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Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wurde ein autoritärer, wenig Widerspruch duldender Führungsstil nachgesagt.

"Nicht nur bei VW"

Unternehmensberater kritisiert Führungskultur in Autoindustrie

München - Ein Unternehmensberater hat die Führungskultur in der deutschen Automobilindustrie kritisiert. "Das ist kein reines VW-Thema. Die gesamte Zulieferindustrie muss Gewehr bei Fuß stehen", sagte Harald Linné von der Management-Beratung Atreus der Deutschen Presse-Agentur.

Die Berater stießen in Unternehmen immer wieder auf Qualitätsmängel und Compliance-Verstöße, die intern totgeschwiegen würden.

VW will als Reaktion auch auf den Abgas-Skandal einen "Kulturwandel" im Konzern erreichen. Die Mitarbeiter sollen offener miteinander diskutieren. "Den Mutigen gehört die Zukunft bei Volkswagen", sagte VW-Chef Matthias Müller. Für den Skandal wird auch ein hierarchischer, rigider Führungsstil in Wolfsburg verantwortlich gemacht.

"Der Wind ist extrem rau. Alle wollen Kosten sparen, Erfolg haben - Widerspruch wird nicht geduldet", sagte Linné. Auch deshalb hätten Rückrufe in der Autoindustrie in den vergangenen Jahren zugenommen. Kurzschluss-Aktionen ersetzten mitunter langfristiges Handeln. "Man merkt schon, dass bei Firmen, die unter Druck sind, die Compliance anders funktioniert", sagte Linné.

"Kritische Themen dürfen häufig nicht angesprochen werden, weil der Konzernchef sonst mit Rauswurf droht", sagte der Berater. Notwendig sei ein neues Verständnis von Management - eine mit einer ausgeprägten Fehlertoleranz. "Nur Druck und Egal wie, das darf nicht sein."

Atreus Automotive

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