Cameron tritt zurück

Brexit-Ticker vom Freitag: Schulz kritisiert verzögerten Rücktritt Camerons

London - Der Brexit ist offiziell - nach David Camerons Rücktritt-Ankündigung beraten sich Angela Merkel und François Hollande. Der Live-Ticker mit allen Infos zum Referendum. Alle Zahlen und Reaktionen.

  • Das Ergebnis steht fest: BREXIT! Großbritannien hat am Donnerstag, 23. Juni, in einem Referendum für den Austritt aus der EU gestimmt.
  • Premierminister David Cameron hat nach dem Brexit seinen Abschied angekündigt.
  • Die Börse hat bereits während des Auszählungskrimis reagiert: Die Angst vor einem Brexit hat das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gedrückt.
  • Europa reagiert entsetzt - und auch Großbritannien ist zerrissen: Schottland und Nordirland wollen laut Ergebnis in der EU bleiben.

Update vom 28. Juni 2016 : Der Brexit ist durch, die Folgen noch unabsehbar. Um das weitere Vorgehen zu besprechen, treffen sich am Dienstag die 27 EU-Mitgliedsstaaten in Brüssel. Alle Entwicklungen zum Treffen lesen Sie in unserem EU-Gipfel-News-Blog nach.

Alle wichtigen Nachrichten zum Brexit zum Nachlesen

25. Juni 2016, 10.00 Uhr: Die Entscheidung zum Brexit fordert Die EU und Regierungen in ganz Europa zu politischen Entscheidungen auf. In unserem News-Blog vom Samstag halten wir Sie über aktuelle Entwicklungen nach der Abstimmung in Großbritannien auf dem Laufenden.

23:05 Uhr: Die Entscheidung der Briten für den Brexit ist auch den Mitarbeitern des Auswärtigen Amtes in Berlin in die Knochen gefahren. „Was für ein Tag!“, postete das Auswärtige Amt am Freitagabend auf Facebook. „Wir gehen jetzt jedenfalls in einen irischen Pub und betrinken uns. Ab morgen arbeiten wir dann wieder für ein besseres ?Europa?. Versprochen!“, heißt es in dem Beitrag, den auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier teilte. Er bedachte den Beitrag auf seiner Facebook-Seite mit einem Wort „Prost!“.

21.49 Uhr: Nach dem EU-Ausstiegsreferendum in Großbritannien hat EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) die Ankündigung des britischen Premierministers David Cameron scharf kritisiert, erst im Oktober zurückzutreten. Dies sei "skandalös", sagte Schulz den ARD-Tagesthemen am Freitag. Damit werde "zum wiederholten Male ein ganzer Kontinent in Geiselhaft genommen für die parteiinternen Überlegungen der konservativen Partei Großbritanniens.

Bereits als Cameron vor drei Jahren das Brexit-Referendum ankündigte, um parteiinterne Gegner ruhigzustellen, habe er einen "ganzen Kontinent verhaftet für seine taktischen Verhandlungen", sagte der EU-Parlamentspräsident. Nachdem Großbritannien nun entgegen seinem Wunsch für den Austritt aus der EU gestimmt habe, halte Cameron Europa erneut hin und wolle bis zum Parteitag der Konservativen im Oktober warten. "Man kann einen Parteitag auch morgen früh einberufen, wenn man das will", kritisierte Schulz.

20.50 Uhr: Die USA sehen in der Entscheidung der Briten für den EU-Austritt keinen Grund, den Nutzen des transatlantischen Freihandelsabkommens TTIP in Zweifel zu ziehen. "Die wirtschaftliche und strategische Sinnhaftigkeit von TTIP bleibt stark", erklärte der US-Handelsbeauftragte Michael Froman am Freitag in einem an die Nachrichtenagentur AFP übermittelten Statement.

Die US-Regierung und die EU-Kommission verhandeln bereits seit 2013 über das Freihandelsabkommen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den kommenden Monat angesetzt. Sollte das Abkommen zustande kommen, wäre Großbritannien als Folge des Brexit zumindest nicht mehr unmittelbar in die Freihandelsregelungen einbezogen.

20.41 Uhr: Nach dem Votum für einen Brexit haben sich zehntausende Londoner für einen Verbleib ihrer Stadt in der EU ausgesprochen. Über 46.000 Menschen unterzeichneten bis Freitagabend eine Petition auf der Online-Plattform change.org, in der Bürgermeister Sadiq Khan aufgefordert wird, die Hauptstadt für unabhängig zu erklären und ihren EU-Beitritt zu beantragen. Im Gegensatz zur Mehrheit der Briten haben 60 Prozent der Londoner gegen den EU-Austritt gestimmt.

"London ist eine internationale Stadt, und wir wollen im Herzen Europas bleiben", heißt es in der Petition: "Machen wir uns nichts vor - der Rest des Landes ist anderer Meinung. Deshalb sollten wir, statt bei jeder Wahl künftig passiv-aggressiv gegeneinander zu stimmen, die Scheidung vollziehen und mit unseren Freunden auf dem Kontinent zusammenziehen". Eine weitere Online-Petition mit dem Titel "London soll Teil der Europäischen Union bleiben" sammelte über 9000 Unterschriften.

18.13 Uhr: Mit Sarkasmus haben junge Internetnutzer auf das Altersgefälle bei der Brexit-Entscheidung reagiert. „Statistisch sind schon 950 der Brexit-Befürworter gestorben“, schrieb beispielsweise ein Nutzer am Freitag auf Twitter. Ein anderer meinte: „Juchuhhh. Wir sind alle bald tot und es ist die nächste Generation, die leiden wird. Habt einen tollen Tag :)“. 

Damit spielten sie auf den Fakt an, dass mit zunehmenden Alter mehr Briten für den Austritt aus der EU stimmten als dagegen: In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen waren 27 Prozent für den Brexit, bei der ab 65-Jährigen 60 Prozent. Besonders weit verbreitet wurde eine Wähler-Grafik mit dem Satz: „Die ältere Generation stimmte für eine Zukunft, die die Jüngeren nicht wollen.“

17.36 Uhr: Die kanadische Wirtschaft ist nach Einschätzung von Premierminister Justin Trudeau gegen negative Auswirkungen des Brexit gut gewappnet. „Kanada hat enorme wirtschaftliche Fundamente, die wir mit wichtigen Investitionen in Infrastruktur und Wachstumsmaßnahmen für die Mittelklasse stärken“, sagte der liberale Premierminister am Freitag laut Mitteilung. „Wir sind gut aufgestellt, um globale Marktunsicherheiten zu überstehen, so wie wir es auch in der Vergangenheit bereits getan haben.“

17.33 Uhr: Hillary Clinton, voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten, will die negativen Folgen des Brexit auf die US-Wirtschaft so gut wie möglich eingrenzen. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die ausgelösten wirtschaftlichen Unsicherheiten Arbeiterfamilien hier in den USA nicht schaden“, erklärte Clinton in einem am Freitag verbreiteten Statement.

17.13 Uhr: Mit dem Hashtag #ScotLond wehren sich Brexit-Gegner im Netz gegen den Austritt aus der EU. Auf Twitter kursierte am Freitag eine Bildkombi, die augenscheinlich eine idyllische schottische Landschaft und die Sykline Londons zeigte - überlagert von den Sternen der europäischen Flagge. „Ich habe schnell ein neues Logo für unser neues Land gestaltet“, schrieb Nutzer Michael Shaw. Schotten und Bewohner der britischen Hauptstadt hatten mehrheitlich gegen den Austritt aus der EU gestimmt. „Nehmt uns mit!“, schrieb eine Nutzerin aus Gibraltar dazu. Das Foto wurde von vielen Nutzern kommentiert und verbreitet.

17 Uhr: Nach dem Brexit-Votum hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker versucht, seinen britischen Mitarbeitern Zukunftsängste zu nehmen. Er wolle sicherstellen, "dass wir alle auch weiterhin auf Ihr herausragendes Talent, Ihre Erfahrung und Ihr Engagement setzen können", heißt es in einem Schreiben Junckers vom Freitag an die Kommissionsbeschäftigten mit Blick auf das britische Personal

Die Personalregeln würden "in europäischem Geist ausgelegt und angewendet". Für die EU-Kommission arbeiten 33.000 Menschen, 1160 von ihnen sind Briten. Anstellungsvoraussetzung bei der Behörde ist die Nationalität eines EU-Staates. Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU stellt sich deshalb die Frage, was aus den britischen Mitarbeitern werden soll.

"Als Sie in dieser Institution angefangen haben, haben Sie Ihren nationalen 'Hut' an der Eingangstür abgegeben", schrieb Juncker, "und diese Tür schließt sich jetzt nicht für Sie."

16.45 Uhr: Nach dem Brexit ist auch die Zukunft des europäischen Austauschprogramms Erasmus mit Großbritannien fraglich. "Das britische Votum gegen die Mitgliedschaft in der EU wird erhebliche Auswirkungen auf die Mobilität von Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben", erklärte die Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Margret Wintermantel am Freitag. 

