Ab 22. Februar

Baden-Württemberg: Schulen und Kitas öffnen heute – alle Infos und Regeln

Die Ranzen stehen auf dem Boden in einem Klassenraum der Valentin-Senger-Schule im Stadtteil Bornheim, in dem einige Schüler schon in der Notbetreuung vor Ort sind. Für über 359 000 Schüler der Klassen eins bis sechs in Hessen ist ab dem 22. Februar die Rückkehr in den Unterricht in der Schule möglich. Welches Modell des Wechselunterrichts dann praktiziert wird, entscheiden die Schulen in Eigenregie. (zu dpa „Wechselunterricht in der Pandemie“) | Aktuell
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Mädchen greift an ihren Schulranzen.

Baden-Württemberg - Ab dem 22. Februar sollen Kitas wieder in den Regelbetrieb gehen, Grundschulen schrittweise zum Regelunterricht zurückkehren. Alle Infos auf einen Blick:  

Seit 16. Dezember sind Kitas und Schulen in Baden-Württemberg* nun schon geschlossen. Aus einer ursprünglich nach den Weihnachtsferien geplanten Öffnung wurde zunächst nichts ‒ wegen hoher Corona*-Infektionszahlen und der Ausbreitung von Virusmutationen im Südwesten entschloss sich die Landesregierung zu einer Verlängerung des Shutdown. Bedeutet: Homeschooling, Fernunterricht und wo möglich Kinderbetreuung neben Arbeiten im Home-Office.

Baden-Württemberg: Start von Kitas und Grundschulen ab dem 22. Februar

Für viele Eltern gerade von jüngeren Kindern ist jetzt aber Licht am Ende des Tunnels erkennbar: Die Landesregierung hat vergangene Woche beschlossen, dass zumindest alle Kitas in Baden-Württemberg am Montag (22. Februar) wieder in den „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ zurückkehren, wie auch echo24.de* berichtet. Und auch für Grundschüler und Schüler der Grundstufen Sonderpädagogischer Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) beginnt dann die schrittweise Öffnung des Präsenzunterrichts. HEIDELBERG24* erklärt, was das für Kitas und Grundschulen bedeutet und welche Perspektiven es aktuell für weiterführende Schulen gibt.

Bundesland Baden-Württemberg
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Grüne)
KultusministerinSusanne Eisenmann (CDU)
Schüler1.098.436 (Statistisches Landesamt, 2020)
Kita-Kinder454.377 (März 2020)

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte schon auf deutlich frühere Öffnungen gedrängt, konnte sich in der Koalition aber nicht durchsetzen. „Die Entscheidung, die Grundschulen und Kitas wieder zu öffnen, ist ein wichtiger Schritt für die Familien im Land, die in der aktuellen Situation eine enorme Last tragen“, so Eisenmann. Ministerpräsident Winfried Kretschmann* (Grüne) befürchtete indes, zu schnelle Kita- und Schul-Öffnungen könnten die Infektionszahlen wieder rapide steigen lassen. Dazu Eisenmann: „Auch vor dem Hintergrund der Studienlage und der Einschätzung von Virologen, dass Kinder im Alter bis zehn oder zwölf Jahren keine Treiber der Pandemie und seltener mit dem Corona-Virus infiziert sind, können wir diesen Schritt nun gehen.“

Baden-Württemberg: Kitas ab 22. Februar wieder geöffnet

Zum 22. Februar endet in allen Kindertagesstätten in Baden-Württemberg die Notbetreuung. Ab Montag findet dann wieder in allen Krippen und Kitas im Land „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ statt. Damit gelten für die Einrichtungen wieder die gleichen Regeln, die vor der Schließung maßgeblich waren:

  • Gruppen sollen sich nicht nach Möglichkeit nicht mischen
  • Erwachsene in den Einrichtungen sollen zueinander den Mindestabstand von 1,50 Meter einhalten
  • Spaziergänge/Ausflüge nur in konstanten Gruppen
  • Kinder, die Kontakt zu Corona-Positiven hatten, müssen der Kita fernbleiben, bis das Gesundheitsamt die Quarantäne aufhebt
  • Kinder mit Corona-typische Symptome (Fieber, trockener Husten, Störung Geschmacks-/Geruchssinn) dürfen nicht in die Kita

Baden-Württemberg: So geht es in den Grundschulen los

Für die Öffnung von Grundschulen und die Grundstufen der SBBZ gelten ähnliche Regeln wie nach dem ersten Lockdown. Grundschulen in Baden-Württemberg sollen ab Montag (22. Februar) im Wechselbetrieb mit je zwei Klassenstufen pro Woche beginnen. Heißt: Während zwei Klassenstufen in der Schule Präsenzunterricht bekommen, lernen die beiden anderen Klassenstufen von zuhause aus. Klassen im Präsenzunterricht sollen jeweils geteilt werden. Wie die Schulen Präsenz- und Fernunterricht organisieren, bleibt ihnen selbst überlassen. Beim Präsenzunterricht soll aber darauf geachtet werden, dass möglichst konstante Gruppen bestehen (Kohortenprinzip). Für Kinder, die nicht im Präsenzunterricht sind, aber Anspruch auf Notbetreuung haben, wird Notbetreuung angeboten. Weiterhin besteht aber keine Präsenzpflicht ‒ Eltern können entscheiden, ob ihre Kinder am Präsenzunterricht teilnehmen oder die Schulpflicht im Fernlernen erfüllen.

