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Affenpocken in Baden-Württemberg: Drei neue Fälle in verschiedenen Landkreisen

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Von: Julia Thielen, Lisa Klein

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Affenpocken in Baden-Württemberg: Nach dem Pfingstwochenende meldet das Gesundheitsministerium neue Fälle. Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.

Update vom 7. Juni: Noch bis zum Pfingstwochenende gab es zwei bestätigte Fälle von Affenpocken in Baden-Württemberg, das berichtete echo24.de. Jetzt meldet das Gesundheitsministerium drei neue Infektionen mit dem Virus. Die betroffenen Personen leben in verschiedenen Landkreisen.

Laut SWR-Meldung hat ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag in Stuttgart erklärt, dass es sich um drei Männer im Alter zwischen 20 und 45 Jahren handelt. Bei den Landkreisen geht es demnach um den Alb-Donau-Kreis, den Kreis Ravensburg und Freiburg.

Affenpocken in Baden-Württemberg: Neue Fälle nach Pfingstwochenende

Die mit Affenpocken infizierten Männer seien bereits in „häuslicher Isolation und nicht im Ausland gewesen“. Außerdem sollen die Symptome nicht so schwer sein, „dass die Betroffenen ins Krankenhaus müssten, sagte der Sprecher. Die Kontaktnachverfolgung laufe“.

Zu den älteren Fällen von Affenpocken heißt es im SWR-Bericht, dass die Patienten „seit Anfang Juni nicht mehr in Behandlung im Krankenhaus“ seien. Der erste Patient war danach in häusliche Isolation. Er hatte sich mit der westafrikanischen Variante des Virus infiziert. Die zweite betroffene Person hatte sich in Spanien mit der zentralafrikanischen Variante angesteckt.

Zuletzt gab es auch immer wieder Spekulationen darüber, ob eine frühere Windpocken-Erkrankung bereits vor Affenpocken schützt. Wie echo24.de berichtet hat, haben Experten dazu aber eine klare Aussage getroffen.

Nach erstem Affenpocken-Fall in Baden-Württemberg: Zweiter bestätigt

Update vom 27. Mai: Das Land Baden-Württemberg hat in einer Pressemitteilung am Montag (23. Mai) den ersten Affenpocken-Fall im Südwesten bestätigt. Nur wenige Tage später, am Freitag, wird der zweite Affenpocken-Fall verkündet. Die bereits bekannte Kontaktperson des ersten Infizierten in Baden-Württemberg habe Symptome und sei bereits am Mittwoch positiv auf Affenpocken getestet worden, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart am Freitag mit.

Die Kontaktperson war demnach bei der Reise des Affenpocken-Patienten aus dem Ortenaukreis dabei gewesen und befindet sich in Isolation, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Neue, enge Kontaktpersonen seien nicht dazugekommen, hieß es. Auch weitere Infektionsfälle oder Verdachtsfälle gebe es in Baden-Württemberg zum jetzigen Stand nicht. In Deutschland waren laut Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt (Stand 25. Mai 2022) rund zehn Fälle bekannt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat bereits über Quarantäne-Regelungen rund um die Affenpocken in einer Pressekonferenz gesprochen. Infizierte sollen sich demnach für mindestens 21 Tage in Isolation begeben und so lange in Quarantäne bleiben, bis alle Symptome abgeklungen sind. Auch für enge Kontaktpersonen gilt eine dreiwöchige Quarantäne. Dass diese deutlich länger angesetzt ist, als die Quarantäne in Corona-Zeiten, liegt an der langen Inkubationszeit. echo24.de berichtete bereits über die Unterschiede zwischen Corona und den Affenpocken.

Affenpocken in Baden-Württemberg: Erster Fall im Südwesten bestätigt

Erstmeldung, 23. Mai: Es war nur eine Frage der Zeit. Nun ist auch in Baden-Württemberg ein erster Fall mit Affenpocken gemeldet worden. Die seltene Viruserkrankung breitet sich seit Kurzem auch in Europa aus. Am 19. Mai war auch in Deutschland eine Infektion bestätigt worden. Experten waren sich laut echo24.de bereits sicher gewesen, dass es weitere Fälle der Affenpocken geben wird.