Großbritannien gehört mit bis zu 3.140 deutschen Austausch-Studierenden pro Jahr zu den attraktivsten Erasmus-Zielen in Europa. "Ob es künftig noch möglich ist, ein Erasmus-Studium oder Praktikum in Großbritannien zu absolvieren, ist Gegenstand der anstehenden Verhandlungen", erklärte der DAAD. Die Teilnahme eines Landes am Programm ist derzeit aber nicht an die Mitgliedschaft in der EU gekoppelt.

16.33 Uhr: Frankreichs konservativer Parteichef und Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hat nach dem Brexit-Votum einen neuen EU-Vertrag gefordert. Die Frage einer weitreichenden Neugründung der Europäischen Union sei dringend, sagte Sarkozy am Freitag in Paris. Die Entscheidung der Briten gegen die EU-Mitgliedschaft reflektiere eine starke Ablehnung eines Europas, wie es derzeit funktioniert. „Was das britische Volk gesagt hat, hätten auch andere Völker sagen können“, sagte der Franzose. Sarkozy ist Parteichef der oppositionellen Republikaner, ihm werden Ambitionen auf eine neue Präsidentschaftskandidatur im kommenden Jahr nachgesagt.

Obama: USA und Großbritannien bleiben besondere Partner

16.23 Uhr: Die USA und Großbritannien bleiben sich laut US-Präsident Barack Obama auch nach der Brexit-Entscheidung auf besondere Weise verbunden. In einer vom Weißen Haus verbreiteten Mitteilung hieß es am Freitag: „Das Volk des Vereinigten Königreichs hat gesprochen, und wir respektieren seine Entscheidung.“

16.11 Uhr: Nach dem Brexit-Votum in Großbritannien hat der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa erklärt, dass der Ausgang des Referendums „uns alle nur traurig stimmen kann“. In einer vom Präsidialamt am Freitag in Lissabon veröffentlichten Erklärung betonte das 67 Jahre alte Staatsoberhaupt aber auch: „Das Europäische Projekt bleibt gültig.“ Allerdings sei es „offensichtlich“, so Rebelo de Sousa, dass „die Ideale (der EU) neu überdacht und verstärkt“ werden müssten.

16.06 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Brexit-Entscheidung Großbritanniens als Protest gegen eine zunehmende Machtfülle der Brüsseler Bürokratie bezeichnet. „Die Konzentration der Macht ist in den leitenden Strukturen der EU sehr hoch“, sagte Putin am Freitag in Usbekistan in Zentralasien. Manchen Menschen gefalle dieses „Verwischen von Ländergrenzen“, anderen wiederum nicht.

„Der überwiegenden Mehrheit der Briten, scheint es, gefällt es nicht“, sagte Putin der Agentur Interfax zufolge in der Hauptstadt Taschkent. In der Entscheidung spiegele sich auch die Unzufriedenheit vieler Briten mit der Zuwanderung sowie in Sicherheitsfragen wider.

Malta will britische EU-Präsidentschaft nicht übernehmen

15.51 Uhr: Nach dem Brexit will Malta im kommenden Jahr nicht auch den EU-Vorsitz Großbritanniens übernehmen. „Wir sind nicht offiziell angesprochen worden“, sagte der maltesische Premier Joseph Muscat bei einer Pressekonferenz am Freitag auf die Frage, ob sein Land zu einer Verlängerung der Präsidentschaft bereit wäre. Sollte dies geschehen, müsse man mit Blick auf die vorhandenen Ressourcen entscheiden, so Muscat. „Aber wir hätten lieber eine sechsmonatige Amtszeit.“

Malta soll die rotierenden EU-Präsidentschaft im Januar 2017 übernehmen. Ab Juli 2017 wäre dann Großbritannien dran. Nach dem britischen Referendum für einen EU-Austritt fällt das Land jedoch aus. Alternativ könnte auch Estland seine für das erste Halbjahr 2018 geplante Amtszeit vorziehen.

15.42 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat verhalten auf das britische Votum für einen EU-Austritt reagiert. „Wenn wir zusammenarbeiten, sind wir stärker“, teilte Ban am Freitag mit. „Wir bei den UN freuen uns darauf, unsere Arbeit mit Großbritannien und der Europäischen Union fortzusetzen.“ Ban erwarte und hoffe zudem, dass Großbritannien bei Themen wie der Entwicklungspolitik weiter eine Führungsrolle behalten werde. Die EU bleibe gleichzeitig ein starker Partner in Fragen wie Migration, Frieden und Sicherheit sowie bei humanitären Themen.

15.33 Uhr: Nach der Entscheidung der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat das Auswärtige Amt am Freitag seine Reise- und Sicherheitshinweise aktualisiert. Demnach wird sich für Reisende oder in Großbritannien lebende Deutsche aber erst einmal nichts ändern: "Kurzfristige Auswirkungen auf den Reiseverkehr nach Großbritannien und Nordirland, auf das Aufenthaltsrecht dort oder auf den Zahlungsverkehr sind derzeit nicht zu erwarten."

Haben sich Briten erst nach Wahl über Brexit-Szenario informiert?

15.19 Uhr: Die Briten und ihre Pünktlichkeit. Wie das Online-Portal t3n.de herausfand, gab es gestern Abend im Vereinigten Königreich ein erhöhtes Suchvolumen bei der Suchanfrage: "Was passiert, wenn wie dir EU verlassen". Demnach verzeichnete diese Suchanfrage bei Google-Trends einen Anstieg um 250 Prozent. Das wäre weiter nicht verwunderlich, hätte es diesen Anstieg vor der Wahl gegeben. Doch zu aller Verwunderung stellten die meisten Briten Google diese Frage rund zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale, frei nach dem Motto: Erst wählen, dann informieren.

15.05 Uhr: Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel hat das britische Votum zum Austritt aus der EU bedauert. „Wir nehmen die Entscheidung des britischen Volkes zur Kenntnis. Aber als Europäer hätten wir es lieber gesehen, wenn das Referendum einen anderen Ausgang gehabt hätte“, sagte er am Freitag in Luxemburg vor Journalisten. Bettel sagte, die Briten hätten eine Art Scheidungsantrag eingereicht. „Nun beginnt das Scheidungsverfahren. Denn man kann nicht die Scheidung einreichen und trotzdem verheiratet bleiben.“

Papst Franziskus: Brexit-Votum bringt viel Verantwortung

14.48 Uhr: Die Entscheidung für ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU erfordert nach Worten von Papst Franziskus ein großes Maß an Verantwortung in Europa. Mit dem Votum sei „der Wille des Volkes“ zum Ausdruck gebracht worden, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche laut der Nachrichtenagentur Ansa am Freitag während des Flugs nach Armenien vor Journalisten. „Das erfordert von uns allen eine große Verantwortung, um das Wohlergehen des Volkes des Vereinigten Königreichs sicherzustellen, aber auch das Wohlergehen und das Zusammenleben des gesamten europäischen Kontinents. Das erwarte ich mir.“ Er selbst hab erst im Flugzeug vom Ausgang des Votums erfahren.

14.37 Uhr: Der britische Premierminister David Cameron versucht, die in Großbritannien lebenden EU-Bürger zu beruhigen. Es werde durch das Brexit-Votum keine unmittelbaren Einschränkungen bei der Freizügigkeit geben. Europäer, die in Großbritannien leben, und Briten die in Europa leben, seien in der nahen Zukunft nicht von der Brexit-Entscheidung betroffen, sagte Cameron am Freitag.

Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan betonte, Europäer seien in der britischen Hauptstadt willkommen. „Ich möchte eine besondere Botschaft an die beinahe eine Million in London lebenden Europäer aussenden, die einen enormen Beitrag zu unserer Stadt leisten, hart arbeiten, Steuern zahlen und zu unserer Gesellschaft beitragen: Sie sind willkommen hier“, sagte Khan.

Brexit: Wer wird Camerons Nachfolger?

14.21 Uhr: Bis der britische Premierminister David Cameron abtritt, dürften noch ein paar Monate ins Land gehen. Auch sind die Mehrheitsverhältnisse innerhalb der Konservativen Partei im Fluss - und schwer absehbar. Doch einige Namen für Camerons Nachfolge werden genannt.

BORIS JOHNSON: 52 Jahre alt, Ex-Bürgermeister von London. Er ist sehr populär, extrem mediengewandt und hat es im Brexit-Wahlkampf innerhalb weniger Monate geschafft, sich als Gegenspieler Camerons zu profilieren. Unklar, wie stark seine Fürsprecher im Parlament sind.

MICHAEL GOVE: 48 Jahre, Justizminister. Auch er hat sich im Wahl-Getümmel erfolgreich als Brexit-Mann profiliert. Im Vergleich zu Johnson wirkt er aber eher blass. Hat dafür Regierungserfahrung.

GEORGE OSBORNE: 45 Jahre, Schatzkanzler. Kein Brexit-Mann. Hat viele Tory-Abgeordnete mit der Drohung aufgebracht, im Falle eines Brexit müsse es einen Milliarden-schweren Nothaushalt geben. Doch er könnte als Mann des Ausgleichs versuchen, die tief zerstrittenen Konservativen zu einigen.

