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Die Hypo Real Estate war bereits an der Börse, bevor sie im Zuge einer milliardenschweren Rettung verstaatlicht werden musste. Foto: Frank Rumpenhorst

Gerettete Hypo Real Estate

Verstaatlichte Immobilienbank HRE soll an die Börse

München - Doch kein Verkauf: Der Bund will sich mit einem Börsengang wieder von der mit Steuermilliarden geretteten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) trennen.

Börsengang statt Verkauf: Der Bund will sich mit Hilfe des Aktienmarkts wieder von der einst mit Steuermilliarden geretteten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) trennen. Die staatlichen Eigentümer erhoffen sich mit dem Schritt angesichts der derzeit guten Stimmung an den Börsen höhere Einnahmen, als sie bei einem Verkauf der Bank an einen Investor zu erzielen wären. Gelingt das, schließt der Bund ein weiteres Kapitel der HRE-Geschichte ab.

Das seit Februar laufende Bieterverfahren wird ausgesetzt, der Schritt auf das Parkett soll im Juli gemacht werden, teilte die Bank nach der Hauptversammlung am Mittwoch in München mit. Kern der einst im Dax notierten HRE ist inzwischen die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) die das eigentliche Geschäft macht, damit inzwischen wieder erfolgreich ist und Geld verdient. Die pbb sei „in jeder Hinsicht reif für einen Börsengang“, sagte Aufsichtsratschef Günter Bräunig.

„Unter Berücksichtigung aller Chancen und Risiken sind wir überzeugt, dass ein Börsengang der pbb im Vergleich zu einem Verkauf im Bieterverfahren das bessere Ergebnis für den Steuerzahler bringen wird. Deshalb unterstützen wir den Börsengang ausdrücklich“, sagte Jutta Dönges, Mitglied im Leitungsauschuss der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung, die über die Bankenrettungsfonds wacht.

Mindestens 75,1 Prozent der Anteile will der Bund nun loswerden, hat sich aber verpflichtet, für zwei Jahre mit 20 Prozent beteiligt zu bleiben. Ganz los ist der Staat die HRE damit frühestens 2017. Die teuren Altlasten der HRE lagern ohnehin woanders.

Die Trennung von der Immobilienbank ist eine Auflage der EU-Kommission, die der Bund im Gegenzug für die milliardenschwere Rettung und Verstaatlichung der HRE in der weltweiten Finanzkrise erfüllen muss. Der Börsengang war dabei stets eine Möglichkeit, auch wenn seit Jahresbeginn auch nach einem Käufer gesucht wurde.

Über mögliche Erlöse schweigen sich Bund und Bank bisher aus. In Berichten wurde häufiger eine Preisspanne von 1,2 bis 1,8 Milliarden Euro genannt, die ein Käufer auf den Tisch legen sollte. Was die HRE sich für Einnahmen aus dem Börsengang erhofft, ist noch unbekannt.

Die HRE ist das deutsche Symbol der Finanzkrise 2008. Ein Jahr zuvor hatte der Immobilienfinanzierer die irische Depfa für 5,7 Milliarden Euro gekauft, um Zugang zu staatlichen Projekten zu bekommen. Die Freude währte nur kurz. 2008 versagte in der Finanzkrise das fragile Geschäftsmodell. Am 28. September 2008 wurde die Notlage öffentlich.

Um den Zusammenbruch der HRE abzuwenden, schnürten Bund und Banken ein erstes Rettungspaket, doch das Geld reichte nicht, es folgte ein aufgestocktes Paket. Am 20. März 2009 beschloss der Bundestag ein auf die HRE gemünztes Gesetz, das die Verstaatlichung maroder Banken als letzte Option vorsieht.

Um der HRE und mit ihr vor allem der Deutschen Pfandbriefbank überhaupt einen Neustart ermöglichen zu können, wurden die teuren Hinterlassenschaften in eine Bad Bank ausgelagert. Der Name: FMS Wertmanagement (FMSW). In einer beispiellosen Aktion wurden im Oktober 2010 risikoreiche Altlasten im Buchwert von rund 170 Milliarden Euro in die Bad Bank ausgelagert, die sie möglichst mit Gewinn verkaufen soll. Für Verluste haftet am Ende der Steuerzahler.

dpa

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