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Während der Gedenkfeiern zu 9/11 erlitt Hillary Clinton einen Schwächeanfall. Seitdem wird über ihre Gesundheit spekuliert.

Fakten und Gerüchte

Hillary Clinton: Wie krank ist sie wirklich?

Washington - Seit ihrem Schwächeanfall ranken sich Verschwörungstheorien um die Gesundheit von Hillary Clinton. Wie krank ist die Präsidenschafts-Kandidatin wirklich?

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Der mächtigste Mann der Welt muss fit sein. Vitalität und Gesundheit sind den körperbewussten Amerikanern wichtige Attribute. Der amtierende Präsident Barack Obama treibt nach eigenen Angaben jeden Tag Sport, bevor er mit der Arbeit beginnt, gerne zeigt er sich beim Basketball- oder Golfspielen. Jedes Jahr veröffentlicht der Präsident außerdem die Ergebnisse seines Check-Ups beim Arzt. Cholesterinspiegel, verordnete Medikamente, Muskelmasse - für Deutsche klingt es befremdlich, aber alles wird transparent gemacht. Das soll belegen, dass er fit genug ist, um die Geschicke des Landes zu lenken.

Hillary Clinton krank? Sie erlitt einen Schwächeanfall

Ein kranker Präsident? Undenkbar. Und deshalb war der Schock bei vielen auch groß, als Hillary Clinton (68), derzeit aussichtsreiche Kandidatin für die Präsidentenwahl am 8. November 2016 in den USA, einen Schwächeanfall erlitt. Bei den Gedenkfeiern zu 9/11 in New York musste sie von ihrem Sicherheitspersonal weggeführt werden. Als sie ins Auto einsteigen wollte, knickten ihre Beine weg, sie sackte zusammen. Die 68-Jährige sei überhitzt und dehydriert gewesen, hieß es eineinhalb Stunden später. Am Nachmittag erklärte ihre Ärztin, Clinton leide an einer Lungenentzündung. Clinton musste einige Tage im Wahlkampf pausieren. 

Hillary Clinton bemühte sich um schnelle Schadensbegrenzung: Drei Tage nach ihrem Kollaps veröffentlichte sie einen zweiseitigen Brief ihrer Ärztin Lisa Bardack, in dem dieser ihr bescheinigte, dass sie fit für das Präsidentenamt sei. Doch die Spekulationen gingen weiter.

Hillary Clintons Gesundheitszustand: Das sind die Fakten

Fakt ist: Hillary Clinton war auch schon früher wegen gesundheitlicher Probleme in den Schlagzeilen. Ende 2012 musste sie wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn im Krankenhaus behandelt werden. Das Gerinnsel war entstanden, als sie einige Wochen zuvor nach einem Schwächeanfall gestürzt war und eine daraus resultierende Gehirnerschütterung tagelang unbehandelt blieb. Die Thrombose wurde durch blutverdünnende Mittel aufgelöst.

Schon 1998 war ein Blutgerinnsel bei Hillary Clinton festgestellt worden, damals war es eine Thrombose im Bein. Auch damals erhielt sie Blutverdünner. Das erklärte Clinton 2007 in einem Interview mit der "New York Daily News", und sagte gleichzeitig, es sei ihr bisher größer gesundheitlicher Schock gewesen.

Im August 2015, kurz vor dem Beginn des Wahlkampfes, veröffentlichte Hillary Clinton Daten über ihren Gesundheitszustand - in den USA ist das üblich, wenn man die Präsidentschaft anstrebt. Sie leide an einer Schilddrüsenunterfunktion und einer Pollenallergie, hieß es da. Normale Volkskrankheiten, unter denen Millionen leiden.

Hillary Clinton krank? Das sind die Gerüchte

Obwohl es keinerlei Beweise dafür gibt, hält sich im Internet und in rechtspopulistischen US-Medien hartnäckig das Gerücht, Hillary Clinton leide unter einer schweren Krankheit, die sie mit aller Macht verheimlichen will. Über 4,5 Millionen Mal wurde auf YouTube ein Video aufgerufen, in dem ein Arzt der Präsidentschaftskandidatin per Ferndiagnose bescheinigt, an der unheilbaren Nervenkrankheit Parkinson zu leiden. Doktor Ted Noel aus Florida analysiert in dem Video Filmmaterial, das Clinton bei öffentlichen Auftritten zeigt. Angebliche Zuckungen, übertriebene Gesichtsausdrücke, bestimmte Handhaltungen und Hustenanfälle interpretiert er als typische Anzeichen von Parkinson.

Das ist nicht die einzige schwere Krankheit, die Clinton unterstellt wird. Laut CNN wurde über einen inzwischen gelöschten Twitter-Account ein medizinischer Bericht verbreitet, woran die 68-Jährige an Demenz im Frühstadium leide. Clintons Ärztin Lisa Bardack, die das Dokument angeblich verfasste, erklärte wenig später, es sei eine Fälschung. Auch Epilepsie und Autismus wurden der Kandidatin schon unterstellt. Immer berufen sich die Gerüchteverbreiter auf Gleichgewichtsprobleme, Hustenanfälle und übertrieben euphorisches Verhalten. 

Hillary Clinton krank? So reagiert Donald Trump

Für Donald Trump sind die Spekulationen über Clintons Gesundheitszustand gefundenes Fressen. Schon vor ihrem Schwächeanfall machte er immer wieder Anspielungen auf angebliche Gesundheitsprobleme seiner Rivalin. Sie sei "nicht stark genug", um Präsidentin zu sein, dazu fehle ihr die "geistige und körperliche Stärke", erklärte er. Auf Twitter bezeichnet Trump seine Kontrahentin gerne als "Crooked Hillary". "Crooked" bdeutet sowohl verschlagen als auch gekrümmt und ruft das Bild einer schwächlichen Person hervor.

Nach ihrem Schwächeanfall am 11. September gab Trump sich scheinbar zurückhaltend und wünschte ihr "Gute Besserung". Doch seine Wortwahl war raffiniert: "Irgendwas geht vor sich – ich hoffe, dass sie bald wieder auf den Beinen und zurück im Rennen ist", sagte er. Der Halbsatz "irgendwas geht vor sich" befeuerte die Gerüchte zusätzlich. Nach Clintons Kollaps bemühte sich Trump außerdem, mit seiner eigenen Fitness zu punkten: Mit einem Einblick in seine eigene Gesundheitsakte wollte er belegen, selbst topfit und allenfalls ein bisschen zu dick zu sein.

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