Grenzen geöffnet

Ab sofort: Corona-Lockerungen in Baden-Württemberg machen Geschäften Hoffnung - „Licht am Ende des Tunnels“

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg waren die Grenzen zwischen Konstanz in Baden-Württemberg und Kreuzlingen in der Schweiz wochenlang geschlossen. Darunter hat vor allem der Handel gelitten.

  • Das Coronavirus in Baden-Württemberg wirkt sich negativ auf die Wirtschaftsentwicklung im Land aus.
  • Besonders stark hat der Handel in Konstanz unter Covid 19 gelitten: Durch die geschlossenen Grenzen zur Schweiz fiel bei vielen Händlern ein großer Teil ihres Umsatzes weg.
  • Seit dem heutigen Montag sind die Grenzen wieder geöffnet und der Einzelhandel hofft auf eine schnelle Erholung.

Konstanz - Das Coronavirus in Baden-Württemberg* (BW24* berichtete) könnte drastischere Auswirkungen auf die Wirtschaft haben als die Finanzmarktkrise im Jahr 2008 - davor warnte Ministerpräsident Winfried Kretschmann* bereits Anfang Mai. Vor allem der Handel in Konstanz am Bodensee hatte zuletzt enorme Umsatzverluste verbucht, denn die Region ist stark von Einkaufstouristen aus der Schweiz abhängig.

Aufgrund der anhaltenden Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg* waren die Grenzen zwischen Baden-Württemberg und seinen Nachbarländern Frankreich und Schweiz wegen der Corona-Pandemie monatelang nahezu dicht. Nur mit einem triftigen Grund war es erlaubt, die Grenzen dennoch zu überqueren. Darunter litten vor allem die Händler in Grenzregionen wie Konstanz am Bodensee. Nachdem es bereits erste Lockerungen gegeben hatte, sollen die Grenzkontrollen um Mitternacht in der Nacht zum Montag nun endgültig eingestellt werden, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Die Grenze zwischen Konstanz am Bodensee und Kreuzlingen in der Schweiz ist wieder geöffnet.

Coronavirus in Baden-Württemberg führte zu Grenzschließung zwischen Konstanz am Bodensee und der Schweiz

„Nun kommt wieder zusammen, was zusammengehört!“, sagte Thomas Strobl, Innenminister von Baden-Württemberg, zu den Grenzöffnungen, von denen nun auch Konstanz am Bodensee profitieren wird. Angesichts der nun langsameren Verbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg hat es in den vergangenen Wochen in kurzen Abständen immer weitreichendere Lockerungen gegeben - so durften mittlerweile trotz Coronavirus auch Freibäder in Baden-Württemberg wieder öffnen*.

Thomas Strobl teilte mit, dass seitens der Bundespolizei „synchron“ mit Frankreich und der Schweiz vorgegangen werde. Die Grenzkontrollen, die zur Eindämmung des Coronavirus in Baden-Württemberg eingeführt wurden, fallen damit sowohl auf deutscher als auch auf schweizerischer und französischer Seite weg. Das habe ihm Bundesinnenminister Horst Seehofer versichert. Der Handel in Konstanz am Bodensee wird von den neuen Lockerungen besonders profitieren, denn die Grenzöffnungen könnten viele Einkaufstouristen aus der Schweiz zurück in die Region bringen.

„Wir freuen uns sehr auf und über diesen Moment“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee, Claudius Marx, am Sonntag laut Angaben der Deutschen Presse-Agentur. Für die Händler in Konstanz am Bodensee seien die Grenzöffnungen trotz Coronavirus in Baden-Württemberg „das sprichwörtliche Licht am Ende des Tunnels“. Kunden aus der Schweiz könnten nun wieder ungehindert im Südwesten einkaufen, einkehren und auch länger verweilen.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Wirtschaftlicher Schaden in Konstanz am Bodensee durch Grenzschließungen

Marx zufolge machen Kunden aus der Schweiz im Durchschnitt ein Drittel, in einzelnen Branchen bis zu zwei Drittel der Kundschaft in der Region um Konstanz am Bodensee aus. Etwa 1,5 Milliarden Euro fließen ihm zufolge jährlich in die Region. Wie hoch der Schaden durch das Coronavirus in Baden-Württemberg am Ende der Pandemie sein und wie viele Insolvenzen es bis dahin geben wird, sei momentan schwer absehbar.

Wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg waren die meisten Läden des Einzelhandels wochenlang geschlossen. In der vierten Aprilwoche konnten sie vermeintlich aufatmen – die Zwangsschließung wurde aufgehoben. Doch selbst drei Wochen später lief das Geschäft noch „extrem schlecht“, wie eine Umfrage des Handelsverbands Baden-Württemberg ergab*.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut überzeugte sich Mitte Mai selbst von den fatalen Folgen des Coronavirus auf die Wirtschaft in Baden-Württemberg*. Die Politikerin machte einen Rundgang durch die Innenstadt von Stuttgart und besuchte mehrere Einzelhändler – trotz des wirtschaftlichen Schadens verteidigte die Wirtschaftsministerin die erzwungene Schließung wegen des Coronavirus in Baden-Württemberg.

*BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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