden können.

Der Minister begründet seine Entscheidung mit der Corona-Krise, die den Unternehmen ohnehin genug zugesetzt habe. Man habe von den Verstößen, die die Soko später aufdeckte, nichts gewusst. Trotzdem schlägt der Fall jetzt Wellen. Hauk wird – voraussichtlich in einer Sitzung am 13. Oktober – öffentlich Stellung zu dem Vorwurf, er habe die Sanktionen gegen den Schlachthof Gärtringen gestoppt, nehmen müssen. Die Oppositionsfraktionen von SPD und FDP haben eine Sondersitzung des Agrarausschusses im Landtag angesetzt.

Tierquälerei-Skandal in Schlachthof in Gärtringen: Minister verhinderte Sanktionen

Update vom 30. September: Hätten die schlimmen Umstände am Schlachthof in Gärtringen vielleicht schon früher beendet werden können? Diese Frage stellt sich dieser Tage angesichts neuer Informationen, die bekannt wurden. Demnach soll der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk frühere Sanktionen gegen den Schlachthof im Kreis Böblingen verhindert haben. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur und bezieht sich unter anderem auf einen Bericht des Landratsamtes.

Der Schlachthof in Gärtringen war in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Soko Tierschutz heimlich aufgenommenes Videomaterial aus dem Betrieb veröffentlicht hatte (echo24.de* berichtete). Darin ist zu sehen, wie die Tiere im Schlachthof geschlagen und getreten werden. Außerdem setzen Mitarbeiter Elektroschocker ein, immer wieder werden die Tiere unprofessionell betäubt und wachen auf. Am 4. September wurde der Schlachthof wegen Tierquälerei geschlossen.

Schlachthof in Gärtringen geschlossen – Anzeige gegen Agrarminister Peter Hauk

Wie die „Stuttgarter Zeitung“ jetzt berichtet, hatte das zuständige Veterinäramt den Schlachthof in Gärtringen immer wieder wegen baulicher Mängel gerügt. Laut der „Leonberger Kreiszeitung“ hatte die Behörde angeordnet, die Betäubungs-Anlage der Schweineschlachtung auszutauschen. Landrat Roland Bernhard stellte am Dienstag, 29. September, klar: „Denn dabei verkeilen sich Schweine und werden nicht richtig betäubt.“ Mitte März 2020 wurde vom Landratsamt dann ein Zwangsgeld gegen den Gärtringer Schlachthof verhängt, wenn nicht endlich nachgebessert wird.

Im April 2020 dann aber die Wende: Auf Bitten des Landwirtschaftsministerium – konkret von Peter Hauk – hatte das Regierungspräsidium Stuttgart angewiesen, das Zwangsgeld gegen den Schlachthof in Gärtringen auszusetzen. Das Agrarministerium erklärte diesen Schritt mit der Corona-Krise. Diese habe den Unternehmen ohnehin genug zugesetzt. Die Umstände im Betrieb, die die Soko Tierschutz später publik machte, seien zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gewesen. Die Soko Tierschutz nennt die Begründung mit Corona hingegen eine „billige Ausrede" und hat Agrarminister Hauk wegen Beihilfe zur Tierquälerei angezeigt.

Nach Horror-Video aus Gärtringer Schlachthof im Kreis Böblingen: Das sind die harten Konsequenzen

Update vom 18. September: Der Schlachthof in Gärtringen im Kreis Böblingen hatte Anfang September bundesweit Aufsehen erregt. Videoaufnahmen, die Szenen aus dem Schlachthof zeigen sollen, gingen durch die Medien und führten zu einem lauten Aufschrei (echo24.de* berichtete): Tiere werden ins Gesicht geschlagen, erwachen im Schlachtbetrieb aus der Betäubung, Schweine kreischen vor Schmerzen. Die Konsequenzen: Schließung!

Nun ist klar, dass die Schließung des Schlachthofs in Gärtringen länger andauern wird. Das Landratsamt Böblingen hatte dem Betreiber Maßnahmen zum Schutz der Tiere zur Auflage gemacht, um wieder schlachten zu dürfen. Wie die Stuttgarter Nachrichten in Bezug auf eine Mitteilung des Landratsamts berichten, kann aber eher „in einigen Monaten als in wenigen Wochen“ mit einer Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs gerechnet werden. Der Grund: Alle baulichen Mängel sollen zuvor beseitigt werden - zudem sollen die regionale Vermarktung und das Tierwohl gestärkt werden.