THERESA MAY: 59 Jahre, Innenministerin, gilt als mögliche Frau des Ausgleichs zwischen den innerparteilichen Fronten. Hat sich im Wahlkampf eher weggeduckt. Doch sie wäre nach Margaret Thatcher, die 1990 abdankte, die erste Frau in Downing Street 10.

13.53 Uhr: "Was haben wir nur getan", titelte der "Mirror" am Morgen nach dem EU-Referendum der Briten. Weitere Presse-Schlagzeile und Reaktionen auf den Brexit gibt es hier.   

Brexit: Britische Sportler reagieren geschockt 

13.47 Uhr: Britische Sportler haben weitgehend geschockt auf den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union reagiert. "Ich fühle mich, als würde ich in einem fremden Land leben", sagte der britische Dreisprung-Olympiasieger Jonathan Edwards.

"Verdammte Scheiße!", twitterte Englands früherer Fußball-Nationalspieler Gary Lineker. Und Michael Owen, einer seiner Nachfolger im Team der Three Lions, meinte: "Ich habe nicht erwartet, mit diesen Nachrichten aufzuwachen."

Snooker-Legende Ronnie O'Sullivan zeigte sich ebenfalls geschockt. "Es ist an der Zeit, das Vereinigte Königreich zu verlassen. Dieses Land geht aus dem Leim, vielleicht gehe ich nach Deutschland", twitterte der fünfmalige Weltmeister. Und Englands früherer Rugby-Kapitän Will Carling meinte: "Mehr als nur ein dumpfes Gefühl in meinem Bauch an diesem Morgen. Kann gar nicht richtig glauben, was wir da gewählt haben."

13.35 Uhr: Auch Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras hat sich zum Brexit geäußert: "Wir brauchen eine neue Vision und einen Neustart für das Vereinigte Europa“, sagte Tsipras am Freitag in einer Erklärung. Das Ziel sei ein sozial gerechtes und demokratisches Europa.

Gauck: Brexit "nicht der Anfang vom Ende"

13.29 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck hat nach dem britischen Brexit-Votum dazu aufgerufen, den Blick nach vorne zu richten. Der bevorstehende Austritt der Briten sei „nicht der Anfang vom Ende der Europäischen Union“, sagte Gauck am Freitag am Rande seines Staatsbesuchs in Bulgarien.

Dies sei vielmehr „der Anfang von neuen Bemühungen um die Verteidigung der Union und ihrer Werte. Und er ist, wo Reformen erforderlich sind, auch der Beginn eines neuen Zukunftsweges“, sagte Gauck.  

13.15 Uhr: Der britische Rechtspopulist Nigel Farage hat sich kurz nach dem EU-Referendum von einem zentralen Versprechen der Brexit-Kampagne distanziert. In der ITV-Sendung „Good Morning Britain“ sagte der UKIP-Politiker, er könne nicht garantieren, dass wie von den Brexit-Befürwortern angekündigt 350 Millionen Pfund pro Woche statt an die EU nun an das Gesundheitssystem NHS gingen. „Das war einer der Fehler, die die „Leave“-Kampagne gemacht hat“, sagte Farage am Freitag. Er selbst habe damit nicht geworben. „Sie müssen verstehen, dass ich von der Kampagne ausgeschlossen wurde und ich, wie immer, mein eigenes Ding gemacht habe."

Hollande: "Europa darf nicht so weitermachen wie bisher"

13 Uhr: Frankreichs Präsident François  Hollande hat einAufbäumen Europas gefordert. „Damit Europa voranschreiten kann, darf es nicht mehr so weitermachen wie bisher“, sagte er am Freitag in Paris. Die britische Entscheidung verlange es auch, sich hellsichtig die Mängel im Funktionieren Europas und den Vertrauensverlust der Völker in das von Europa verkörperte Projekt bewusst zu machen.

Europa müsse seine Werte wie Freiheit, Solidarität und Frieden bekräftigen. „Europa ist eine große Idee, nicht nur ein großer Markt.“ Das Ergebnis des Referendums bezeichnete Hollande als "schmerzhafte Entscheidung".

12.54 Uhr: Deutschland und Frankreich kommt nach den Worten von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker nach dem britischen Brexit-Votum eine ganz besondere Verantwortung zu. „Ich erwarte vom deutsch-französischen Motor sehr klare Stellungnahmen“, sagte Juncker am Freitag nach einem Krisentreffen mit EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Parlamentschef Martin Schulz und dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte in Brüssel. Es müsse deutlich werden, „dass der Prozess der Unsicherheit nicht zu lange dauern wird“. Er fügte hinzu: „Die Dinge müssen beschleunigt werden.“

12.52 Uhr: Der Wortführer der Brexit-Kampagne, Boris Johnson, will beim Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nichts überstürzen. "Es gibt jetzt keinen Grund zur Eile", sagte Johnson am Freitag in London.

Merkel: "Heutige Tag ist Einschnitt für Europa"

12.40 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel nimmt Stellung zum Brexit: "Der heutige Tag ist ein Einschnitt für Europa, er ist ein Einschnitt für den europäischen Einigungsprozess. Die Europäische Union ist stark genug, um die richtigen Antworten auf den heutigen Tag zu geben." Sie warnte zugleich davor, jetzt "schnelle und einfache Schlüsse zu ziehen".

12.35 Uhr: Großbritannien sollte Europa nach dem Willen von Londons früherem Bürgermeister trotz des Brexit-Referendums nicht den Rücken kehren. „Wir sind im Herzen Europas“, sagte Johnson am Freitag in London. Der konservative Tory-Politiker ist einer der führenden Köpfe der Brexit-Kampagne und gilt als einer der möglichen Nachfolger des zurücktretenden Premierministers David Cameron.

12.20 Uhr: David Cameron hat am Freitag Queen Elizabeth II. im Buckingham-Palast über den Ausgang des Brexit-Referendums und über seinen bevorstehenden Rücktritt informiert. Es ist üblich, dass der Premierminister das Staatsoberhaupt über wesentliche Vorgänge in der Regierung informiert. David Cameron ist bereits der 13. Premierminister ihres Landes, den die 90 Jahre alte Königin kommen und gehen sieht. Sein Nachfolger wird Nummer 14 werden, sollte die betagte Monarchin gesund bleiben.

12.13 Uhr: Spitzenvertreter der Europäischen Union fordern Großbritannien auf, „so schnell wie möglich“ Konsequenzen aus dem Brexit-Referendum zu ziehen. „Jede Verzögerung würde die Unsicherheit unnötig verlängern“, teilten EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Parlamentschef Martin Schulz und der niederländische Regierungschef Mark Rutte am Freitag in Brüssel schriftlich mit.

Trump: Brexit? "Das ist eine großartige Sache"

12.10 Uhr: US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat den Briten zum Brexit-Votum gratuliert. „Im Grunde haben sie sich ihr Land zurückgeholt. Das ist eine großartige Sache“, sagte Trump am Freitag beim Besuch eines Golfresorts in Schottland. „Auf der ganzen Welt sind die Menschen wütend. (...) Sie sind wütend darüber, dass Menschen ins Land kommen und übernehmen und niemand weiß, wer sie sind.“ Auf die Frage, ob das Votum seiner Kampagne helfe, sagte Trump: „Ich habe gesagt, dass das passieren würde. Wir müssen sehen, aber es ist eine großartige Sache.“

12.03 Uhr: Spaniens Regierung hat die Entscheidung der Briten für einen Brexit „mit Traurigkeit“ zur Kenntnis genommen. „Dies ist jedoch nicht der Zeitpunkt, neue Ungewissheiten heraufzubeschwören“, betonte Ministerpräsident Mariano Rajoy am Freitag in Madrid.

Seehofer: "Kein guter Tag für Europa"  

11.53 Uhr: CSU-Chef Horst Seehofer fordert nach dem Brexit-Votum einen Wandel der EU hin zu mehr Bürgernähe. „Das ist kein guter Tag für Europa“, sagte Seehofer am Freitag. Er bedauere die Entscheidung der britischen Bevölkerung für einen EU-Austritt. „Die Europäische Union muss jetzt deutliche Signale setzen für eine Reform ihrer Politik“, forderte der bayerische Ministerpräsident. 

Seehofer sieht im Brexit eine Chance für die Union, ihre gemeinsame Handlungsfähigkeit zu beweisen. Die Entscheidung der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union sei ein historischer Moment und die Union habe große historische Prozesse von der Sozialen Marktwirtschaft bis zur Wiedervereinigung immer gemeinsam gestaltet, sagte Seehofer zu Beginn einer Klausur der Spitzen von CDU und CSU am Freitagabend in Potsdam. „Wir sind jedenfalls entschlossen, dieser historischen Herausforderung gerecht zu werden. (...) Die Union ist dafür bestens legitimiert.“

11.50 Uhr: Die Bayernpartei sieht durch den Brexit Rückenwind für die Forderung nach einem unabhängigen Bayern. "Wir sammeln schon Unterschriften für ein Volksbegehren für ein unabhängiges Bayern", sagte der Landesvorsitzende Florian Weber am Freitag der Nachrichtenagentur AFP in München. Bisher seien 12.000 Unterschriften zusammen, um ein Volksbegehren zu initiieren seien über 20.000 Unterschriften nötig. "Wir können eine Volksabstimmung erreichen in Bayern, das wäre möglich", sagte Weber.

