Ungewisse Lage durch Mutationen

2021 wird nicht besser: Arzt zerstört Hoffnungen auf schnelle Entspannung der Corona-Lage

Ein Forscher zeigt im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, wie ein PCR-Test für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet wird.
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Laut einem Arzt wird das Frühjahr 2021 nicht wie im Vorjahr - Grund seien vor allem die entdeckten Mutationen.

Der Lockdown aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg hält seit Monaten an. Viele sehnen sich deshalb den Sommer herbei - der könnte laut einem Arzt allerdings keine Besserung bringen.

Stuttgart - Das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) führte in den vergangenen Monaten zu einer Vielzahl an Maßnahmen zum Infektionsschutz*. Der Lockdown, der bereits im Dezember in Kraft trat, wurde kürzlich bis zum 7. März verlängert*.

Im Moment scheint sich die Lage im Südwesten jedoch deutlich zu entspannen. In Bezug auf die 7-Tage-Inzidenz steht Baden-Württemberg sogar besser da als alle anderen deutschen Bundesländer. Daneben machen auch die bereits im vergangenen Jahr begonnenen Impfungen in Baden-Württemberg* Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr zur Normalität.

Trotz der positiven Entwicklung in Bezug auf das Coronavirus in Baden-Württemberg sieht ein Arzt und Journalist keine Entspannung der Lage im Frühjahr, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet.

Coronavirus in Baden-Württemberg: „Dieses Jahr haben wir eine andere Situation“

Das Coronavirus in Baden-Württemberg war bei seinem ersten Ausbruch im Februar 2020 nahezu unbekannt. Dementsprechend schwer war ein wirkungsvoller Kampf gegen die im schlimmsten Fall tödliche Lungenkrankheit. Im Sommer vergangenen Jahres kehrte jedoch nach und nach ein mehr oder weniger normaler Alltag ein.

Bars und Restaurants waren geöffnet, man konnte ins Kino gehen und sich verhältnismäßig frei bewegen - ohne Ausgangssperre und Kontaktbeschränkung. Das alles war natürlich nur unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen wie der am 17. April eingeführten Maskenpflicht* möglich. Im aktuellen Lockdown wünschen sich sicherlich viele Baden-Württemberger wieder eine solche Zeit herbei.

Die Lage aufgrund des Coronavirus in Baden-Württemberg ist aktuell eine deutlich andere als sie es im Frühjahr 2020 war. Manche sprechen aktuell bereits von einer neuen Pandemie im Land. „Dieses Jahr haben wir eine andere Situation: Wir haben Mutationen und wir haben die Mutation aus Südafrika, die sich dort ja auch im Sommer ausgebreitet hat“, sagt der Arzt und Journalist Lothar Zimmermann laut dem SWR.

Die hochansteckende Corona-Mutation aus Südafrika* erreichte Baden-Württemberg bereits Mitte Januar. Inzwischen sind neben der zuerst entdeckten Mutation aus Großbritannien und der Variante aus Südafrika weitere Mutationen nachgewiesen worden. Darum sei die Lage aktuell ungewiss, da man nicht vorhersehen könne, wie sich die neuen Virus-Varianten verbreiten werden.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Mutationen bringen Ungewissheit - doch eine Hoffnung bleibt

Die aufgetretenen Virus-Mutationen sind ein Grund zur Sorge. Dementsprechend muss auch die Strategie im Kampf gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg angepasst werden. Befürchtet wurde bereits, dass der Impfstoff gegen das mutierte Virus weniger oder sogar gar nicht wirkungsvoll sein könnte.

Bisher sei nur klar, dass die Übertragung durch geimpfte Personen unwahrscheinlicher sei, sagt Lothar Zimmermann, der auch als freier Mitarbeiter beim SWR arbeitet. Auszuschließen ist das bislang allerdings nicht. „Das Schlimme ist ja auch immer bei dem Virus: Wir hecheln ja immer zwei Wochen hinterher, bevor wir die Auswirkungen sehen“, so der Arzt weiter. Das sei bei der Risikoabschätzung ebenfalls zu beachten.

Heißt das, dass die Bürger im Südwesten noch viele weitere Monate mit den harten Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg zurechtkommen müssen? Nein, jedoch seien die aktuellen Einschränkungen der sozialen Kontakte sehr hilfreich, die Situation im Griff zu behalten, sagt Lothar Zimmermann. „Wenn es keine Mutationen gegeben hätte, hätte man sagen können: Es wird wohl wahrscheinlich wieder genau so laufen wie letztes Jahr. Dieses Jahr wissen wir das nicht genau.“ Deshalb sei das Frühjahr 2020 keine Blaupause für dieses Jahr, berichtet der SWR. Ein Grund zur Hoffnung räumt der Arzt jedoch ein.

Die Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* war im Sommer 2020 nicht nur zufällig geringer als zu Beginn des Jahres. Warme Temperaturen erschweren die Ausbreitung der Viren, was trotz der Mutationen Hoffnung auf eine entspanntere Lage macht. „Wenn es jetzt wieder wärmer wird, dann sind die Schleimhäute feuchter und gleichzeitig ist die Luft auch feuchter – die Viren sinken leichter zu Boden und sterben dann auch ab“, erklärt Lothar Zimmermann.

Laut dem Mediziner wird der Sommer 2021 demnach zwar nicht wie im Vorjahr, eine Entspannung ist jedoch zu erwarten. „Ich setze tatsächlich darauf, dass wir eine Entspannung bekommen – wie schnell die kommt und wie stark, das müssen wir sehen, aber entspannen wird es sich. Da bin ich ganz sicher“, sagt der Arzt laut dem SWR. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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