Gärtringen (Kreis Böblingen): Erste Pläne für Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs

Der Vorsitzende der Genossenschaft soll der Kreisbehörde bereits erste Pläne übermittelt haben, wie eine Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs im Gärtringer Schlachthof aussehen könnte. Details sind jedoch noch nicht bekannt - die Pläne sollen zuerst mit den Genossenschaftsmitgliedern besprochen werden. Eine längere Schließung könnte die Chance bieten, nicht nur ein neues Konzept zu erarbeiten, sondern auch verlorenes Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen.

Doch was passiert in der Zwischenzeit mit dem Videomaterial, dass die Soko Tierschutz veröffentlicht hatte - und das die Diskussion um den Schlachthof in Gärtringen auslöste? Gegenüber den Stuttgarter Nachrichten erklärt eine Sprecherin des Landratsamts, dass diese Aufnahmen sehr genau geprüft würden - sowohl von zwei Veterinären als auch von einem externen Sachverständigen.

Harte Konsequenzen für Schlachthof in Gärtringen: Horror-Video zeigte Tierquälerei

Update vom 4. September: Furchtbare Videoaufnahmen gingen diese Woche durch die Medien und führten zu einem lauten Aufschrei - nicht nur bei Tierschützern. Tiere werden ins Gesicht geschlagen und getreten, Menschen treiben sie mit Elektroschocks umher, rammen ihnen eine Stange in den After, Schweine und Rinder erwachen im Schlachtbetrieb aus der Betäubung, Schweine kreischen vor Schmerzen.

Die Videoaufnahmen sollen Szenen aus einem Schlachthof in Gärtringen im Kreis Böblingen zeigen. Und diese haben nun Konsequenzen! Wie der SWR berichtet, wurde der Schlachthof geschlossen, weitere Schlachtungen sind nach Verfügung des Landratsamt Böblingen verboten. Maßnahmen zum Schutz der Tiere, die dem Betreiber vorgeschrieben wurden, seien bisher nicht umgesetzt worden.

Gärtringen/Böblingen: Schlachthof muss Konzept vorlegen, um wieder schlachten zu dürfen

Genau diese Maßnahmen sind aber Voraussetzung für eine Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs in Gärtringen im Kreis Böblingen. Wie der SWR weiter berichtet, soll die Verfügung erst dann wieder aufgehoben werden, wenn der Betreiber ein Konzept vorlegt, „wie und mit welchem Personal künftig tierschutzgerecht geschlachtet werde“.

Nach Tierquälerei-Video aus Schlachthof in Gärtringen: Jetzt folgen Konsequenzen

Update vom 2. September: Die Videoaufnahmen, die schlimme Tierquälereien im Schlachthof in Gärtringen zeigen, haben Konsequenzen. Wie der SWR berichtet, sollen jetzt das Personal aufgestockt und die Anzahl der Schlachtungen reduziert werden. Das haben demnach die Verantwortlichen beim Schlachthof Gärtringen beschlossen. Zudem soll es bald im gesamten Schlachthof Kameras zur Überwachung geben.

Konkret geht es um drei zusätzliche Personen im Betrieb. Auch der Zutrieb und die Betäubung der Tiere sollen künftig dauerhaft überwacht werden. Das berichtet die „Stuttgarter Zeitung“. In dem von der Soko Tierschutz veröffentlichten Video war immer wieder zu sehen, wie Tiere vorzeitig aus der Betäubung aufwachten und Schmerzen zeigten.

Die Soko Tierschutz hat dem Landratsamt in Böblingen zugesagt, sämtliche Videoaufnahmen zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich dabei um mehr als 100 Stunden Material, das jetzt genauestens ausgewertet werden soll. Das Video hat bei den Bürgern und in der Politik hohe Wellen geschlagen. Die Kreistagsfraktion der Grünen in Böblingen forderte, den Schlachthof in Gärtringen vorübergehend zu schließen. Momentan läuft der Schlachtbetrieb unter der Aufsicht von zwei Mitarbeitern des Veterinäramtes weiter. 

Furchtbare Tierquälerei in Schlachthof in Gärtringen: Soko Tierschutz veröffentlicht Video

Erstmeldung vom 1. September: Die Bilder und Geräusche im Video sind nur schwer zu ertragen: Tiere werden ins Gesicht geschlagen und getreten, Mitarbeiter treiben sie mit Elektroschocks umher, rammen ihnen eine Stange in den After, Schweine und Rinder erwachen im Schlachtbetrieb aus der Betäubung, Schweine kreischen vor Schmerzen. Die Szenen machen fassungslos, sie schockieren und sie lassen den Glauben an artgerechte Tierhaltung bei regionalen Schlachtbetrieben sinken.