China wünscht sich schnelle Austrittsverhandlungen

11.43 Uhr: Auch China reagiert auf den Brexit und wünscht sich schnelle Austrittsverhandlungen Großbritanniens mit den verbleibenden 27 EU-Staaten. China hoffe, „dass Großbritannien durch Verhandlungen mit der EU schnell eine Vereinbarung treffen kann, die zu einem prosperierenden und stabilen Europa führt“, sagte am Freitag ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. China habe das Abstimmungsergebnis zur Kenntnis genommen und „respektiert“ die Entscheidung der Britten.

11.37 Uhr: Besorgte Schweizer können sich bei einer extra eingerichteten Hotline über die Folgen des Brexit schlau machen. Der Telefondienst sei 24 Stunden am Tag erreichbar, erklärte das Außenministerium am Freitag. Zudem hätten die Schweizer Botschaft in London und die Landesvertretung in der EU auf ihren Websites wichtige Fragen und Antworten zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zusammengestellt.

11.34 Uhr: Laut Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ändert der Brexit nichts an der Stellung des Landes im westlichen Verteidigungsbündnis. „Das Vereinigte Königreich bleibt ein starker und engagierter Nato-Verbündeter und wird weiterhin seine Führungsrolle in unserer Allianz spielen“, erklärte Stoltenberg am Freitag in Brüssel.

Gabriel sagt Putin-Besuch ab

11.30 Uhr: Vizekanzler und SPD-Chef Sigmar Gabriel verzichtet nach dem Brexit auf seinen für diesen Montag geplanten Besuch bei Russlands Präsident Wladimir Putin. „Ja, so ist es. Das weiß die russische Botschaft schon“, sagte Gabriel in Berlin. Er wolle stattdessen am Montag bei Gesprächen der europäischen Sozialdemokraten in Paris dabei sein, zu denen Frankreichs Präsident Francois Hollande eingeladen habe. 

11.25 Uhr: Das britische Votum für einen EU-Austritt bricht aus Sicht der deutschen Linkspartei den europäischen Status Quo unumstößlich auf. „Dieses Votum zeigt die schwere Krise der EU“, erklärten die Fraktionschefs Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch sowie Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger am Freitag in Berlin. „Die EU-Technokraten und ihre neoliberale Austeritätspolitik haben Europa-Skepsis und Nationalismus den Boden bereitet.“ Nun sei der Kampf um eine neue soziale und politische Idee für ein Europa des Friedens und der Weltoffenheit neu entbrannt. Die Rechte der Menschen müssten dabei gegen die Interessen der Eliten verteidigt werden.

Kreml begrüßt Brexit

11.17 Uhr: Kremltreue russische Politiker haben in ersten Reaktionen das britische Votum für einen Austritt aus der EU begrüßt. Für das britische Volk sei es ein großer Erfolg, sagte der nationalistische Vize-Parlamentschef Wladimir Schirinowski von der Partei LDPR am Freitag in Moskau. „Das ländliche, provinzielle, arbeitende Großbritannien hat Nein gesagt zu der Union, die von der Finanzmafia, Globalisten und anderen geschaffen wurde“, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

11.15 Uhr: Der AfD-Fraktionsvorsitzende in Thüringen, Björn Höcke, hat nach dem britischen EU-Referendum eine Volksabstimmung über einen Verbleib Deutschlands in der Union gefordert. „Mit dem Austritt aus der EU haben die Briten den Weg des kollektiven Wahnsinns verlassen und sich für Demokratie und Volkssouveränität entschieden“, erklärte Höcke, kurz bevor Mitglieder des AfD-Bundesvorstandes am Freitag in Berlin ihre Stellungnahme zum Brexit-Votum abgeben wollten. Höcke sprach von einem "Freudentag für Europa".  

11.10 Uhr: Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande treffen sich am Montag in Berlin, um die Folgen des Votums der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union zu beraten. Das geht aus einer Mitteilung des Élysée-Palastes vom Freitag hervor.

Briten fordern zweites Referendum - Petition gestartet

10.55 Uhr: Zahlreiche Briten fordern nach dem knappen Sieg der Brexit-Befürworter eine zweite Volksabstimmung zur EU-Mitgliedschaft. Rund 60 000 Menschen unterzeichneten bis Freitagvormittag online eine entsprechende offizielle Petition. Die britische Regierung beantwortet alle Anliegen, die auf mehr als 10 000 Unterschriften kommen; bei mehr als 100 000 Unterschriften wird das Anliegen zur Debatte im Parlament vorgeschlagen.

Die Unterzeichner fordern ein zweites Referendum, wenn bei einer Wahlbeteiligung von bis zu 75 Prozent keine Seite mindestens 60 Prozent der Stimmen erreicht. Im Referendum am Donnerstag sprachen sich 52 Prozent der Wähler für einen Brexit aus - die Wahlbeteiligung lag bei 72 Prozent. Die Petition war bereits Ende Mai gestartet worden, fand der Zeitung „Independent“ zufolge aber am Freitagmorgen Tausende neue Unterstützer.

10.52 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sieht Europa nach dem Brexit deutlich geschwächt. „Europa wird an Bedeutung und Stellung in der Welt verlieren“, sagte Kern am Freitag in Wien. Die britische Politik sei selbst verantwortlich für den historischen Schritt. „Wir haben zur Kenntnis zu nehmen, dass ein Referendum negativ ausgeht, wenn man davor zehn Jahre eine Fundamental-Opposition gegen europäische Fragestellungen eingenommen hat.“

Schulz: "Beide Seiten sollten unterschiedliche Ansichten respektieren"

10.50 Uhr: Das Austritts-Votum der Briten ist nach den Worten von EU-Parlamentschef Martin Schulz ein schwieriger Augenblick für Großbritannien und die anderen EU-Staaten. „Beide Seiten sollten gegenseitig ihre unterschiedlichen Ansichten respektieren“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Brüssel nach einem Krisentreffen mit den Fraktionschefs der europäischen Volksvertretung.

Das EU-Parlament werde bei den Austrittsverhandlungen eine aktive Rolle übernehmen. „Wir sind sehr traurig über die Entscheidung der Wähler.“ Es sollte nun darüber debattiert werden, wie die EU verbessert und die Eurozone geschützt werden können.

10.45 Uhr: David Cameron hat sich nach seiner Rücktritts-Ankündigung nun auch über Twitter an die britische Bevölkerung gewandt.

10.30 Uhr: Der Brexit ist offiziell. Doch wie denken die Deutschen eigentlich über die EU? Dieser Frage ist das "Politbarometer" nachgegangen und kam zu dem Ergebnis, dass die Deutschen der EU noch nie positiver gegenüberstanden.

10.15 Uhr: Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union haben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident François Hollande und EU-Gipfelchef Donald Tusk die Folgen der Entscheidung beraten. Dazu telefonierten die drei Politiker am Freitagmorgen rund 20 Minuten, wie die französischen Agentur AFP unter Berufung auf Informationen aus dem Élysée berichtete. In der kommenden Woche will Hollande nach Berlin reisen und dort mit Merkel noch vor dem EU-Gipfel in Brüssel beraten.

Staatschefs äußern sich zu Brexit

10.11 Uhr: Der Brexit sollte nach Ansicht des australischen Premiers Malcolm Turnbull die Bürger seines Landes nicht beunruhigen. Die Wirtschaft des Commonwealth-Staates sei stark und belastbar, und habe bereits in der Vergangenheit globale Schocks gut überstanden, sagte Turnbull am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt auf Tasmanien. Die Entscheidung der Briten, die Europäische Union zu verlassen, werde allerdings zu Ungewissheit und Instabilität an den globalen Märkten führen. Turnbull nannte den Brexit bedeutsam und historisch.

Australien gehört dem „Commonwealth of Nations“ an, dem losen Staatenbund mit 53 Mitgliedern, der aus dem britischen Empire hervorging. Queen Elizabeth II. trägt auch den Titel „Königin von Australien“.

10.09 Uhr: Polen sieht im Ausgang des britischen Brexit-Referendums ein Warnsignal an die gesamte EU. Statt das Votum der Briten zu kritisieren, sollte die Volksabstimmung zum Handeln mobilisieren, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme des Warschauer Außenministeriums. „In mehreren Mitgliedsländern kann Desillusionierung mit der europäischen Integration und sinkendes Vertrauen in die EU beobachtet werden.“ Polen sei bereit, nach den besten Wegen für die künftigen Beziehungen zwischen EU und Großbritannien zu suchen. Auch wenn die Entscheidung bedauerlich sei, habe Großbritannien „als souveränes Land das Recht, über seine Zukunft in der EU zu entscheiden“.

