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Eine schwarze Katze an einem Freitag den 13. bedeutet für abergläubische Menschen das Unglück schlechthin. Wenn sie dann auch noch unter einer Leiter hindurch gehen müssen, ist alles verloren.

Der Mythos vom "Schwarzen Freitag"

Freitag, der 13. - was ist dran am Aberglauben?

München - Freitag, der 13. - passiert da etwas Unangenehmes? Das fürchten viele Menschen. Doch gibt es den "Schwarzen Freitag" wirklich? Eine Geschichte über Aberglaube in einer rationalen Welt.

Die schwarze Katze muss eigentlich fast immer dran glauben, sie ist eins der größten Unglückssymbole der Mythen, die sich um den Freitag, den 13., ranken. Abergläubischen Menschen kann kaum noch etwas Gutes widerfahren, wenn sie das Tier an einem Freitag, den 13., sehen, dann vielleicht auch noch unter einer Leiter hindurch laufen müssen und auf einer Bananenschale ausrutschen. Doch woher kommt der Mythos eigentlich?

Freitag der 13: Eine Geschichte über Aberglaube in einer rationalen Welt

Zeitlebens hatte er dieses ungute Gefühl. Er ahnte, dass er an einem 13. sterben würde – im Alter von 76 Jahren, weil die 6 und die 7 in Summe eine 13 ergeben. Und tatsächlich starb der Komponist Arnold Schönberg am 13. Juli 1951, angeblich 13 Minuten vor Mitternacht. Es war ein Freitag – und Schönberg, berühmt für seine Zwölftonmusik, war damals 76 Jahre alt. Rational lassen sich solche Phänomene kaum erklären. Volkskundler und Soziologen sprechen in ähnlichen Fällen von einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“. Das heißt: Sobald jemand etwas fürchtet, verhält er sich anders – und genau deshalb steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ihm etwas Unangenehmes widerfährt.

„Bei einem solchen Datum siegen unsere Emotionen über unsere Ratio“, sagt Rainer Wehse, Lehrbeauftragter im Fach Volkskunde an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Sein Spezialgebiet: Aberglaube. Seine Erklärung: Freitag, der 13., ist eine ungünstige Kombination – denn sowohl die Zahl 13 als auch der Freitag stehen vielfach für Unglück.

Freitag der 13: Die Zahl 13 bringt Chaos ins System

„Es gibt gute und schlechte Zahlen“, erklärt Wehse. Die 12 symbolisiere Ordnung und Vollkommenheit: Tag und Nacht haben jeweils zwölf Stunden. Das Jahr hat zwölf Monate. In der Bibel ist von den zwölf Aposteln die Rede. Die 13 hingegen bringe Chaos ins System: Jesus wird von Judas verraten – dem 13. Gast beim letzten Abendmahl. Im Märchen verflucht die 13. Fee Dornröschen. Und im Tarot ist die 13. Karte der „Tod“. Oft wird die 13 auch mit Satan in Verbindung gebracht: Als Teufelsdutzend bezeichnet man „12 plus 1“.

Die Angst vor der 13 geht heute sogar soweit, dass es in vielen Hotels kein 13. Stockwerk gibt und auch kein Zimmer mit der Nummer 13; es heißt stattdessen „12A“. Manche Fluglinien lassen die Sitzreihe 13 aus. Und einige Restaurants legen ein 14. Gedeck „für die Hotel-Katze“ auf, wenn die Gesellschaft aus 13 Gästen besteht.

Ähnlich wie die Zahl 13 steht auch der Freitag für negative Ereignisse: Es ist der Todestag Christi. Adam und Eva wurden an einem Freitag aus dem Garten Eden vertrieben, weil sie die Früchte vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten. Kinder, die an einem Freitag auf die Welt kommen, sollen vom Pech verfolgt sein – im Gegensatz zu Sonntags-Kindern. „Napoleon ist nie an einem Freitag in eine Schlacht gezogen. Otto von Bismarck hat an keinem Freitag Verträge unterzeichnet. Und Johann Wolfgang von Goethe blieb an Freitagen im Bett“, sagt Wehse.

Freitag der 13: Der Börsencrash 1929 ging als "Schwarzer Freitag" in die Geschichte ein

Freitag, der 13., ist demnach doppelt belastet. „Sie können die Leute nicht beeinflussen. Aberglaube liegt in der Natur des Menschen –  manche sind mehr abergläubisch, andere weniger“, sagt Wehse. In einem seiner Seminare saß mal eine Studentin, die leidenschaftliche Reiterin war. Eines Tages wollte sie ein Pferd kaufen – „ihr Traumpferd“. Doch zu dem Hof, wo das Pferd stand, führte nur ein Weg – und dieser Weg war einer Sage nach verflucht. Die Studentin hat das Pferd nie abgeholt. „Sie hatte furchtbare Angst, dass ihr etwas zustößt.“

Wehse glaubt, dass viele Menschen vor Freitag, dem 13., Angst haben, weil sie immer wieder lesen, dass sich an diesem Tag Schlimmes ereignet hat. Zu den meist zitierten Unglücken zählt der Börsencrash vom 13. Mai 1927. Er ging als „Schwarzer Freitag“ in die Geschichte ein – die Kurse stürzten ein und hunderte von Anlegern verloren ihr ganzes Vermögen.

„Intuitiv würde ich jedem raten, sich vor Augen zu halten, dass Aberglaube Quatsch ist –  dass wir in einer rationalen Welt leben, in der es keine gesicherten Belege dafür gibt, dass am Freitag, dem 13., besonders viele Unglücke passieren“, sagt Wehse. Er selbst hält sich nicht für abergläubisch. Und doch gibt es einen Gedanken, der ihm nicht behagt: „Wenn ich meinen Ehering verlieren würde, ich hätte ein komisches Gefühl. Was könnte dieser Verlust über die Zukunft meiner Ehe aussagen?“

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