OECD-Prognose muss keine schlechte Nachricht sein

Studie: Deutsches Jobwunder 2017 vorbei - vorerst

Berlin - Seit Jahren glänzt Deutschland mit immer neuen Erfolgsmeldungen vom Arbeitsmarkt - damit ist bald vorerst Schluss. Im OECD-Vergleich zeigt sich aber: Die Probleme hierzulande sind eher klein.

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt nach einer OECD-Prognose nach mehreren Jahren bald nicht mehr weiter ab. Der kontinuierliche Rückgang der Arbeitslosenquote werde mit einer Stabilisierung in der zweiten Jahreshälfte und dann weiter im folgenden Jahr vorläufig zu Ende kommen, so der am Donnerstag in Berlin veröffentlichte OECD-Beschäftigungsausblick.

Der wesentliche Grund sei der Eintritt der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. Damit deckt sich die Einschätzung der OECD-Experten mit Prognosen deutscher Arbeitsmarktforscher.

Zwar würden die Flüchtlinge erst langsam auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Aber dann wären viele von ihnen voraussichtlich zunächst arbeitslos. Es komme zentral auf Sprachförderung, die Ausbildung und die Anerkennung von bestehenden Qualifikationen an.

OECD: Arbeitslosenquote in Deutschland wird stagnieren

Insgesamt werde die Beschäftigungsquote fast zehn Jahre nach Ausbruch der globalen Finanzkrise im OECD-Raum wieder auf das Niveau vor der Krise zurückkehren.

In Deutschland gibt es weniger Jugendliche, die weder in Beschäftigung, Bildung noch in Ausbildung sind, als in anderen OECD-Staaten. Der Anteil solcher junger Menschen zwischen 15 bis 29 Jahren sank zuletzt auf deutlich unter 5 Prozent, im OECD-Schnitt liegt er bei 5,3 Prozent.

Die seit 2009 positive Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt habe sich zuletzt fortgesetzt. Die Beschäftigungsquote für die 15- bis 74-Jährigen werde im Laufe des Jahres 2016 voraussichtlich 65 Prozent überschreiten - der OECD-Durchschnitt liegt bei 60,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist mit 4,3 Prozent so niedrig wie seit 25 Jahren nicht mehr.

Der Anteil der Beschäftigten, die seit mindestens einem Jahr ohne Job sind, sei in den letzten acht Jahren beständig gefallen. Er liegt bei 1,9 Prozent - OECD-Durchschnitt: 2,2 Prozent. Im Gegensatz zu vielen anderen OECD-Ländern seien die Reallöhne in Deutschland seit 2011 deutlich gewachsen.

dpa

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