10.08 Uhr: Auch der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka hat das Nein der Briten zur EU bedauert. „Trotz der Gefühle der Enttäuschung vieler von uns über das Referendumsergebnis muss man sehen, dass es nicht das Ende der Welt bedeutet und schon gar nicht das Ende der Europäischen Union“, teilte der Sozialdemokrat am Freitag mit. Großbritannien verlasse den Weg der europäischen Integration, eine „schwerwiegende und unumkehrbare Entscheidung“.

10.04 Uhr: Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat sich vom Ergebnis des britischen EU-Referendums enttäuscht gezeigt, aber zugleich vor Panik gewarnt. Nun müsse „in aller Ruhe“ nach einer stabilen Lösung gesucht werden, sagte Rutte am Freitag in Den Haag. Die europäische Zusammenarbeit sorge für Arbeitsplätze und „kollektive Sicherheit in einer instabilen Welt“, bekräftigte der rechtsliberale Premier. Die Niederlande haben bis Ende Juni die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Zur Ankündigung des Rechtspopulisten Geert Wilders, sich auch in den Niederlanden für ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft stark zu machen, sagte Rutte, die Zusammenarbeit in Europa sei für die Niederlande "lebenswichtig".

9.58 Uhr: Die CSU im Bundestag hat vor „Schnellschüssen und Aktionismus“ als Reaktion auf die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der EU gewarnt. „Oberstes Gebot ist jetzt, einen kühlen Kopf zu bewahren“, sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, am Freitag in Berlin. 

Die Entscheidung müsse weiterer Antrieb sein, um die EU zu verbessern. „Renationalisierung ist in Anbetracht der Herausforderungen auf unserem Kontinent und in der Welt nicht der richtige Weg.“ In Großbritannien habe „Emotionalität gegen Rationalität gewonnen“.

Merkel will vor Presse treten

9.51 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Partei- und Fraktionschefs der im Bundestag vertretenen Parteien für Freitagvormittag ins Kanzleramt geladen, um über den Ausgang des britischen Referendums zu beraten. An dem "Meinungsaustausch" ab 11.30 Uhr würden auch verschiedene Bundesminister teilnehmen, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Im Anschluss will sich Merkel auch vor der Presse zum Brexit äußern.

9.46 Uhr: Bei seiner Rücktritts-Ankündigung beteuerte David Cameron, er liebe sein Land: "Es ist mir eine Ehre, dass ich ihm gedient habe", sagte er vor seinem Amtssitz.

9.38 Uhr: Der Chef der rechtspopulistischen niederländischen Partei für die Freiheit, Geert Wilders, fordert nun nach dem offiziellen Brexit auch ein EU-Referendum in seinem Land

Marine Le Pen, Chefin der rechtsextremen Front National in Frankreich schlägt in die selbe Kerbe und hat weitere Abstimmungen in den EU-Mitgliedstaaten gefordert. 

Nach Brexit: David Cameron kündigt Rücktritt an

9.30 Uhr: Der britische Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt für Oktober angekündigt. Er zog damit am Freitag die Konsequenzen aus seiner Niederlage beim EU-Referendum für einen Brexit.

Er werde noch drei Monate im Amt bleiben, sagte Cameron am Freitag. Austrittsverhandlungen mit der EU sollten anschließend mit einem neuen Premierminister beginnen. „Das Land braucht ein neue Führung“, sagte der konservative Politiker.

Die Briten hatten sich am Donnerstag mehrheitlich für einen Brexit entschieden. Cameron hatte für einen Verbleib des Landes in der EU geworben.

Der Premierminister trat vor die Kameras, nachdem das offizielle Abstimmungsergebnis verkündet wurde. Demnach kamen die Brexit-Befürworter auf 51,9 Prozent der Stimmen, das Pro-EU-Lager kam lediglich auf 48,1 Prozent.

9.13 Uhr: Nach der Entscheidung der Briten für ein Verlassen der EU ist der Deutsche Aktienindex (Dax) mit einem Minus von 9,94 Prozent in den Handelstag gestartet. Die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank brachen am Freitagmorgen um jeweils 17 Prozent ein. Auch die Londoner Börse startete mit einem kräftigen Minus von 7,5 Prozent, in Paris waren es knapp acht Prozent.

9.02 Uhr: Nach dem Brexit-Votum der Briten wollen die übrigen 27 EU-Staaten zusammenhalten. „Wir sind entschlossen, unsere Einheit zu 27 zu bewahren“, sagte EU-Gipfelchef Donald Tusk am Freitag in Brüssel. Es sei nicht der Augenblick für hysterische Reaktionen. Er werde den 27 EU-Staaten vorschlagen, über die Zukunft der EU nachzudenken. Am Rande des EU-Gipfels am Dienstag und Mittwoch in Brüssel solle es bereits ein „informelles Treffen“ der 27 geben - ohne Großbritannien.

8.58 Uhr: Europagegner Nigel Farage hat nach dem Votum der Briten für den Austritt aus der Europäischen Union eine "Brexit-Regierung" gefordert. "Wir brauchen nun eine Brexit-Regierung", sagte der Chef der rechtspopulistischen UK Independence Party am Freitagmorgen vor dem Parlament. "Wir haben eine scheiternde politische Union zurückgelassen." Zuvor hatte Außenminister Philipp Hammond einen Rücktritt von Premierminister David Cameron ausgeschlossen.

8.50 Uhr: Der Bundestag wird nach Angaben von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) kommende Woche in einer Sondersitzung über die Folgen der britischen Entscheidung für einen EU-Austritt beraten. Am heutigen Mittag (13.00 Uhr) sind Beratungen der Fraktionen geplant.

Kauder mahnte: „Nun müssen wir ruhig und besonnen nachdenken, wie sich die EU weiterentwickeln soll.“ Die Entscheidung bedeute einen Rückschlag für das geeinte Europa. Aber gerade jetzt müsse alles daran gesetzt werden, das Vertrauen in die EU zu festigen. „Dieser Tag muss Ansporn sein, Europa zu stärken, auch wenn ein Mitglied die EU verlässt“, sagte der Fraktionschef.

Brexit-Ergebnis: Cameron wird sich im Laufe des Vormittags äußern

8.32 Uhr: Laut "Sky News" wird sich Premierminister David Cameron um 9 Uhr (deutscher Zeit) zum Brexit äußern.

8.29 Uhr: Premierminister David Cameron hat laut Außenminister Philip Hammond klar zu verstehen gegeben, er bleibe trotz Brexit auf seinem Posten. Die Regierung muss nach dem Austritt aus der EU die Lage stabilisieren und den Willen des Volkes bestmöglich umsetzen, so Hammond am Freitag im TV-Sender Sky News.

8.27 Uhr: Die Briten haben mit 51,9 Prozent für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Insgesamt hätten 17,4 Millionen Menschen bei dem Referendum am Donnerstag für den Brexit votiert, teilten die britischen Behörden am Freitagmorgen nach Auszählung sämtlicher 382 Wahlbezirke mit. 16,1 Millionen Menschen und damit 48,1 Prozent der Beteiligten stimmten dagegen für den Verbleib in dem Staatenbund.

Der britische Premierminister David Cameron hatte die Volksabstimmung über den Verbleib in der Europäischen Union im Januar 2013 unter Druck des europakritischen Flügels seiner konservativen Partei angesetzt. In der Kampagne vor dem Referendum hatte er jedoch vehement für den Verbleib geworben. Das Referendum spaltete das Königreich: Während Engländer und Waliser mehrheitlich für den Austritt stimmten, bevorzugten Schotten und Nordiren den Verbleib.

8.17 Uhr: Großbritannien hat jetzt zwei Jahre Zeit, um den Ausstieg aus der EU vorzubereiten. 2018 steht dann der tatsächliche Austritt an. Politiker wie etwa der FDP-Chef Christian Lindner fordern dabei absolute Härte gegenüber London.

8.11 Uhr: Trotz des Siegs der Brexit-Befürworter beim EU-Referendum in Großbritannien hat die Mehrheit der Schotten für einen Verbleib in der EU gestimmt. Auch die Nordiren votierten pro EU.

Politische Kräfte in Nordirland und in Schottland machten sich noch vor Bekanntwerden des Brexit-Ergebnisses für eine Abspaltung von Großbritannien und den Verbleib in der EU stark. Schotten und Nordiren hatten mehrheitlich für den Verbleib in der EU votiert.

8.05 Uhr: Alexander Graf Lambsdorff, der Vizepräsident des Europaparlaments, gibt dem britischen Regierungschef David Cameron die Schuld an dem Ergebnis des Brexit-Referendums. Im ZDF-Morgenmagazin sagte der FDP-Politiker: „Man kann nicht zehn Jahre lang auf Europa herumhacken und dann darauf hoffen, in sechs Wochen alles zu drehen. Die Wähler haben ein Gespür dafür“

7.45 Uhr: Österreichs Außenminister Sebastian Kurz reagiert im Morgenjournal das Radiosneders Ö1 auf den Brexit. "Ein Dominoeffekt auf andere Länder ist nicht auszuschließen." Er meint allerdings: "Die EU wird überleben." 

