Zu Gast bei Markus Lanz

Boris Palmer sieht Corona-Probleme bei Migranten, fürchtet aber „Empörungswelle“

Nicht erst seit sich das Coronavirus in Baden-Württemberg ausbreitet, polarisiert Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Bei Markus Lanz sprach er jetzt über die Problematik von Infektionen bei Migranten.

Hamburg/Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer teilt seine Meinung gerne öffentlich. Seit sich das Coronavirus in Baden-Württemberg* ausbreitet, hat der Grünen-Politiker häufig für Diskussionen gesorgt. Zuletzt war seine Stadt wegen des Corona-Modellprojekts medial im Fokus.

Doch das musste inzwischen aufgrund der Bundesnotbremse gestoppt werden. Läden und Gastronomie wurden wieder geschlossen. Boris Palmer schrieb deshalb sogar einen Protest-Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (BW24*berichtete). Der Oberbürgermeister von Tübingen eckt mit seinen Ansichten aber auch häufig an. In der Sendung von Markus Lanz vom 27. April war er ebenfalls zu Gast. Dabei kam auch das Thema Coronavirus und Migranten zur Sprache - auch dazu hat Boris Palmer eine Meinung.

Corona-Problem bei Migranten: Markus Lanz spricht in seiner Sendung brisantes Thema an

Auslöser für das Thema war die Diskussion um Ungleichheiten bei der Verfügbarkeit von Corona-Tests und Impfungen in sozialen Brennpunkten, besonders in Großstädten wie Berlin und Hamburg. Daraufhin erzählte Gastgeber Markus Lanz von einem seiner Gespräche mit SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Dieser versuche aktuell, mit „türkischen Communitys ins Gespräch zu kommen“. Dafür seien die Leute dankbar. Sie hätten gegenüber Lauterbach betont: „Mit uns redet eigentlich keiner, wir bräuchten da dringend viel mehr Austausch.“

Corona-Problem bei Migranten: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer will das Theme wegen Rassismusvorwürfen nicht mehr ansprechen.

Demnach seien gerade auf den Intensivstationen viele Namen aus der türkischen Community zu lesen, „aber auf den Impflisten nicht“, wird Karl Lauterbach von Markus Lanz zitiert. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer lobte daraufhin Karl Lauterbach, und das, obwohl dieser zuletzt das Modellprojekt mit „Testen statt Lockdown“ als „Wunschdenken“ bezeichnet* hatte.

Boris Palmer bei Markus Lanz: Tübinger Oberbürgermeister will Rassismusvorwürfe vermeiden

Bei dem Thema Coronavirus bei Migranten würden sofort die „Alarmglocken losgehen“, sagte Palmer in der Sendung. Jederzeit drohe eine „Empörungswelle“. Ein Problem sieht Tübingens Oberbürgermeister aber trotzdem. Laut Boris Palmer gibt es in „bestimmten Milieus, die teilweise auch schon Parallelgesellschaften gebildet haben“ Probleme bei „der Fähigkeit, sich zu schützen und der Bereitschaft, Regeln zu befolgen“. Wenn man darauf hinweise, so Boris Palmer, komme sofort die Frage auf: „Darf man das so ausdrücken, weil man es lösen möchte, ohne dass man mit Rassismusvorwürfen konfrontiert wird?“ Seiner Erfahrung nach sei das schwer möglich. *BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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