Fahrbericht

Lustvolles Kurvenflitzen mit der BMW F 900 XR

BMW F 900 XR
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Mit 895 ccm ist der kräftig antretende Motor der BMW F 900 XR bereits an der Obergrenze der Mittelklasse angekommen.

Früher wäre die BMW F 900 XR aufgrund ihrer Power als Big Bike bezeichnet worden. Heute gilt er als Allrounder. Was wirklich zählt, ist das Fahrgefühl. Wie dieses ist, erfahren Sie in diesem Fahrbericht.

  • 895 Kubikzentimeter und 105 PS - inzwischen gilt so etwa als Mittelklasse.
  • Heute hat zum Beispiel die BMW F 900 XR diese Eckdaten und sie wird mal als Crossover, mal als Allrounder bezeichnet.
  • Auch das hat sich geändert, früher waren das wohl die Sporttourer, aber man muss schließlich mit der Zeit gehen - wie sich das Motorrad* fährt, ist das was zählt - das erfahren Sie in diesem Fahrbericht.

BMW F 900 XR: Sehr viel Elektronik an Bord

Die BMW F 900 XR hat natürlich das TFT-Display im Cockpit, verfügt über Bordcomputer und Connectivity, hat am linken Lenker einen sogenannten Multicontroller, mit dem die multifunktionale Instrumentenkombination gesteuert wird, und dazu ist bei unserem Exemplar noch eine elektronische Dämpferregelung an Bord. Gestartet wird schlüssellos.

Die F 900 XR verfügt über das ein Farb-TFT im Cockpit.

Moderne Zeiten. Dabei wollen wir doch nur Motorrad fahren. Das Klicken, Drehen und Tippen lassen wir also sein und starten den Zweizylinder. Der klingt nicht sehr spektakulär, bringt aber die 219 Kilogramm schwere XR ordentlich auf Trab. Auch im warmgefahrenen Zustand verzichten wir aber gerne auf den Schaltassistenten, denn der erfordert bei nicht optimaler Drehzahl fast schon Gewalt, während sich die Gänge auf konventionellem Weg butterweich wechseln lassen.

BMW F 900 XR: Handlich ums Eck

Je länger man Kilometer um Kilometer abspult, desto mehr schwindet der Unmut über die Übertechnisierung dieses Zweirads, das doch nur fahren, fahren, fahren will. Denn die F 900 XR ist ungemein handlich, fällt in jede Kurve, lässt sich spielerisch leicht dirigieren und reagiert sensibel und effektiv auf jede Betätigung des Bremshebels. Optimales Revier sind Bundes- und Landstraßen, die nicht zwingend gut ausgebaut sein müssen.

Einlenken in Kurven und das Durchwedeln kurvenreicher Gebirgsstrecken fallen mit der neuen BMW F 900 XR leicht.

Autobahn geht auch, aber möglichst nur für kurze Etappen. Denn ab etwa 150 km/h vibrieren die Spiegel so stark, dass man mangels sicherer Sicht nach hinten sich nicht mit gutem Gewissen der Höchstgeschwindigkeit von 216 km/h nähern will. Nach ein paar Stunden im Sattel der BMW tut dann aber doch der Hintern weh, die knapp gepolsterte Sitzbank ist auf Dauer nur für Nagelbretterprobte ein Quell der Freude.

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Die BMW F 900 XR: Geringer Verbrauch, stattlicher Preis

Bereits bei über 80 Kilometern Restreichweite mahnt die Reserveleuchte zum Tanken. 4,4 Liter ermittelten wir als Verbrauch auf 100 Kilometer, was dank 15,5 Liter fassendem Tank lange Etappen ermöglicht. Irritierend: Der Bordcomputer zeigte einen Verbrauch von 5,3 Litern an. 11.400 Euro stehen als Basispreis in der Liste. Dank diverser Zusatzpakete und Extras überschritt unser Testexemplar aber locker die Marke von 14.000 Euro.

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Das Fazit zum BMW F900 XR: Ideal fürs lustvolle Kurvenflitzen

So sehr der Elektronik-Firlefanz der F 900 XR nervt, so groß ist letztlich doch die Begeisterung über das Motorrad an sich. Es verkörpert tatsächlich den klassischen Sportflitzer, der gut beherrschbar ist, den Fahrer nie überfordert, mehr als ausreichende Leistung hat und damit ein idealer Begleiter fürs lustvolle Kurvenflitzen ist. (Volker Pfau) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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