Schüler in einer Grundschule.

Die Fächer Deutsch, Mathe und Sachunterricht sollen ebenso Vorrang haben wie in Klasse 4 die Vorbereitung auf den Übergang zur weiterführenden Schule. Der Sportunterricht entfällt zunächst. Präsenzunterricht soll mindestens zehn Stunden pro Woche umfassen, nach Möglichkeit mehr, heißt es aus dem Kultusministerium. Der Präsenzunterricht wird durch Materialien zum Fernlernen ergänzt.

Baden-Württemberg: Wechselunterricht an weiterführenden Schulen

Auch an weiterführenden Schulen wird es ab dem 22. Februar wieder Wechselunterricht geben. Zunächst aber nur für Schüler, die in diesem Jahr ihre Abschlussprüfungen machen. Sie sollen im Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht beschult werden ‒ in welchem umfang bleibt den Schulen selbst überlassen. Abhängig vom Infektionsgeschehen sollen bald auch weitere Klassenstufen an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg wieder im Wechselunterricht unterrichtet werden.

Schüler mit Maske arbeiten mit Tablets.

Schulen sollen ab 22. Februar zudem einzelne Schüler in den Präsenzunterricht einbeziehen können, die über den Fernunterricht nicht erreicht werden oder Probleme mit dem Fernlernen haben. Diese Option gelte sowohl in den Grundschulen als auch in den weiterführenden oder Berufsschulen.

Baden-Württemberg: Schutzmasken und Schnelltests für Kitas und Schulen

Baden-Württemberg hat den rund 2.500 Grundschulen im Land zertifizierte KN95-Masken zugeschickt, die das Personal an den Schulen verwenden kann. Laut Sozialministerium sind die Maskenuneingeschränkt für den Einsatz in den Schulen tauglich“. Weiterhin gilt an den Grundschulen im Südwesten aber keine Maskenpflicht ‒ aus „pädagogischen und wissenschaftlich begründeten infektiologischen Gründen“, so das Kultusministerium.

Derweil können sich Erzieher und Lehrer an Kitas und Schulen in Baden-Württemberg bis zu den Osterferien anlasslos zwei Mal pro Woche mittels Schnelltest auf Corona testen lassen. Die Schnelltests sollen über Ärzte und Apotheken in Anspruch genommen werden können. Zudem könnten kommunale Testzentren aufgebaut werden, in den sich Kita- und Schulpersonal testen lassen kann. „Regelmäßige, anlasslose Schnelltests sind ein zentraler Schlüssel, um schrittweise wieder zu mehr Normalität an Kitas und Schulen zu kommen. Gerade auch wegen der Mutanten ist für mich klar, dass ein Strategiewechsel bei den Corona-Testungen zwingend erforderlich ist.“, so Eisenmann. Die Gewerkschaft Verdi forderte, die Testungen wenn möglich in den Einrichtungen und auf jeden Fall während der Arbeitszeit durchzuführen.

Baden-Württemberg: Eltern-Kritik an Kulturministerin Eisenmann

Auch wenn die Doppelbelastung vieler Eltern durch die kommenden Öffnungen teilweise geschmälert wird ‒ ganz ohne Kritik kommt Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann nicht davon: Derzeit macht ein offener Brief eines alleinerziehenden Vaters die Runde, der dem Unverständnis und der Wut in der Elternschaft eine Stimme gibt. Das Kultusministerium habe „keinen Plan B“ und war „scheinbar weder auf eine zweite Welle, geschweige denn auf einen zweiten Lockdown vorbereitet“, ärgert sich der Autor.

Und der Vater wettert weiter: Während Friseure und Geschäfte wieder in schließen mussten, zuckelten Kinder immer noch in überfüllten Schulbussen in voll besetzte Klassenräume. Als beste Maßnahme gegen eine Ansteckung wurde Mantra-artig „Lüften, lüften, lüften“ herunter gebetet ‒ auch wenn räumliche Gegebenheiten oder niedrige Außentemperaturen das unmöglich machten. Installation von Luftfilteranlagen*? Fehlanzeige. Ein „Totalversagen“ attestiert der verärgerte Verfasser Ministerin Eisenmann, die bei der Landtagswahl als Spitzenkandidatin für die CDU antritt. Auch in Sachen Digitalisierung hinkten die Schulen hinterher - im mittlerweile zwölften Monat der Pandemie. Die Quittung, so der Autor, werde es bei der Landtagswahl am 14. März geben. (rmx) *HEIDELBERG24 und echo24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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