Brexit-Ergebnis: Die Briten wagen den EU-Austritt

7.43 Uhr: Sie haben es getan, sie haben es gewagt. Eiskalt haben die Briten die Tür zu Europa zugeknallt. Alle Warnungen haben nichts genutzt. Ob US-Präsident Barack Obama, der Internationale Währungsfonds (IWF) oder die eigenen Banker in der Londoner City - alle Warnungen vor einem Brexit konnten die Briten nicht schrecken.

7.30 Uhr: Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat entsetzt auf das Brexit-Ergebnis reagiert, ebenso die Bundesregierung. Das Auswärtige Amt teilte am Freitag per Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass es nach einem "traurigen Tag für Europa und Großbritannien" aussehe. 

7.05 Uhr: Das Ergebnis steht fest! Großbritannien hat sich für den Brexit entschieden und tritt somit aus der Europäischen Union aus. 

Reaktionen auf Ergebnis von Brexit: "Damn! Ein schlechter Tag für Europa. #EUref"

6.46 Uhr: Aktuelles Ergebnis der Brexit Abstimmung: 93,2 Prozent der Wahlkreise sind ausgezählt. 51,8 Prozent haben für einen Austritt von Großbritannien aus der EU gestimmt (15.920.478 Wähler). 48,2 Prozent (14.840.629 Wähler) haben gegen einen Austritt von Großbritannien aus der EU gestimmt.

6.38 Uhr: Der Vorsprung der Brexit-Befürworter wächst und wächst. Sie liegen nun mit einer Million Stimmen vorne. Das Ergebnis steht noch nicht endgültig fest, es sind aber nur noch weniger als 40 der 382 Wahlbezirke auszuzählen. Die Tendenz ist eindeutig: Die Mehrheit der Briten will raus aus der EU. 

6.34 Uhr: Noch liegt kein offizielles Ergebnis der Abstimmung über den Brexit vor. Aber Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) rechnet offenbar bereits mit einem Austritt von Großbritannien aus der EU. Auf seinem Twitter-Account schreibt er am Freitag gegen 6.20 Uhr: "Damn! Ein schlechter Tag für Europa. #EUref"

Brexit: Noch kein offizielles Ergebnis - TV-Sender gehen von Austritt Großbritanniens aus EU aus 

6.31 Uhr: Die Briten haben mehreren nationalen Sendern zufolge bei ihrem Referendum für den Ausstieg aus der EU gestimmt. Noch liegt kein endgültiges Ergebnis vor. Aber nach Auszählung von über 300 der insgesamt 382 Wahlbezirke lag das Brexit-Lager am Freitagmorgen nach offiziellen Angaben mit vier Prozentpunkten vorn. Das Pfund und die Börsen in Asien und Australien stürzten ab. Brexit-Wortführer Nigel Farage erklärte, er wage, von einem "unabhängigen" Großbritannien zu träumen.

6.18 Uhr: Die Briten wollten das Ergebnis des Brexit aktiv beeinflussen, das zeigt die hohe Wahlbeteiligung. Knapp 72 Prozent stimmten über den Austritt Großbritanniens aus der EU ab. 

5.55 Uhr: Der absehbare Sieg der Brexit-Befürworter hat den Euro am Freitagmorgen abstürzen lassen. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte gegenüber dem Dollar bei 1,0947. Während das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit 1985 fiel und die Börsen in Asien unter Druck standen, legte der Preis für Gold deutlich zu. Anleger flüchteten in sichere Häfen. Zuletzt notierte der Goldpreis mit fast fünf Prozent Plus auf dem höchsten Stand seit August 2014.

5.45 Uhr: Der britische Fernsehsender BBC sieht die Austritts-Befürworter als Sieger des EU-Referendums. Auch der Sender Sky News hält das Brexit-Lager für den Sieger.

Brexit wird immer wahrscheinlicher - Offizielles Ergebnis liegt bald vor

5.40 Uhr: Beim EU-Referendum in Großbritannien liegt das Brexit-Lager nach Auszählung von zwei Dritteln der Wahlbezirke vorn. In über 260 der 382 Wahlbezirke erreichten die Austritts-Befürworter 10,8 Millionen Stimmen, das Pro-EU-Lager mehr als 600 000 Stimmen weniger.

5.20 Uhr: Beim EU-Referendum in Großbritannien liegt das Brexit-Lager nach Auszählung von zwei Dritteln der Wahlbezirke vorn. In den 255 der 382 Wahlbezirke erreichten die Austritts-Befürworter 10,68 Millionen Stimmen, das Pro-EU-Lager gut eine halbe Million Stimmen weniger.

5.15 Uhr: Die Angst vor einem Brexit hat das britische Pfund auf den tiefsten Stand seit mehr als 30 Jahren gedrückt. Am frühen Freitagmorgen fiel das Pfund erstmals seit 1985 unter die Marke von 1,35 US-Dollar.

5.05 Uhr: Der angesehenste britische Wahlforscher John Curtice sieht nach dem bisherigen Verlauf der Referendums-Nacht einen Brexit als wahrscheinlich an. „Das Leave-Lager ist jetzt der Favorit“, sagte Curtice am frühen Freitagmorgen der BBC. „Der Gedanke an ein Verlassen der EU ist nicht mehr nur eine akademische“, sasgte der Professor von der schottischen Strathclyde-Universität. Der Fernsehsender ITV sieht inzwischen eine 80-Prozent-Wahrscheinlichkeit für den Brexit. Das Referendum sei aber weiter auf des Messers Schneide. Nach Auszählung der Hälfte der 382 Wahlbezirke lag das Lager der Brexit-Befürworter mit fast 500 000 Stimmen vorne. Das entsprach einem Verhältnis von etwa 52:48.

4.50 Uhr: Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Wahlbezirke liegt das Brexit-Lager mit 51,7 Prozent der Stimmen vorn. Das britische Pfund stürzte am frühen Freitagmorgen auf 1,36 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit 2009 ab.

Brexit-Abstimmung: Kaum Interesse im Londoner Bankenviertel

4.35 Uhr: Das Londoner Bankenviertel gehört zu den wichtigsten Finanzzentren der Welt. Monatelang lautete die Botschaft aus den glänzenden Bürotürmen: Briten, bleibt in der EU, alles andere kommt euch teuer zu stehen. Wirklich zu sagen hatte die City of London, wie das Viertel heißt, aber wenig: Gerade mal rund 4400 Stimmen wurden dort im EU-Referendum abgegeben, knapp 6000 Menschen hätten wählen dürfen. Der Grund: In der City gibt es kaum Wohnungen, nur Büros. Mehr als 400 000 Menschen arbeiten dort. Immerhin stimmten die wenigen Wähler zu gut 75 Prozent für den Verbleib in der EU.

4.20 Uhr: Mittlerweile sind 142 Wahlbezirke ausgezählt. 49,4 Prozent sind für Bleiben, 50,6 Prozent stimmten für den Brexit. Der Ausgang des Referendums ist weiterhin völlig offen.

4 Uhr: Nach der Auszählung von 80 der 382 Wahlbezirke liegen die Befürworter eines Verbleibs in der EU zwar hauchdünn vorn. In den meisten Wahlbezirken haben die Befürworter eines Ausstiegs jedoch besser abgeschnitten, als von den Meinungsforschern erwartet.

Brexit-Abstimmung: Buchmacher schwenken um

3.50 Uhr: Nach dem unerwartet guten Abschneiden des Brexit-Lagers in ersten ausgezählten Bezirken haben mehrere britische Buchmacher umgeschwenkt und erwarten nun das EU-Aus des Königreichs. Beim Wettanbieter Betfair drehte die Quote um kurz nach 03.00 Uhr auf 8/13, was einer Brexit-Wahrscheinlichkeit von mehr als 60 Prozent entspricht. Bei Ladbroks lag die Quote nach 03.00 Uhr morgens bei 4/7 - das entspricht einer Brexit-Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent. Nur Stunden vorher hatten die Anbieter die Chancen auf einen EU-Verbleib Großbritanniens noch auf rund 90 Prozent geschätzt.

3.30 Uhr: Angesichts der Zitterpartie im britischen EU-Referendum hat Stürmer-Legende Gary Lineker fußballerische Lösungen in Betracht gezogen. „Das Referendum ist eng“, schrieb er am frühen Freitagmorgen auf Twitter. „Wenn es 50/50 ausgeht, gibt es dann Elfmeter-Schießen?“ Und wie es von einen Engländer mit traumatischen Fußball-Erinnerungen an den amtierenden Weltmeister zu erwarten ist, fügte er hinzu: „Können wir dann ein paar Deutsche rüberholen?“ Zur Erinnerung: Deutschland hat die Engländer bei der Weltmeisterschaft 1990 und bei der Europameisterschaft 1996 per Elfmeterschießen aus dem Turnier gekickt, jeweils im Halbfinale.

