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Auto im Abo: Das ist anders als Leasing – für wen es sich lohnt

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Von: Marcus Efler

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Auto abonnieren nach dem Netflix-Prinzip: Diese flexible Alternative zu Kauf oder Leasing findet immer mehr Anhänger. Aber sie lohnt sich nur für eine Kundengruppe.

Über Jahrzehnte gab es für alle, die sich ein neues Auto zulegen wollen, zwei Möglichkeiten: kaufen oder leasen. Der Kauf, entweder in bar bezahlt oder per Kredit finanziert, galt als Mittel der Wahl für Privatkunden, während Selbständige eher leasten. Letzteres hat sich mittlerweile etwas gelockert, denn viele Autohersteller und ihre Banken legen günstige Leasing-Angebote vor, die auf Privatnutzer zugeschnitten sind. Auch die Tatsache, dass die Anbieter bei der Rückgabe des Autos nicht mehr für jeden Mini-Kratzer abkassieren dürfen, erhöht die Attraktivität des Leasing.

Ein Lynk & Co 01
Abo-Angebot: Der Lynk & Co 01 kostet 500 Euro im Monat. © Lynk & Co

Auto im Abo: Das ist anders als Leasing – für wen es sich lohnt

Doch seit einiger Zeit ist eine dritte Variante auf dem Vormarsch: die Nutzung des Autos im Abo für einen monatlichen Fix-Preis inklusive der meisten Kosten). Zuerst hatten einige Autohersteller wie Volvo und VW mit dieser Idee begonnen, die Marke Link & Co. aus dem chinesischen Geely-Konzern hat sie sogar zu ihrem Geschäftsprinzip erklärt. Mittlerweile gibt es auch spezielle Abo-Anbieter, die mehrere Automarken nach dem Netflix-Prinzip vermarkten. Wie beim Leasing bekommt der Fahrer den Pkw also nur für einen gewissen Zeitraum überlassen, bezahlt für ihn eine monatliche Gebühr und gibt ihn am Ende der vereinbarten Laufzeit wieder ab.

Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen Leasing und Abo:

Vergleich bei:LeasingAbo
LaufzeitMindestens ein, oft mehrere JahreAb einem Monat
Kosten (für Kompaktwagen)unter 100 bis 200 Euroab 300 Euro
Versicherungnicht inklusiveinklusive
Steuernicht inklusiveinklusive
Wartungnicht inklusiveinklusive
Kraftstoff/Stromnicht inklusivenicht inklusive
Lieferzeitnormal bis langkurz
Restwert des Autos bei Rückgabeje nach Vertrag wichtig oder egalegal

Vor allem für Autofahrer, die beispielsweise die Elektromobilität erst einmal ausprobieren möchten, ist ein Abo eine vielversprechende Lösung – was auch dazu führt, dass Abo-Firmen zu den guten Kunden bei Stromer-Herstellern zählen. Marken-Hopping, bei dem ein Auto ausprobiert und nach wenigen Monaten gegen ein anderes ausgetauscht wird, ist im Gegensatz zum Leasing beim Abo kein Problem.

Auto im Abo: Inklusiv-Kosten sind eher Lock-Argument

Für diese Flexibilität zahlen Kunden im Abo allerdings einen spürbar höheren Preis als beim Leasing. Die inkludierten und damit gesparten Kosten, mit denen die Abo-Anbieter lautstark werben, sind nämlich eher gering. Vor allem, wer bei seiner Versicherung schon einen ordentlichen Schadenfreiheits-Rabatt eingefahren hat, zahlt im Abo drauf. Dazu sind Elektroautos derzeit noch von der Kfz-Steuer befreit. Hohe Wartungskosten fallen für einen Neuwagen ebenfalls nicht an, und lassen sich mit einem Service-Vertrag von unter 30 Euro im Monat abfangen.

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Daher lohnt sich ein Auto-Abo vor allem für jene, die ungebunden bleiben wollen – und beispielsweise im Alltag mit einem kleinen Elektroauto unterwegs sind, aber für die Urlaubsreise auf ein größeres Hybridmodell umsteigen wollen. Auch die kurzen Lieferzeiten sind ein Argument für diese Art der Pkw-Nutzung. Wer sein Auto im Grunde wie ein gekauftes langfristig besitzen will, für den ist Leasing nach wie vor die bessere Wahl.

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