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Papst Franziskus hat in einer historischen Rede vor der UN-Vollversammlung die Weltgemeinschaft eindringlich zum Kampf gegen Armut und Umweltzerstörung aufgefordert.

USA-Reise

Papst: Umweltzerstörung ist "Schädigung der Menschheit"

New York - Zum ersten Mal eröffnet ein Papst die UN-Vollversammlung. Franziskus prangert die „Wegwerfkultur“ der Welt an, die die Ärmsten am härtesten treffe - und fordert die rund 160 Staats- und Regierungschefs zu sofortigem Handeln auf.

Papst Franziskus hat in einer historischen Rede vor der UN-Vollversammlung die Weltgemeinschaft eindringlich zum Kampf gegen Armut und Umweltzerstörung aufgefordert. „Jede Schädigung der Umwelt ist eine Schädigung der Menschheit“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Freitag in New York. Jeder Mensch habe ein Recht auf Leben, was einem „Existenzrecht der menschlichen Natur selbst“ entspreche. Um das sicherzustellen, müssten die Regierungen der Welt „unverzügliche Maßnahmen“ ergreifen. „Es reichen nicht die feierlich übernommenen Verpflichtungen.“

Ein „egoistisches und grenzenloses Streben nach Macht und materiellem Wohlstand“ führe dazu, dass die verfügbaren Ressourcen ungebührlich ausgenutzt und Schwache ausgeschlossen würden, sagte der Papst beim UN-Gipfel zu den sogenannten Nachhaltigkeitszielen, die bis zum Jahr 2030 Hunger und extreme Armut auf der Erde beseitigen sollen. Die UN-Vollversammlung verabschiedete diese Ziele am Freitag offiziell.

Franziskus kritisierte die zunehmende „Wegwerfkultur“ der Welt. Sie treffe die Ärmsten der Welt am härtesten. Es müsse auch darum gehen, etwa Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung von Knaben und Mädchen, Sklavenarbeit einschließlich Prostitution, Drogen- und Waffenhandel, Terrorismus und internationale organisierte Kriminalität so schnell wie möglich zu überwinden, sagte der Papst. „Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Institutionen wirklich effektiv sind im Kampf gegen all diese Plagen.“

Franziskus ermahnte die Weltgemeinschaft zugleich zur Einhaltung der von den Vereinten Nationen beschlossenen Rechtsnormen. Es öffne sich eine Büchse der Pandora voller unkontrollierbarer Kräfte, wenn UN-Maßgaben nur bei Belieben eingehalten würden, sagte er. Die UN-Charta müsse „ohne Nebenabsichten als obligatorischer rechtlicher Bezugspunkt beachtet und anwendet“ werden. Die vor 70 Jahren gegründete Organisation sei „noch verbesserungsfähig wie jedes menschliche Werk und zugleich notwendig“. Es war das fünfte Mal, dass ein Papst die UN besucht, aber das erste Mal, dass er auch die Vollversammlung eröffnet.

Gedenken am Ground Zero

Nach seiner Rede gedachte der Papst am Ground Zero in New York der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Im Museum zum Gedenken an die fast 3000 Opfer der Anschläge rief das katholische Kirchenüberhaupt zu einem friedlichen Zusammenleben aller Religionen und Kulturen auf. „Gemeinsam sind wir aufgerufen, zu jedem Versuch, Uniformität aufzuzwingen, „Nein“ zu sagen und hingegen „Ja“ zu sagen zu einer akzeptierten und versöhnten Verschiedenheit.“ Der Papst traf sich in dem Museum zudem mit Angehörigen von Opfern und betete gemeinsam mit Vertretern verschiedener Religionen.

Im Anschluss wollte er noch eine katholische Schule im Stadtteil Harlem besuchen, vor Zehntausenden Anhängern durch den Central Park fahren und eine Messe im Madison Square Garden abhalten, bevor er am Samstagmorgen weiter nach Philadelphia reisen wollte.

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