Pfund stürzt ab

3.05 Uhr: Die Börse in Tokio hat am Freitag zu Handelsbeginn leicht zugelegt. Japanische Medien hatten unter Berufung auf eine Wählerbefragung breit darüber berichtet, dass die Mehrheit der britischen Wähler für einen Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union gestimmt habe. Auch auf die britische Währung hat das Votum großen Einfluss. Das Pfund fiel im Laufe der Auszählung drastisch. Nach Bekanntwerden der Umfragen war es auf ein Rekordhoch von über 1,50 US-Dollar gestiegen. Innerhalb weniger Stunden verlor es dann wieder zehn Cents.

2.40 Uhr: Es gibt neue Zahlen aus Großbritannien. Das Brexit-Lager liegt weiter in Führung - derzeit mit 497.630 zu 494.693 Stimmen.

2.25 Uhr:  Noch ist nichts entschieden. Nach ersten gute Nachrichten für das Pro-EU-Lager, gab es auch empfindliche Dämpfer. Das Ergebnis des EU-Referendum hängt am seidenen Faden.

2 Uhr: Nachdem am frühen Freitagmorgen das Ergebnis in einem ersten großen Wahlkreis unerwartet deutlich für den EU-Austritt ausfiel, purzelte der Pfundkurs im Vergleich zum Dollar. Nervös machte die Finanzbranche auch, dass im Wahlkreis Newcastle das Lager der EU-Freunde knapper siegte als erwartet.

Brexit-Lager liegt plötzlich vorn

Unterstützer der Leave.eu Kampagne auf einer Wahlparty.

1.30 Uhr: Die Befürworter eines EU-Ausstiegs haben einen ersten deutlichen Teilerfolg verbucht - und sind prompt in Führung gegangen. In der nordostenglischen Stadt Sunderland stimmten 61 Prozent für einen Brexit und nur 39 Prozent für einen Verbleib, wie am frühen Freitagmorgen bekannt wurde. In der benachbarten Stadt Newcastle behielten dagegen die EU-Befürworter die Oberhand, allerdings nicht so klar wie angenommen. Rund 51 Prozent der Wähler votierten hier für den EU-Verbleib, während 49 Prozent für einen Austritt stimmten.

Obwohl die EU-Befürworter in vier der fünf ausgezählten Bezirke die Nase vorn hatten, führten die Brexit-Anhänger mit insgesamt 161 744 Stimmen. Die Brexit-Gegner kamen nur auf 158 537. Eine erste Wählerbefragung nach Schließung der Wahllokale hatte auf einen knappen Vorsprung des Lagers der EU-Befürworter hingedeutet.

1.10 Uhr: Noch bevor das Ergebnis des Brexit-Referendums überhaupt feststeht, prescht Ungarns Regierungschef Viktor Orban mit Forderungen für eine grundlegende EU-Reform vor. Unabhängig vom Ausgang der Volksabstimmung in Großbritannien müsse Europa „seine Lehren ziehen aus der Kritik von Millionen Bürgern, die von vielen Mitgliedstaaten geteilt wird“, sagte der unter seinen EU-Kollegen umstrittene Politiker der „Bild“-Zeitung (Freitag).

Gibraltar gegen den Brexit

1.05 Uhr: Der Chef der EU-skeptischen Ukip-Partei, Nigel Farage, rechnet beim Brexit-Referendum mit einer Schlappe, hat aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Bei einer Wahlparty von Anhängern der Brexit-Kampagne sagte Farage am frühen Freitagmorgen: „Ich gebe mich nicht geschlagen.“ Sein Gefühl sei aber, dass die EU-Befürworter knapp gewinnen würden. Schuld daran, so Farage, sei die Regierung, die zwei Millionen Wähler nachträglich zur Registrierung zugelassen habe.

0.40 Uhr: Das erste Ergebnis liegt vor. Und zwar das aus Gibraltar. In dem kleinen Land wollen 96 Prozent der Einwohner in der EU bleiben, vier Prozent sind dagegen. 

Brexit-Gegner jubeln nach der Bekanntgabe des Ergebnisses von Gibraltar.

0.35 Uhr: Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos Mori hat beim Brexit-Referendum in Großbritannien in einer Umfrage einen Vorsprung für das EU-Lager ermittelt - allerdings wurde ein Teil der Daten noch vor Öffnung der Wahllokale erhoben. Demnach haben sich 54 Prozent der Wähler für den Verbleib in der EU entschieden. Die Umfrage ist jedoch mit Vorsicht zu genießen: Das Datenmaterial von vor dem Urnengang wurde am Wahltag mit den Aussagen von Wählern aktualisiert. Hinsichtlich der Methodik und Größe der Stichprobe ist die Verlässlichkeit aber nicht mit einer klassischen Nachwahlbefragung zu vergleichen.

Brexit-Referendum: Boris Johnson bedankt sich bei seinen Anhängern

0.20 Uhr: Boris Johnson, Wortführer des Brexit-Lagers beim britischen EU-Referendum, hat sich bei Wählern und Unterstützern bedankt. „Die Wahllokale haben jetzt geschlossen, der Demokratie ist genüge getan, wir erwarten das Urteil des Volkes. Dank an alle, die beteiligt waren, und alle, die gewählt haben“, twitterte der ehemalige Londoner Bürgermeister nach Schließung der Wahllokale am Donnerstag.

0.05 Uhr:  84 konservative Abgeordnete, die pro Brexit sind, haben nach Angaben eines Parlamentariers Premierminister David Cameron zum Verbleib im Amt aufgefordert. Er solle in jedem Fall weiterhin Premier bleiben, wie auch immer das Referendum ausfalle, heißt es in dem Brief, den der konservative Abgeordnete Robert Syms am Donnerstagabend auf Twitter veröffentlichte. Unter den Abgeordneten, die den Brief unterzeichnet haben, ist auch Boris Johnson, Camerons ärgster Gegenspieler im Wahlkampf.  

0 Uhr: Das britische Pfund Sterling ist nach Schließung der Wahllokale im historischen EU-Referendum deutlich gestiegen. Nachdem eine Wähler-Nachbefragung auf einen knappen Sieg der Brexit-Gegner hindeutete, knackte der Kurs am Donnerstagabend vorübergehend die Marke von 1,50 Dollar. Damit war das Pfund so viel wert wie seit Dezember 2015 nicht mehr.

Brexit-Votum: Zeitplan für Bekanntgabe der Ergebnisse 

Die Auszählung der Stimmen läuft, wie hier in London, auf vollen Touren.

23.55 Uhr: Die Auszählung der Stimmzettel läuft auf vollen Touren. Die Ergebnisse werden ab Mitternacht nach und nach veröffentlicht. Zunächst wird laut Nachrichtensender n-tv das Resultat von Gibraltar und den Scilly-Inseln erwartet, um 0.30 Uhr soll London-City folgen, dann um 1.30 Uhr Nordirland und um 2 Uhr die schottischen Gebiete. Gegen 3.30 Uhr ist dann eine erste Hochrechnung möglich. 

23.35 Uhr: Nach dem historischen Referendum hat sich der britische Premierminister David Cameron bei allen Pro-EU-Wählern bedankt. „Dank an Alle, die dafür gestimmt haben, dass Großbritannien stärker, sicherer und besser in Europa bleibt“, schrieb er am Donnerstagabend nach Schließung der Wahllokale auf Twitter.

23.20 Uhr: Der Chef der EU-skeptischen Ukip-Partei Nigel Farage hat sich pessimistisch zum Ausgang des Referendums über einen EU-Austritt geäußert. „Es sieht so aus, als sei die Wahlbeteiligung außerordentlich hoch und es scheint, als würden die EU-Befürworter knapp gewinnen“, sagte Farage dem britischen Fernsehsender Sky News zufolge.

Brexit? YouGov-Umfrage sieht Mehrheit für Verbleib

23.05 Uhr:Laut einer YouGov-Umfrage, die soeben veröffentlicht wurde, soll es eine knappe Mehrheit für den Verbleib Großbritanniens in der EU geben. Offenbar stimmten 52 Prozent für einen Verbleib, 48 Prozent sind dagegen.

Die YouGov-Befragung, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale am Donnerstag vom Sender Sky News veröffentlicht wurde, entspricht jedoch nicht den Kriterien einer klassischen Wahlprognose und hat auch keine entsprechend hohe Verlässlichkeit.

Eine ähnliche Befragung hatte beim Schottland-Referendum im Jahr 2014 richtig gelegen. Bei der britischen Parlamentswahl 2015 allerdings hatten die Meinungsforscher mit dieser Methode daneben gelegen.

23 Uhr: Die Wahllokale sind geschlossen. Jetzt beginnt das bange Warten auf die ersten Hochrechnungen.  

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Ein Schild mit der Aufschrift "Polling Station" weist in London am Tag der Brexit-Abstimmung auf den Eingang zu einem Wahllokal hin.