Der Verein Soko Tierschutz aus München hat das Video aus dem Schlachthof in Gärtringen im Landkreis Böblingen veröffentlicht und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Betrieb. Dreieinhalb Minuten lang ist der Clip, der Gewalt und schlimmes Leid von Tieren zeigt. Die Aufnahmen soll aus zwölf Tagen im Juni und Juli 2020 stammen.

Tierquälerei in Schlachthof in Gärtringen: Vorwürfe auch gegen Tierärzte – Anzeige gestellt

Und die Vorwürfe gegen den Schlachthof in Gärtringen gehen noch weiter wie echo24.de* berichtet: Bei etlichen Übergriffen seien amtliche Tierärzte anwesend gewesen, teilt die Organisation mit. „Sie sehen zu, greifen nicht ein oder drehen sich weg.“ Selbst bei verletzten angelieferten Tieren sei das der Fall gewesen. „Tierärzte sehen auch zu, als Tiere falsch betäubt werden und klare Zeichen des Erwachens oder von Schmerzen zeigen oder rechtswidrig Elektroschocker und Schläge eingesetzt werden“, schreibt die Soko Tierschutz in einer Pressemeldung.

Gegenüber den „Stuttgarter Nachrichten“ will der Vorsitzende von Soko Tierschutz, Friedrich Mülln, nicht sagen, wer die Aufnahmen gemacht hat, man schütze seine Quellen und Informanten. Die Soko Tierschutz hat bereits Strafanzeige gestellt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Anzeige richtet sich laut den StN gegen den Betreiber, aber auch gegen die Vertreter des Veterinäramts im Böblinger Landratsamt. Dieses ist für die Überwachung des Schlachthofs zuständig.

Video aus Schlachthof in Gärtringen: Landrat hält Stilllegung des Betriebs für denkbar

Am Montag nahm der Chef des Landratsamts Böblingen, Roland Bernhard, Stellung zu den Video-Aufnahmen aus dem Schlachthof in Gärtringen. Es herrsche Erschütterung und Entrüstung, so der Landrat. Laut der Deutschen Presse-Agentur versprach das Böblinger Landratsamt Aufklärung, die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Allerdings müsse man der Reihe nach vorgehen, was die Vorwürfe betreffe. Hier wird die Schuld beim Betreiber des Schlachthofs gesucht, dieser sei in erster Linie verantwortlich. Das Amt könne nur stichprobenartig kontrollieren. Landrat Bernhard hält auch eine vorübergehende Stilllegung des Schlachthofs für denkbar, berichten die „Stuttgarter Nachrichten“. Zuletzt war der Schlachtbetrieb Tönnies nach einem Corona-Ausbruch im Gespräch. Daraufhin zogen Lidl und Kaufland Konsequenzen*.

+++ Achtung: Das folgende Video enthält sensible Inhalte von Gewalt gegen Tiere +++

Tierquälerei in Schlachthof in Gärtringen: Chef des Betriebs äußert sich zum Video

Laut deren Bericht hat sich auch der Leiter der betroffenen Schlachthof eG, Wilhelm Dengler, zu dem Vorfall geäußert. „Die Aufnahmen haben mich genauso geschockt wie alle anderen", wird Dengler am Montag zitiert. Dafür gebe es keine Entschuldigung. Bereits einige Kunden hätten ihm mit der Kündigung gedroht. Dengler will klar machen, dass es sich nicht um Standardabläufe der Schlachtungen in Gärtringen handle, sondern um Sondersituationen. Dem widerspricht die Soko Tierschutz, die von einem systematischen Problem und keinen Einzelfällen spricht.

Auch der Landwirtschaftsminister von Baden-Württemberg Peter Hauk nahm Stellung zu den Vorkommnissen. Die entsetzlichen Bilder aus dem Schlachthof Gärtringen „haben nichts mit unserer Vorstellung von Tierschutz gemein“, erklärte Hauk. Der Minister kündigte an, man werde ausgehend von den Erkenntnissen der Behörden das weitere Vorgehen festlegen und entsprechende Konsequenzen ziehen. *echo24.de ist Teil des Ippen Digital Netzwerks.

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