Nachdem am Wochenende bereits in anderen Bundesländern Affenpockenvirus-Infektionen aufgetreten sind, gibt es nun auch einen offiziellen ersten Fall in Baden-Württemberg. Am Universitätsklinikum Freiburg wird seit Sonntagabend (22. Mai) ein Patient aus dem Ortenaukreis mit einer entsprechenden Infektion stationär versorgt. Er befindet sich in Isolation, wie das Land Baden-Württemberg am Montagnachmittag (23. Mai 2022) mitteilte. 

Affenpocken in Baden-Württemberg: Erster Fall im Südwesten bestätigt

Der Patient, ein Reiserückkehrer aus Spanien, hat Fieber, Husten und weist laut Pressemitteilung typische Hautveränderungen auf. Sein Zustand ist jedoch stabil. Die Diagnose wurde aufgrund der Symptome des Patienten und einer PCR-Analyse gestellt. Formal muss sie noch durch eine Genom-Sequenzierung bestätigt werden, die derzeit im Institut für Virologie des Universitätsklinikums Freiburg läuft und in den kommenden Tagen vorliegt. Erst dann kann festgestellt werden, ob es sich um den west- oder zentralafrikanischen Virusstamm handelt.

Das Gesundheitsamt des Ortenaukreises untersucht in diesem Zusammenhang einen weiteren Verdachtsfall, führt derzeit eine Kontaktpersonennachverfolgung im Umfeld der Betroffenen durch und wird gegebenenfalls Quarantäneanordnungen aussprechen.

Affenpocken in Baden-Württemberg: Gesundheitsminister mahnt – Situation „nicht unterschätzen“

„Das allgemeine Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Baden-Württemberg wird vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg derzeit als gering eingeschätzt“, sagte Sozial- und Gesundheitsminister Manne Lucha am Montag in Stuttgart. „Dennoch dürfen wir das Affenpockenvirus nicht unterschätzen. Wir verfolgen die Situation im Land deshalb weiter sehr aufmerksam. Die Gesundheitsämter in Baden-Württemberg wurden bereits informiert und sind entsprechend sensibilisiert.“

Das Landesgesundheitsamt ist in engem Fachaustausch mit den anderen Behandlungs- und Kompetenzzentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger (STAKOB) und dem Robert-Koch-Institut (RKI). Der Bund hat heute zudem angekündigt, mit dem RKI aktuelle Empfehlungen zu Isolation und Quarantäne zu erarbeiten.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) geht von einer Vielzahl bereits erfolgter Affenpocken-Infektionen in Deutschland aus, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Der Ulmer Virologe Thomas Mertens sagte am Montag dem Südwestrundfunk, er gehe davon aus, dass sich schon etliche Menschen in Deutschland über enge Kontakte infiziert haben. Und dass man in der nächsten Zeit weitere Fälle identifizieren werde.

Affenpocken in Baden-Württemberg: Informationen rund um das Virus

Affenpocken sind eine seltene, von Tieren, vermutlich vor allem Nagetieren, auf Menschen übertragbare Viruserkrankung. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind laut RKI zwar selten, aber möglich – vor allem bei sehr engem Kontakt. Eine Übertragung bereits in der Vorphase der Erkrankungen (Prodromalphase), in der meist noch keine charakteristischen Symptome auftreten, bei Face-to-Face-Kontakt durch ausgeschiedene Atemwegssekrete möglich. Am stärksten gefährdet für eine Ansteckung sind Experten zufolge Menschen, die sexuelle Kontakte zu vielen verschiedenen Menschen haben, wie die dpa berichtet.

Affenpockenviren sind in West- und Zentralafrika bei Nagetieren verbreitet. Menschen stecken sich mit dem Virus am häufigsten durch Kontakt mit den Hauteffloreszenzen, Blut, Gewebe oder Ausscheidungen infizierter Tiere (in erster Linie verschiedener Nagetiere) und beim Umgang mit dem Fleisch erkrankter Tiere an.

Zwei Hände, die die Erkrankung mit dem Virus Affenpocken zeigen.
Das auffälligste Symptom bei den Affenpocken: Pocken am gesamten Körper. (Archivbild) © CDC/Brian W.J. Mahy/dpa

Die Inkubationszeit für Affenpocken beträgt laut Robert-Koch-Institut zwischen 7 und 21 Tagen. Erste Symptome der Krankheit sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten. Es kann großflächiger Hautausschlag dazukommen. Symptomatisch ähnelt eine Affenpocken-Infektion anderen weit verbreiteten Infektionen etwa mit dem Herpes-Simplex-Virus oder dem Varicella-Zoster-Virus, dem Erreger von Windpocken und Gürtelrose.

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