+++ Nach heftigen Regenfällen ist es am Tag des EU-Referendums in London und dem Südosten Großbritanniens zu Straßensperrungen und Zugausfällen gekommen. Auf fast allen U-Bahn-Linien und mehreren Regionalzugverbindungen in der britischen Hauptstadt kam es am Donnerstag zu Verspätungen und Ausfällen. U-Bahn-Haltestellen, Straßen und Keller wurden teilweise überflutet. Medienberichten zufolge mussten Tausende Pendler lange Wartezeiten an zentralen Bahnhöfen in London in Kauf nehmen. Viele seien besorgt gewesen, sie könnten ihre Wohnorte nicht mehr rechtzeitig vor der Schließung der Wahllokale um 23.00 Uhr (MESZ) erreichen, berichtete der „Evening Standard“.

Brexit-Votum: Wann gibt es die Ergebnisse?

+++Die Wahllokale schließen heute Nacht um 23 Uhr. Nach bisherigem Stand gibt es dann erst einmal keine offiziellen Prognosen und Hochrechnungen. Im Laufe der Nacht werden die Ergebnisse der einzelnen Bezirke nach und nach bekannt gegeben, die meisten Resultate werden zwischen 3 und 5 Uhr morgens erwartet. Pünktlich zum Frühstück am Freitag soll feststehen, wie sich das UK entschieden hat.

+++ Im nordenglischen Huddersfield ist ein Wahllokal für das EU-Referendum für eine halbe Stunde geschlossen worden, nachdem in der Nähe ein Mann mit Stichwunden gefunden worden war. Die Tat habe nichts mit der Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens zu tun, teilte die Polizei in der Grafschaft West Yorkshire am Donnerstag mit. Ein 19-Jähriger sei unter Tatverdacht festgenommen worden. Zu der kurzfristigen Sperrung des Wahllokals sei es nur gekommen, weil der Tatort habe abgesperrt werden müssen.

Nach Brexit-Entscheidung: Ministertreffen am Freitag

+++ Erstmals nach dem britischen Referendum kommen die EU-Staaten an diesem Freitag auf Ministerebene zusammen. In Luxemburg treffen sich die für Europaangelegenheiten zuständigen Minister. Auf der Agenda des Treffens (ab 14.30 Uhr) stehen die Vorbereitungen für die Zusammenkunft der EU-Staats- und Regierungschefs am kommenden Dienstag und Mittwoch. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) reist schon zu Vorgesprächen gegen Mittag an. Dabei dürfte auch das Ergebnis der Brexit-Abstimmung in Großbritannien eine große Rolle spielen.

+++ Zahlreiche Anleger glauben offenbar fest daran, dass die Briten sich für einen Verbleib in der Europäischen Union entscheiden. Die Börsen in Europa schlossen am Donnerstag deutlich im Plus. Der Deutsche Aktienindex etwa legte im Tagesverlauf um 1,85 Prozent zu und stand zum Handelsschluss bei 10.257,03 Punkten. In Paris kletterte der Aktienindex CAC um knapp zwei Prozent auf 4465,90 Punkte, in Mailand stiegen die Kurse sogar um 3,71 Prozent auf 17.966 Punkte.

"Remain" oder "leave"? Hier stimmt Großbritannien über den Brexit ab

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+++ Selbst wenn die Abstimmung über den Brexit pro EU ausgeht, in der Union mehren sich die Stimmen, grundlegende Veränderungen anzustoßen. Ein „Weiter so“ könne es nicht geben, hieß es am Donnerstag über die Parteigrenzen hinweg. EU-Währungskommissar Pierre Moscovici rief die EU zu tiefgreifenden Reformen auf. „Wir müssen Europa grundlegend verändern“, sagte der französische Sozialist den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Europa brauche „einen Neustart“. Moscovici fügte hinzu: „Es ist klar, dass Europa weniger populär ist, als es einmal war.“ Die Menschen seien von Europa enttäuscht. „Es wäre allerdings die falsche Antwort, die EU aufzugeben. Wir brauchen eine europäische Zusammenarbeit, die Jobs und Wachstum schafft, die Flüchtlingskrise löst und die Außengrenzen sichert“, sagte der Kommissar. „Das ist die Lehre aus dem britischen Weckruf. Wir müssen zuhören - und verstehen, was die Bürger wollen.“

+++ Der Euro und das britische Pfund haben am Tag der Abstimmung über die Zukunft Großbritanniens zugelegt. Während der Euro am Donnerstag zeitweise um einen Cent bis auf 1,1421 US-Dollar stieg, kletterte das Pfund in der Spitze auf 1,4947 Dollar. Bis zum späten Nachmittag gab der Euro auf 1,1365 Dollar nach, ein Pfund kostete noch 1,4797 Dollar. „Die Märkte erwarten, dass die Wähler den Brexit ablehnen werden“, kommentierte das britische Analysehaus Capital Economics. Neue Umfragen deuteten unter dem Strich darauf hin, dass sich die Briten gegen einen Austritt (Brexit) ihres Landes aus der EU entscheiden könnten. In dieselbe Richtung deuteten die Quoten britischer Wettbüros.

Brexit: Gibt es die historische Zäsur

+++ Wird sie heute Realität, die historische Zäsur? Nach einem erbittert geführten Wahlkampf wird morgen früh klar sein, ob das Vereinigte Königreich Mitglied der Europäischen Union bleibt oder der Gemeinschaft nach 43 Jahren den Rücken kehren wird. Trotz vieler Warnungen aus der ganzen Welt vor einem Brexit - also einem EU-Austritt - war der Ausgang des Referendums völlig offen.

+++ Direkt nach der Schließung der Wahllokale um 23 Uhr wird das Meinungsforschungsinstitut YouGov eine Wählernachbefragung vorlegen. Das kündigte YouGov am Wahltag überraschend an. Klar ist aber auch: Die demoskopische Qualität des Zahlenmaterials entspricht nicht ganz einer echten Prognose.

Doch schon beim Schottland-Referendum 2014 hatte YouGov eine ähnliche Befragung vorgelegt und das Endergebnis damit relativ genau vorhergesagt.

+++ Klassische Prognosen soll es für die Öffentlichkeit nicht geben, das demoskopische Material dafür wird aber von Umfrageinstituten für Finanzinstitute erhoben. Ob diese Informationen öffentlich zugänglich gemacht werden, war am Donnerstagnachmittag noch unklar.

+++ Heute dürfen über 28 Millionen Briten darüber entscheiden, ob Sie in Zukunft zur EU gehören wollen oder nicht. Seit Monaten wird in Großbritannien eine hitzige Debatte darüber geführt, ob ein Verbleib in der Europäischen Union besser für das Land ist oder ob doch der Austritt die Zukunft für das Land bedeutet. Wir berichten im Live-Ticker und halten Sie rund um die Uhr auf dem Laufenden.

Vorbericht zum EU-Referendum

Die Umfragen vor der Abstimmung um den Brexit in Großbritannien waren bis kurz vor Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die noch am Montag veröffentliche Erhebung des Instituts OBR für den "Daily Telegraph" ergab, dass die Befürworter eines EU-Verbleibs bei 49 Prozent lagen, 47 Prozent wollten hingegen den Austritt unterstützen.

Insgesamt haben die beiden Seiten im Wahlkampf viel Energie gelassen, um die Bürger von ihrer Sache zu überzeugen. Knapp eine Woche vor der Abstimmung überschlugen sich jedoch die Ereignisse. Ein wohl geistig verwirrter Mann erschoss die EU-Befürworterin und Politikerin Jo Cox. Dieses Attentat schlug hohe Wellen und sorgte sogar dafür, dass die sonst so erbitterten Feinde kurzfristig den Wahlkampf ruhen ließen.

Brexit: Das wären die Folgen des EU-Referendums

Doch welche Folgen hat der Brexit wirklich? Vor allem Unternehmen und Firmen äußerten vor der Abstimmung größte Bedenken. Sie befürchten, dass ein Ausstieg von Großbritannien aus der EU fatale wirtschaftliche Konsequenzen hätte. Die Investor-Legende George Soros prophezeit sogar einen "Schwarzen Freitag", also einen Kurssturz an den Börsen, falls sich die Briten gegen einen Verbleib entscheiden. Das will Englands Premier David Cameron unbedingt vermeiden. Er kämpft für EU, auch wenn er selbst nicht immer zufrieden war mit den Entscheidungen der Union in den vergangenen Monaten.

An seiner Seite stehen zahlreiche bekannte Briten, beispielsweise Ex-Fußballstar David Beckham oder auch Schauspieler Benedict Cumberbatch und dessen Kollegin Keira Kneightley. 

Brexit: Folgen, Ergebnisse, Gründe, Erklärung

Was genau ist der Brexit eigentlich - das können Sie hier nachlesen. Wir haben uns außerdem Gedanken über die Folgen für Deutschland gemacht, die der Austritts Großbritanniens aus der EU haben könnte. Alles, was Sie zum Brexit wissen müssen, können Sie zudem hier nachlesen.

Mit Material von dpa und Afp

Rubriklistenbild: © dpa

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