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Die First Lady von Amerika beeindruckte zahlreiche Clinton-Anhänger mit ihrer temperamentvollen Rede.

Hochemotionale Rede vor Clinton-Anhängern

"Genug ist genug": Michelle Obama verurteilt Donald Trump scharf

New Hampshire - Michelle Obama reagierte mit einer leidenschaftlichen Rede auf Trumps frauenfeindliche Aussagen - und fand harte Worte für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Vor ihrem ruhmreichen Einzug ins Weiße Haus wurden Barack und Michelle Obama als das sympathische Traumpaar gehandelt, das die Herzen der amerikanischen Bevölkerung im Nu erobern würde - mit Power, Energie und Leidenschaft.

Nach fast acht Jahren Amtszeit muss der amerikanische Präsident allerdings eine eher maue Bilanz ziehen: Die von ihm eingeführte "Obama-Doktrin", die Amerika außenpolitisch ein wenig aus der Rolle des Weltpolizisten drängt, findet nach wie vor wenig Anklang; und einige seiner wichtigsten Projekte, wie die Verschärfung der Waffengesetze und die Schließung des Gefangenenlagers von Guantanamo, scheiterten.

Doch nicht nur Barack - auch Michelle Obama konnte die hohen Erwartungen der amerikanischen Bürger kaum bis gar nicht erfüllen. Ihre ersten vier Jahre im Weißen Haus enttäuschten vor allem die Frauen, weil sie sich mehr feministisches Engagement von ihrer neuen First Lady erwartet hatten. Doch diese konzentrierte sich lieber auf ihre "Let's Move"-Kampagne und den Kampf gegen Fettleibigkeit bei Kindern.

Michelle Obama avanciert zum Wahlkampf-Star 

Doch während der wohl schmutzigsten Präsidentschaftswahl der amerikanischen Geschichte zeigt Michelle Obama endlich, welch strahlende Führungskraft und knallharte Feministin wirklich in ihr steckt. Ihrem neuen Image als aufgehender Stern Amerikas machte die First Lady auch am Donnerstag wieder alle Ehre: 

Bei einer Rede, die sie in Manchester in New Hampshire auf einer Wahlkampfveranstaltung für Hillary Clinton hielt, brachte sie auf unverkennbar leidenschaftliche Art und Weise ihre Erschütterung über Donald Trumps frauenfeindliche Sprüche zum Ausdruck. 

Dabei nahm sie Bezug auf ein vergangene Woche veröffentlichtes Video, in dem Trump davon spricht, Frauen nach Belieben küssen und anfassen zu können - alle Frauen würden das widerstandslos zulassen, weil er berühmt sei.

Eine Beleidigung für ganz Amerika

"Ich würde lieber so tun, als wäre das nicht passiert und hierherkommen und meine normale Wahlkampfrede halten",erklärte Obama gleich zu Beginn. "Doch das ist nichts, was wir ignorieren können."

Es habe sie "erschüttert", wie sie es niemals für möglich gehalten habe, sagte Obama, der der Abscheu über Trumps Worte ins Gesicht geschrieben stand. 

Diese Sätze seien kein "Umkleidekabinengerede", sondern beleidigten alle Frauen, Eltern und jeden Bürger der Vereinigten Staaten. "Das war eine mächtige Person, die frei und offen über ihr sexuell lüsternes Verhalten gesprochen hat, in Wahrheit damit angegeben hat, Frauen zu küssen und zu begrapschen - und das in einer so obszönen Sprache, dass viele von uns fürchteten, unsere Kinder könnten es hören, wenn wir den Fernseher aufdrehen", so die First Lady, der vor Betroffenheit des Öfteren fast die Stimme brach.

"Das ist inakzeptabel, und es ist egal, zu welcher Partei man gehört. Keine Frau verdient es, so behandelt zu werden", insistierte sie und betonte mehrmals: "Genug ist genug!" 

Wer die Nation führen wolle, müsse die "Standards menschlichen Anstands" erfüllen. Darauf folgte schließlich Obamas Schlussplädoyer, das keiner weiteren Erklärung bedarf: "Starke Männer, die wirkliche Vorbilder sind, müssen nicht Frauen erniedrigen, um sich stark zu fühlen", konstatierte sie und erhielt daraufhin überwältigenden Applaus der Clinton-Anhänger. 

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